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20. saul - 2007-05-25 10:40:50 |
Bewegungsmelder
Für linke Politik gilt es schon lange, man ahnt und weiß, das sich dort keinen erotisch herrschaftsfreien Beziehungen herausbilden, diese Beziehungen stattdessen über Streß, Disziplin, Alkohol und Frustration geprägt sind. Selbst autonome Gruppen zerfallen durch Rückzugstendenzen schneller als sich neue bilden. Der Anspruch politisch zu sein verdoppelt nur die Disziplinierungen und Zwänge des Alltags.
Aus der Zeitung Linke Liste von 91. Das war noch die elektronische Steinzeit und doch reibt man sich erstaunt die Augen, wie wenig sich verändert hat. Was sich doch zwangsläufig verändert hat, die Beteiligten sind älter geworden. Etwas dazugelernt? Klüger geworden? Man sollt es meinen, nur scheint das nicht für alle zuzutreffen.
Die gealterte Linke scheint mittlerweile selbst zu ihren eigenen Hindernis geworden. Vorbei scheint die Zeit, als links gleich jung war. Die von Linken allgemein eher ignorierte demographische Entwicklung und Überalterung der Gesellschaft trifft gerade die Linke. Politisch aktiv war stets nie die gesamte Jugend und nun wo sie weniger werden, werden auch politisch Aktive weniger. Man kann es sich an dem neuen Projekt Linkspartei ansehen. Ne Partei der alten Säcke. Daher ist sie auch imstande die Geschichte der Grünen, die damals ja etwas jünger waren, im Schnelldurchlauf durchzuziehen.
Sicher kann man sich rückblickend die Frage stellen, was trieb viele in jungen Jahren zu den Durchlauferhitzer Linke, waren es die politisch aufgeheizten Zeiten oder suchte man da Zusammenhänge, Freunde und sogar erotische Beziehungen die woanders nicht zu finden waren? Oder war es einfach die Antihaltung? Auf der Demo unter Leuten, die genauso versifft rumliefen und man konnte sich als Teil einer Bewegung fühlen, die dagegen war. Gegen diese Welt der Spießer und Angepassten? Dagegen waren wir ja sowas von alternativ, nur worin die bestand war doch etwas mager.
Was man fand, war eher Streß, Frust und wenig Anerkennung. Im Gegenteil, man erlebte wie fix man draußen war, wenn man sich nicht mehr dem Mainstream anpasste.
Aber zunächst schien es als wären wir unter uns, vom Alter gesehen. Heute dagegen können viele den Unterschied erleben, was fangen wir mit den neu dazugekommenen Kindern an? Was fangen die mit uns an? Wo treffen wir noch aufeinander? Auf traditionell gewordenen Veranstaltungen wie erster Mai oder Ostermarsch, kann man es deutlich sehen, die Jungen sind eine kleine fast schützenswerte Minderheit, die alten Säcke bestimmen das Erscheinungsbild. Auf Demos deren Teilnehmer naturgemäß jünger sind, werden Altlinke schon durch ihr Erscheinungsbild zu Exoten, sollten sie sich da zufällig verirren.
Aber da die Zeiten elektronischer wurden, gibt es einen Ort, wo wir aufeinandertreffen. Natürlich das Internet und da können wir aneinander vorbeireden. Was haben wir den jungen Mattbirnen zu sagen? Sicher nicht unsere Heldenlegenden aus heroischen Kampfzeiten. Oder etwa Geschichten des Scheiterns, mit denen wir nerven, bevor sie noch angefangen haben? Sinnvoller wäre es zu vermitteln, warum gerade uns ihre zur Schau getragene Radikalität sowenig beeindruckt. Anders als der Normalbürger damals, der uns wenigstens noch mit dem berühmten "geht doch rüber" bedachte, wir scheinen der heutigen Politgeneration nur wenig zu sagen zu haben. |
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19. saul - 2007-05-25 10:39:43 |
Glaubensgemeinschaften
Die Linke hat s doch nicht mit der Religion, so sollt man meinen. Von der Ideologie her richtet sie sich gegen den Glauben. Religion ist Opium für s Volk, so steht s bereits bei Marx.
Das sollten wir uns mal etwas genauer ansehen.
Mit der Wiederentdeckung der Ideologie und den entsprechenden Parteigründungen kam auch das Kopfbanner in die Parteipresse. Die Heiligen oder auch Gründungsväter. Oft wurden sie genauso gesehen, als Heilige und Urheber der geheiligten Schriften. Diese Schriften, über jede Diskussion und jeden Zweifel erhaben, wurden zu Dogmen erhoben und zum Zitatenbaukasten, ein unwiderlegbares Argument in jeder Debatte. Wer abweichend dachte, wurde schnell zum Renegaten, Revisionisten und Verräter an der reinen Lehre.
Was original aus der Theologie kam, wurde auch genauso benutzt. Der Marxismus plus weiterer Schriften der Heiligen wurde zur Buchreligion. Hier entstanden die linken Theologen, die ausgestattet mit dem Buchwissen über die Reinhaltung der Lehre wachten und jeden verdammten der ungehörige Fragen stellte. Ausgerüstet mit den Blauen Bänden, wurde geurteilt, wer überhaupt dazugehörte, wer dazugehören durfte und wer ein wahrer Marxist Leninist war. Zu den Selbstreinigungsritualen in diesen Sekten gehörte auch die ständige Kontrolle ob man auf Parteilinie ist oder man noch irgendwelchen kleinbürgerlichen Gedanken anhängt. Das Parteimitglied mußte hier regelmäßig seine Gedanken reinhalten.
Ferne seltsame Vergangenheit? Seit der Unsinn online wieder hoch kommt, finden sich auch solche seltsamen Auffassungen im Netz wieder. Da wird der Mlpd Sekte von einer anderen Sekte das Recht abgesprochen sich als marxistisch leninistisch zu bezeichnen. Als wenn das noch wen interessieren würde. Na einige haben offenbar nichts besseres zu tun.
Schauen wir genauer hin, wir finden erstaunliche Parallelen zur Religion. Seinerzeit mußten Parteimitglieder überschüssiges Geld an die Partei abführen, sie sollten nur vom Durchschnittsgehalt der Arbeiterklasse leben. Erinnert irgendwo an das Armutsgelübde der Mönche und viele lebten auch wie diese. Nur statt beten und arbeiten hieß es, agitieren und MEW studieren.
Bekanntlich muß sich der Gläubige für seine Sünden reinigen, das mußten die frisch in die Partei gekommenen Studies auch. Sie mußten für ihre "bürgerliche Klassenherkunft" mit Parteiarbeit und Arbeit im Betrieb büßen und sich so von allen kleinbürgerlichen Sünden reinigen. Die Zielgruppe für die all diese Opfer gebracht wurden, strafte diese Bemühungen mit dem berühmten Ausspruch; "geh doch rüber" ab. Oder mit Desinteresse, stört ja nur beim lesen der Bild. Das sieht man ja auch beim Glauben. Die jeweiligen Götter strafen die Gebete und Opfer ihrer Gläubigen mit absoluten Desinteresse.
Als um 80 rum diese Parteien verschwanden schien das abgehakt. Zumal es ja Alternativen gab. Na auch die könnte man sich mal genauer anschauen. Was bei den sogenannten Ökos hochkam, erinnerte ebenso an Reinigungsrituale der Gläubigen. Es schien, als wollte der alternative Körnerfresser seinen Körper von allen Unrat der kapitalistischen Gesellschaft reinigen, wenn schon nicht die Welt gereinigt werden kann, dann erstmal sich selbst. Die Landflucht einiger Hippies könnt man auch unter diesem Gesichtspunkt betrachten. Weg von der schmutzigen unreinen Stadt wo die Sünde regiert. Gab s ja schon mal in der Geschichte.
Für Gläubige war die Stadt schon immer der Ort der Sünde und des Verfalls der Sitten.
Die Welt nicht zumüllen scheint ja erstmal sinnvoll, aber was sich bei Mülltrennung an rigiden Auswüchsen breitmachte, erinnerte irgendwo an die strengen Regeln einer Glaubenssekte die mit einer Sammlung streng zu befolgender Regeln den gesamten Tagesablauf ihrer Schäfchen lenkt, könnten ja sonst auf sündige Gedanken kommen.
Anhand der seinerzeit verbreiteten Unsitte, die Sprache zu verunstalten lässt sich das ebenfalls feststellen. Das BinnenI und weitere sprachliche Glanzleistungen die heute eher unter Satire fallen, dienten in ihren rigiden Gebrauch dazu, die Gedanken von allem patriarchalischen Unrat zu reinigen und die Befolgung dieser Regeln wurde mit unbarmherziger Strenge überwacht. Heute haben sich sogar einige übriggebliebene Bekloppte ins Netz verirrt und nerven gelegentlich rum.
Der Gläubige hat seine geheiligten Räume, diese dürfen bekanntlich nicht durch Ungläubige entweiht werden. Der Katholik will in seiner Kirche keine Protestanten sehen, in ihren geheiligten Räumen wollen die Gläubigen unter sich sein und die übrige unreine Welt aussperren.
Bei einer Bauplatzbesetzung durften so keine Fahrzeuge auf den Platz, die auf Verbrennungsbasis arbeiten. Motoren sind Sünde und die wollen wir hier nicht sehen. Auch wenn nicht alle mit dem Fahrrad hergekommen sind, Autos müssen draußenbleiben.
Genauso bei den Frauenterminen in linken Läden, wo die bösen Männer draußenbleiben müssen. Hier wird der unreine Sexismus ausgesperrt und unser Freiraum bleibt sauber.
Linke Freiräume sind ohnehin ein Ort der Reinheit. Alle die nicht die Szeneregeln befolgen haben keinen Zutritt, die Gläubigen wollen hier nicht mit der bösen Außenwelt konfrontiert werden. Könnte ja die Zusammenhänge stören oder überhaupt zeigen, wie brüchig diese Scheinharmonie ist. Wie bei fundamentalistischen Sekten eben. Je strenger und bescheuerter der Glaubensinhalt, desto mehr müssen die Gläubigen von der Außenwelt abgeschottet werden.
Saul 2006 |
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18. saul - 2007-05-25 10:39:00 |
Living in the past1
Gelegentlich wurde mir die Frage gestellt, ob ich in der Vergangenheit lebe. Unter anderem im Zusammenhang mit der Erstveröffntlichung von alten Fotos im www. Fastvergessene Demos und Aktionen an die sich keiner mehr so recht erinnert? Offenbar doch. Wenn es ein Problem sein sollte, das man sich an seine aktive Zeit erinnert, dann scheint dies ein allgemeines Problem zu sein. Mit zunehmenden Alter wird die eigene Jugend verklärt und das was man da so getrieben hat. Dann wird oft in der Rückschau vieles idealisiert und man läuft Gefahr rumzunerven, wie toll das doch war. Denkste, jeder weiß es doch besser. Im Netz wird das deutlich, da scheint sich was zu wiederholen.
Wer nicht allzu jung ist, der erinnert sich noch an die regelmäßig nervigen Rückschauen der 68ziger, wie toll das damals war und man bekam den Eindruck, was verpasst zu haben. Dieses nervige Gejammer der Veteranen, damals 68...... und heut läuft ja nichts mehr.
In den 70igern lief einiges und viele waren dran beteiligt. 80/81 fegte eine Scherbenbewegung durch Mitteleuropa bei der es mindestens wie 68 abging, oder noch besser. Auch daran waren viele beteiligt und da dies mittlerweile lang her ist, sind wir wohl nun die Veteranen. Nerven wir die Jungen heut auch damit, wie toll das alles war? Wenn ja, dann sollt man besser weghören. Opa erzählt wieder vom Krieg, so hört sich das dann für Außenstehende an.
Es geht hier natürlich nicht nur um ein paar längst vergessene Scherbendemos, es geht um das was man seinerzeit im Kopp hatte. Vieles davon hat sich von selbst erledigt, selbst die Begriffe aus der Zeit werden kaum noch verstanden. Den Begriff Counterschwein hab ich schon lang nicht mehr gehört und wer weiß noch was eine WG ist? Wer kennt noch die ganze Sammlung marxistischer Terminologie die in den 70igern zur allgemeinen Grundausstattung gehörte, ohne der man nicht ernstgenommen wurde. Wer seinerzeit auf der Höhe der Zeit sein wollte, kannte die Namen und Buchstabenverkürzungen aller gängigen Befreiungsbewegungen. MPLA, ist das n neues Audiodatenprogramm? So ändern sich die Zeiten und die Begriffe ebenfalls.
Es schien vorbei zu sein, alles im Altpapier entsorgt und vergessen. Im Alltag kein Thema. Wer in einen anderen Leben mal die Parteizeitung vertickt hatte, der redete nicht drüber, war ne ferne Vergangenheit. Wer sich mal an der Startbahn ausgetobt hatte, für den hatte das im heutigen Alltag keine Bedeutung. Und wem früher kein Konflikt zu weit für ne Demo war, fragte sich, ob die Welt nicht alt genug ist, um auch mal ohne seinen Einsatz auszukommen. Nicht das sich später nichts mehr tat, nur man litt nicht mehr unter der Zwangsvorstellung, man müßte unbedingt mitspielen. Mit dem Zerfall dieser Welten verschwand auch deren Insidermaßstab, deren Werte galten eben nur da und nicht draußen. Wo bist alles rumgetrampt? Hast WG Erfahrung? Bei welchen Sachen warst dabeigewesen, in welcher Gruppe, Zusammenhang machst rum? Das zählte in der Arbeitswelt nicht und wer sich nach Arbeit umsah, sah sich nur noch mit den Fragen konfrontiert, was hast gelernt? Welche Zeugnisse hast? Wer bei Ämtern landete stellte schnell fest, da interessiert niemanden bei welchen Demos du dabei warst und wer die paar Kröten wollte, der konnte da nicht mit Szenegequatsche ankommen, beeindruckt da niemanden. Wer dann mit den paar Kröten überleben mußte, stellte schnell fest, man kann weder mit Flugblättern noch mit der richtigen politischen Gesinnung bezahlen. Es machte also wenig Sinn, einer Vergangenheit nachzutrauern wenn es vorbei ist. Es gibt eben kein richtiges Leben im Falschen, den Adornosatz kannte man, aber haben wir ihn auch verstanden?
Damit verschwand auch die Vielfalt der Kleinpresse aus der realen Welt. Man konnt das Zeug einfach nicht mehr sehen und hörte auf das Graupapier zu lesen. Stets das alte Gejammer, man konnts nicht mehr hören. Es war ne Abstimmung mit den Füßen und so verschwanden die Zeitungen deren Namen auch kaum noch einer kennt.
Nun haben wir aber ein nettes Spielzeug bekommen, eben das Internet. Hier taucht auf einmal die Vergangenheit quicklebendig wieder auf und auf einmal stellt der unbeteiligte Beobachter fest, nicht wenige alte Säcke oder junge Mattbirnen scheinen in der Vergangenheit zu leben. Auf einmal tauchen längst vergessene Diskussionen und scheinbar abgehakte Auseinandersetzungen wieder auf und man meint, irgendwer hat die Zeitmaschine erfunden. Auf einigen Webseiten gibt es ein erfreutes Wiedersehen mit der fastvergessen Revolutionsgraphik und den Kopfbanner von Marx bis Mao. Ah, das erinnert mich an meine Jugend, so geht s dir spontan durch den Kopf. Man kann diesen übriggebliebenen Spinnern heute mit angemessener Mißachtung den Mittelfinger zeigen. Da man dieser Ideologie längst die Gefolgschaft aufgekündigt hat, haben sie auch keine Macht mehr über deinen Kopf.
Was sich verändert hat, ist die eigene Einstellung. Wer jung ist will irgendwo dazugehören. Das hast nicht mehr nötig, so kann man entspannter drangehen und muß sich weder anpassen, noch für irgendwas umbringen.
Auch nach dem Zerfall vieler organisierter Zusammenhänge konnt man noch beobachten, wie die Beteiligten offenbar unter Rechtfertigungszwang standen und sich irgendwie als aktiv ausweisen mußten. Das kann man sogar heute noch im www lesen, wie sie sich mit irgendwelchen aktiven Zusammenhängen in denen sie vorgeblich werkeln legitimieren müssen. Solchen Zwangsvorstellungen kann man grad den Mittelfinger zeigen, jedenfalls, wenn du nicht mehr unter der Zwangsvorstellung leidest, unbedingt die Welt retten zu müssen oder wenigstens die Arbeiterklasse oder irgendeine Minderheit.
In eigener Sache kann ich sagen, Writing war für mich die praktische Form des Kirchenaustritts aus der linken Gemeinde. Ausgerechnet Graffiti? War das nicht integraler Bestandteil der Linken? Politparole und AnarchoA sicher, aber Writing hatte nichts mehr mit links zu tun. Der beste Beweis ist, das es von den Linken als Hieroglyphen ignoriert wurde und als es nicht mehr ignoriert werden konnte, gar nicht verstanden wurde. Ob Fotodoku oder eigene Beteiligung, ich stand nicht unter Rechtfertigungszwang, denn ich sah darin keinen Beitrag die Revo vorzubereiten, es war einfach der blanke Egoismus, ich konnt hinterher wenigstens sehen, was ich getrieben hatte. Und was ist egoistischer, als die Zeitung aufzuschlagen und auf einen Bild das eigene Zeichen zu sehen. Eine solche Motivation ist das genaue Gegenteil linker Ideologie.
97 bei der ersten Hanfparade wurd deutlich, das sich die Demoform etwas verändert hatte und ein Schreiber bemerkte, das sich viele dran beteiligten, die man schon lange auf keiner Demo mehr gesehen hatte. Hier wurde es deutlich, man kann mitlaufen, es sich ansehen ohne alles mitmachen zu müssen.
Ein anderer Punkt sind Demos von Pseudoautonomen wie na Operndemo, die schon durch ihr Erscheinungsbild dem Veteran zeigt, hier gehörst nicht hin. Hier bist echt deplaziert und so wie man irgendwann in einen Juz nichts mehr verloren hat, hat man mit zunehmenden Alter auf bestimmten Demos nix mehr verloren. Was soll ich mit diesen Rotznasen, diese Frage stellt man sich dann. Da bist allenfalls Zaungast aber leidest nicht mehr unter der Zwangsvorstellung dazugehören zu wollen. Damit hast auch die Freiheit, dich an keinen Unsinn anpassen zu müssen. Lass sie rumspielen, müssen ja auch mal was zu erzählen haben, so in zehn Jahren. Hört sich recht zynisch an, ist es wohl auch.
Draußen ist es kaum möglich das weiterzugeben. Schau dir die Linksruckgestalten an. Soll ich den jungen Mattbirnen sagen, so wie du hab ich auch mal dagestanden und rumagitiert, da
gab s dich noch gar nicht. Würden sie was kapieren? Vermutlich nicht. Wie auch.
Was bleibt, schau dir die Welt an wie sie ist, man kann bei vielen mitmachen oder einfach nur Zaungast sein. Die Freiheit eben nicht dazugehören zu müssen und sich nicht auf Kompromisse und Anpassung einzulassen, die hast dir in langen Jahren erarbeitet. |
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17. saul - 2007-05-25 10:38:22 |
Altlinke
Wer sind die Altlinken? Sind das die Apo Opas? Oder gehören bereits die Linken dazu, die in den 80igern dabei waren und von denen es irgendwann hieß, Autonome sind Jugendliche über dreißig? Für etliche davon ist vierzig mittlerweile kein Thema mehr. Echt, wie die Zeit vergeht.
Dies ist ein Thema, über das man zwar als Selbstbetroffener schreiben kann, nur wie das Thema angehen, ohne das die Zeilen nur so vor Bitterkeit und Frust triefen und nur noch Gift und Galle rauskommt?
Damals war alles besser, nicht? Dieser abgedroschene Satz. Man kann s kaum noch hören. Damals war zwar nicht alles besser, aber man war jünger. Wer jung war, war links und unsere Gegner waren meist die alten Säcke. Und heute sind wir wohl die alten Säcke, nur was fangen wir damit an?
Bei vielem dabeigewesen, viel mitgemacht, viel Mist gemacht und irgendwann festgestellt, womit man alles seine Zeit verschwendet hat. Aber das konnte man erst hinterher beurteilen. Mit zwanzig kann man vieles wegstecken, die Power scheint unbegrenzt. Mit vierzig merkt man die Grenzen und fragt sich, wo lohnt es sich noch was reinzustecken?
Man hat sich ja von so einigen mitreißen lassen. Wer vorm Fabriktor die Parteizeitung vertickte, merkte erst nach einiger Zeit, das er hier nur seine Zeit verschwendet. Als sich die selbsternannten Parteien der Arbeiterklasse auflösten, fragten sich viele, was sie eigentlich da in all den Jahren getrieben hatten und wer sich mit den vielen Druckwerken abgemüht hatte, stellte irgendwann fest, die Welt interessiert sich nicht für dein Bleiwüstenwissen. Und auch die gesammelten Zeitungsstapel wurden irgendwann entsorgt, man wußte nicht mehr, warum den Papiermüll noch mitschleppen.
Oder so, war doch nicht alles schlecht. Der Spruch, den man aus der untergegangenen DDR zu hören bekam. Nein, alles kann nicht so daneben gewesen sein, warum hat man sonst mitgemacht? Was anfangs nach hoffnungsfrohen Projekten aussah, erwies sich aber zu oft als Sackgasse und solche Erfahrungen prägen eben. Diese Erfahrungen konnt einen niemand mehr nehmen, die saßen und die ließ man sich auch von Regalmetern an Druckschriften nicht mehr ausreden. Mit zunehmender Erfahrung konnt man alles was folgte, gelassener angehen und man wurde skeptisch. Also nur nicht zuviel reinstecken, man bekommt zuwenig zurück, das hattest doch immer wieder erlebt. Egal was grad läuft, man muß sich nicht für umbringen. Das konntest dir sagen, als sie alle zu den Grünen rannten, wohin werden sie morgen rennen? Lass sie rennen, ich leg mich pennen.
Was ist grad angesagt? Da packt dich das Mißtrauen, wie lang hält das und ist es morgen nicht wieder vergessen, weil es wieder ne neue geniale weltbewegende Idee gibt, der alle hinterherrennen?
Auch bei den Linken wechseln die Themen die grad in sind. Früher bei der Verwalterin des Antiimperialismus in den 70igern, war das einfach. Zentral wurde das Thema vergeben und dazu hatten die Mitglieder nun zu werben. Allgemein in der linken Welt ist das von einigen Bedingungen abhängig, aber es läuft vergleichbar, wenn auch oft Medienabhängig. Golfkrieg? Gab ne Demo dann war s das, nun muß was anderes her. Hartz? Nach einigen Demos abgehakt, nun brauchen wir neuen Stoff. Oder die Liste der genialen Weltverbesserungseinfälle, mit denen man doch noch die Welt zu verändern hofft. Irgendwelche seltsamen Theorien von denen man noch nie gehört hatte und sich fragt, haben die sonst nix zu tun? Die Liste der Themen ist lang an denen man sich abgearbeitet hat und meist schnell vergessen.
Aber zurück zum Altlinken. Der wurde in all der Zeit nicht jünger und heut rückblickend betrachtet, fragst dich, was hat s alles gebracht? Unterm Strich betrachtet nicht allzuviel, aber was hast auch erwartet?
Mit der Zeit hab ich es erlebt, verhielt mich selbst genauso gleichgültig wie unsere ehemalige Zielgruppe, wenn mir mal wieder de Demo überm Weg lief. Schon die Flugis wollt ich nicht haben. Oder wenn ich aus Neugier noch mal reinschnupper, hatte kein Problem, mittendrin rauszugehen und den Haufen sich selbst zu überlassen.
Ist das nicht unser Problem? Was sollen wir den jungen Gestalten sagen, die grad frisch dabei sind und glauben hier haben sie eine Heimat und einen Lebenssinn gefunden? Waren wir nicht genauso bekloppt?
Der Altlinke von heute hat auch ein optisches Problem. Man sieht sein Alter, lässt sich schlecht vermeiden. Man kann schlecht mit fünfundvierzig wie zwanzig aussehen und man fällt auf bei Politaktionen, wenn die Beteiligten eben in dem Durchschnittsalter sind, als man da noch reinpasste. So Gestalten können schon rein optisch gesehen, zu tragischen Figuren werden. Operndemo in Ffm, an der Hauptwache hat sich das Jungvolk von heut versammelt. Viel black und dunkel und halbvermummt. Dazwischen hat sich einer mit wuchernden Graubart und ungepflegter Halbglatze verirrt. Foto? Erschien mir zu gemein, schade fast. Das war original unser Altlinker der sich in dem jungen Volk verirrt hat und man fragt sich, was der hier eigentlich noch sucht. Na was wohl? Will der etwa durch seine Anwesenheit demonstrieren, ich bin immer noch dabei? Ich hab mich nicht vom System kaufen lassen, ich bin immer noch dagegen, als wenn das irgendwen interessieren würde.
Man kann sie auch beim ersten Mai bewundern, wenn sie hinter ihren Klapptischen stehen, vor sich die Parteidruckwerke ausgebreitet, die genauso ausehen, wie sie schon vor dreißig Jahren aussahen. Nur die Gestalten dahinter sehen nicht mehr so druckfrisch aus.
Bewegungsmelder.
Für linke Politik gilt es schon lange, man ahnt und weiß, das sich dort keinen erotisch herrschaftsfreien Beziehungen herausbilden, diese Beziehungen stattdessen über Streß, Disziplin, Alkohol und Frustration geprägt sind. Selbst autonome Gruppen zerfallen durch Rückzugstendenzen schneller als sich neue bilden. Der Anspruch politisch zu sein verdoppelt nur die Disziplinierungen und Zwänge des Alltags.
Aus der Zeitung Linke Liste von 91.
Das war noch die elektronische Steinzeit und doch reibt man sich erstaunt die Augen, wie wenig sich verändert hat. Was sich doch zwangsläufig verändert hat, die Beteiligten sind älter geworden. Etwas dazugelernt? Klüger geworden? Man sollt es meinen, nur scheint das nicht für alle zuzutreffen.
Die gealterte Linke scheint mittlerweile selbst zu ihren eigenen Hindernis geworden. Vorbei scheint die Zeit, als links gleich jung war. Die von Linken allgemein eher ignorierte demographische Entwicklung und Überalterung der Gesellschaft trifft gerade die Linke. Politisch aktiv war stets nie die gesamte Jugend und nun wo sie weniger werden, werden auch politisch Aktive weniger. Man kann es sich an dem neuen Projekt Linkspartei ansehen. Ne Partei der alten Säcke. Daher ist sie auch imstande die Geschichte der Grünen, die damals ja etwas jünger waren, im Schnelldurchlauf durchzuziehen.
Sicher kann man sich rückblickend die Frage stellen, was trieb viele in jungen Jahren zu den Durchlauferhitzer Linke, waren es die politisch aufgeheizten Zeiten oder suchte man da Zusammenhänge, Freunde und sogar erotische Beziehungen die woanders nicht zu finden waren? Oder war es einfach die Antihaltung? Auf der Demo unter Leuten, die genauso versifft rumliefen und man konnte sich als Teil einer Bewegung fühlen, die dagegen war. Gegen diese Welt der Spießer und Angepassten? Dagegen waren wir ja sowas von alternativ, nur worin die bestand war doch etwas mager.
Was man fand, war eher Streß, Frust und wenig Anerkennung. Im Gegenteil, man erlebte wie fix man draußen war, wenn man sich nicht mehr dem Mainstream anpasste.
Aber zunächst schien es als wären wir unter uns, vom Alter gesehen. Heute dagegen können viele den Unterschied erleben, was fangen wir mit den neu dazugekommenen Kindern an? Was fangen die mit uns an? Wo treffen wir noch aufeinander? Auf traditionell gewordenen Veranstaltungen wie erster Mai oder Ostermarsch, kann man es deutlich sehen, die Jungen sind eine kleine fast schützenswerte Minderheit, die alten Säcke bestimmen das Erscheinungsbild. Auf Demos deren Teilnehmer naturgemäß jünger sind, werden Altlinke schon durch ihr Erscheinungsbild zu Exoten, sollten sie sich da zufällig verirren.
Aber da die Zeiten elektronischer wurden, gibt es einen Ort, wo wir aufeinandertreffen. Natürlich das Internet und da können wir aneinander vorbeireden. Was haben wir den jungen Mattbirnen zu sagen? Sicher nicht unsere Heldenlegenden aus heroischen Kampfzeiten. Oder etwa Geschichten des Scheiterns, mit denen wir nerven, bevor sie noch angefangen haben? Sinnvoller wäre es zu vermitteln, warum gerade uns ihre zur Schau getragene Radikalität sowenig beeindruckt. Anders als der Normalbürger damals, der uns wenigstens noch mit dem berühmten "geht doch rüber" bedachte, wir scheinen der heutigen Politgeneration nur wenig zu sagen zu haben. |
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16. saul - 2007-05-25 10:37:28 |
Flugblattdoku
1972 erschien in Frankfurt ein Flugblatt, gerichtet an die Schüler die mit Schulstreik und Demo ihre ersten Gehversuche in der Politwelt machten. Immer noch lesenswert und alles andere als ein verstaubtes Zeitdokument.
Was erwartet und auf der Demonstration und Abschlußkundgebung? Das lässt sich tatsächlich schon jetzt vorhersagen. Der KSV, KSG, KHF haben bei den letzten Wahlen an der Universität eine empfindliche Niederlage erlitten. ............
Ein wesentlicher Grund dafür, die Mehrzahl der Studenten haben die Nase voll von ihren abstrakten Parolen und können ihre Bedürfnisse nicht in die autoritären Parteimodelle dieser "marxistischen" Organisationen einbringen. Obwohl die autoritären Marxisten an der Universität nicht mehr die Rolle spielen, die sie noch vor zwei Jahren spielen konnten, sind ihre Vertreter unverwüstlich. Der gegenwärtige Schülerstreik gibt ihnen die Möglichkeit, sich mir starken Kampfparolen an die Spitze der Bewegung zu setzen.
.....Was kann eigentlich konkret dagegen unternommen werden? Unabhängig von allgemeinen Appellen, sich zu organisieren, nutzlose Resolutionen zu verfassen...........
In diese Leerstelle einer konkreten Perspektivlosigkeit passen die allgemeinen Phrasen - Weg mit dem... Kampf dem.... Gegen die.... Sofortige Rücknahme.........
Das Ganze heißt dann Kampf um die richtige Linie und für die richtige Stoßrichtung. Anfangen kann man damit überhaupt nichts.
Weil nur in wenigen Arbeitsgruppen praktikable Handlungsperspektiven diskutiert wurden, wird man den allgemeinen Parolen begeistert Beifall spenden, und zwar wird die Begeisterung umso heftiger sein, je gutwilliger die Parolen gemeint sind. Das betrifft besonders die arme Arbeiterklasse und die Lehrlinge. Uns Oberschülern geht s ja trotz allem noch ganz gut! Aber was an den Berufsschulen los ist (Begeisterter Beifall) die Berufsausbildung der Lehrlinge ist eine Katastrophe! (Riesiger Beifall) Nicht das diese Parolen falsch sind, ihr wesentlicher Mangel ist, das aus ihnen keine konkrete Handlungsperspektive entwickelt wurde, außer allgemeinen Phrasen, sich gemeinsam zu organisieren, gemeinsam zu protestieren usw.
Das Gegenteil von Gut ist nicht Schlecht - sondern gutgemeint.
So wie die Schule die Schüler auf s Leben vorbereitet und der Schüler dort alles lernt um im Leben vorwärtszukommen, nämlich; Vortäuschung von Kenntnissen, Aneignung von Gemeinplätzen, die Bereitschaft Seinesgleichen an die Höherstehenden zu verraten, so wird die Demonstration und die Abschlußkundgebung die Schüler mit dem politischen Leben an der Universität vertraut machen. Mit der realitätsblinden Phraseologie der autoritären marxistischen Gruppen, mit allen Formen der Selbstagitation, mit dem Streit um die richtige Linie und die richtige Stoßrichtung, mit der Frustration auf den Teach Ins, mit ritualisierten Demonstrationsformen.
Mit sozialistischen Gruppen die "Rekrutierungsgespräche" führen, mit Genossen die von Termin zu Termin hetzen, zusammengefasst, mit politischen Gruppen, die sich meilenweit von den wirklichen Problemen entfernt im Gestrüpp ihrer Stoßrichtungen und richtigen Linien verstrickt haben. Es ist schon ein Trauerspiel an der Universität und wer nicht hinkommt hat wenig versäumt. Wer aber trotzdem hinwill.......was ihn da erwartet? Streit um die richtige Stoßrichtung, Hetze von Termin zu Termin, Fantasielosigkeit, Arbeitsstörungen, ritualisierte Demonstrationsformen - es ist ein Greul, ihr könnt s mir glauben. |
" target=_blank> 15. saul - 2007-05-25 10:33:46 |
Schwarzer Block
Auf Indy ist mal wieder Gedenktag, 25 jahre Schwarzer Block. Nun dazu konnte ich was beitragen, immerhin mal irgendwie dabeigewesen.
Ein Gespenst geht um in Europa. Das Gespenst des Schwarzen Blocks.
Mehr als ein Abriß kann das hier nicht sein, eine ausführlichere Beschreibung wär zu lang, das liest keiner mehr.
Das ist wieder so ein Medienphänomen das sich verselbstständigt hat und ein Eigenleben führt. 79 taten sich einige in Frankfurt zusammen, besetzten ein Haus an der Uni (Das längst abgerissen ist) und wurden abgeräumt. Dann gabs die Besetzung der Feschenheimer, die gehörte einer Erbengemeinschaft und so blieb die erstmal besetzt. Es tat sich einiges an Aktionen nicht nur in Frankfurt und auf einer Demo in Hannover gab es die Parole, "Bremen, Zürich, Amsterdam, heute ist Hannover dran". Heut versteht das keiner mehr der nicht dabei war. Dazu einige Hintergrundinfos. In Zürich entstand aus einer Forderung für ein Jugendhaus eine Bewegung welche die Stadt mit Putzdemos überzog und der Neuen Züricher Zeitung eine völlig neue Leserschaft verschaffte. In Amsterdam wurde mit Barrikaden und fetten Straßenschlachten eine Häuserräumung verhindert und in Bremen wurden die Bullen vor dem Stadion massiv angegriffen, die ein Bundeswehrgelöbnis bewachten. Ein Radiosender berichtete live wie von einen Fußballspiel und bekam hinterher Ärger. In Berlin wurden Häuser besetzt und im verschlafenen Freiburg führte die Räumung des Dreisamhofs zu tagelangen Straßenschlachten. Aber weit und breit keine Spur vom Schwarzen Block.
Der wurde in Frankfurt erfunden und ich war nicht dabei. Was schreib ich dann? Aus der Zeit kenn ich bis heute noch einige die bei etlichen Aktionen dabei waren, aber keiner hat je behauptet, er wäre beim Schwarzen Block gewesen. Dabei war es eine übersichtliche Szene, immer dieselben Leut und nie mehr als 300. Da kannte man sich vom Sehen her. Find mal heut jemand der beim Schwarzen Block war, soviel lässt sich sagen, wer behauptet er wäre dabei gewesen, der war s nicht! Es gab die Vollautonom, es gab das autonome Plenum im Juz, es gab sogar n Piratensender der sich Radio Isnogud schimpfte und es fanden etliche Aktionen statt, bei denen die Grünen gut beschäftigt waren und nicht zuletzt die Glaser.
Am 1 Mai 80 tauchte der Name erstmals auf, der Haufen bildete einen eigenen Block in der Gewerkschaftsdemo und das kam von den früheren Parteiblöcken der 70iger. Seinerzeit gab s nicht einfach Demos sondern Demoblöcke der einzelnen Vereine die hinterher die Zahlen stolz in ihren Vereinsblättchen verkündeten. Dieser Block verließ die Demo und zog ins Westend, versuchte eine Hausbesetzung, stellte Mülltonnen auf die Gass und verzog sich vor den Bullen wieder zum Römer. Klar gab s unterwegs gut Scherben. In der FAZ stand s dann zu lesen, Terror quer durch die Stadt, Schwarzer Block unterwegs. Danach wurden alle Aktionen bei denen es Scherben gab unter dem Begriff Schwarzer Block eingeordnet. Schon aus Selbstschutz mußte der Begriff relativiert werden, schließlich hatte sich bereits ein ganzer Haufen an Straftaten angesammelt.
Für die Politik waren wir einfach lästig, dauernd diese Pressemeldungen über Hausbesetzung und Scherben, in Frankfurt regierte Wallmann von der CDU und hätte sich gern die Erfolgsmeldung auf die Fahne geschrieben, seit wir regieren, ist Ruhe in der Stadt. Wir störten und wie bekommt man den Haufen zu packen? Als 81 einer bei den Bullen seine Klappe nicht halten konnte, konstruierte die Staatsanwaltschaft daraus die kriminelle Vereinigung Schwarzer Block und vier Leute saßen im Bau. Aktion dagegen oder Unschuldskampagne wie sie die Spontis führen wollten? Es gab einige Auseinandersetzungen und immerhin noch ne größere Demo die naturgemäß nicht ganz ohne Zwischenfälle verlief. Danach brach in der folgenden Auseinandersetzung mit den Antiimps der Haufen auseinander und damit konnte die Staatsanwaltschaft dieser harmlos gewordenen Szene ihre Geiseln zurückgeben. Der Rest der Autonomen rettete sich in die Startbahnbewegung und war da so erfolgreich, das sie sich selbst überflüssig machten. Sie wurden nicht mehr gebraucht, die Jugendlichen aus der Region, von Walldorf bis Rüsselsheim konnten das genausogut.
PS: Bei einer größeren Demo versammelten sich die dunkelgekleideten wieder mal in einen Block und da überregional aufgerufen war, warens mehr als sonst üblich. Allzuviel passierte da zwar nicht ( wenn in der Zeit auf ner Demo 3 Scheiben zu Bruch gingen, sprach man hinterher von ner friedlichen Demo) und hinterher schrieb ein Anarchoblatt völlig unironisch, 1500 im Schwarzen Block. So etwa, die Zahl ist nicht so wichtig. Der Begriff hatte sich verselbstständigt und hatte auf einmal wieder die Bedeutung aus den 70igern als mit Zahlen aus Demoblöcken Propaganda gemacht wurde. |
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14. saul - 2007-05-25 10:32:49 |
Über das Elend linker Politik
Ab und an passiert ja noch was, es gibt gelegentlich ja noch Demos. Schaut man sich diese notfalls als Zaungast an so bekommt man als Politveteran einiges geboten. Demos, unabhängig um was es geht, ziehen stets Prediger an. Die haben mit der Demo selbst nicht unbedingt was zu tun, aber hier sind Linke versammelt, sollt man zumindest annehmen und damit ein Werbeumfeld für ihre Parteiblättchen. Die versuchen sie unters Volk zu bringen und natürlich wollen sie für ihren Verein werben. Komm zu uns, bei uns kannst politisch arbeiten und wir wissen wo s langgeht. Das weiß die Konkurrenz mindestens genausogut, nach eigener Einschätzung sogar besser. Was n Jammer auch, die Zeiten als es viele Jugendliche und Schüler gab, die nach einer politischen Perspektive suchten und beeindruckt über eine geschlossen auftretende Organisation waren, sind lange Geschichte. Sehr erfolgreich sind diese Prediger nicht gerade, deren Zielgruppe scheint schlauer zu sein als sie selbst, zudem sie selbst teils ihre beste Antiwerbung darstellen. Das mußt ja irgendwann so kommen. Jahrelange aufopferungsvolle frustige Politarbeit ohne wirkliche Erfolgsaussicht, sowas hinterlässt irgendwann auch sichtbare Spuren. Schau dir den Dealer eines Trotzkistenblättchens an. Macht Sektierertum alt und unansehnlich? Man könnt s meinen.
Man muß nicht an dem Zeug von Wiedergeburt glauben, es gehört trotzdem zum Allgemeinwissen und dann könnt man sich fragen, was hat der in einen früheren Leben verbrochen und wofür muß er heute mit harter frustiger Agitationsarbeit büßen? Andere die regelmäßig am 1. Mai ihre Stände aufbauen sind auch nicht ansprechender, nicht mal bei Linksruck. Schau dir diese Milchfressen an, manchen erinnern sie an die eigene Jugend. Sinnlos mit denen zu reden, weder hören sie dir zu, noch würden sie was begreifen. Haben sich halt ihre eigene Scheinwelt geschaffen und ihren Lebenssinn gefunden. Gut, das lässt sich von den Zeilpredigern auch sagen, die unbeeindruckt ob jemand zuhört oder die Konsumenten unbeeindruckt weiterziehen, ihren frommen Wortmüll in die gleichgültige Welt rausschreien. Predigen ist unkommunikativ, man hört nicht zu und will auch gar nicht ernsthaft mit wem reden. Selbst kennt man ja die Wahrheit und muß sie den anderen eintrichtern. Und sich keine Gelegenheit entgehen lassen. Versuchst mal mit so ner Linksruckkapp zu reden, dann versucht er gleich dich vollzumüllen. Dann darfst n kostenlosen Vortrag angelesenen Wortmülls erwarten, aber das muß man sich ja nicht antun, zumal dieses Verhalten einen an frühere Zeiten erinnert. Man kennt das schon. Bemerkenswert war auch das Auftreten der Werber auf den Montagsdemos. Fleißig dabei ihr Blatt zu verticken, selbst wenn schon niemand mehr da ist den man agitieren könnte und es im weiteren Verlauf der Aktion so aussah, als könnten sie ihre Flugis gleich an sich selbst verteilen.
Man könnt meinen, sie leiden unter der Zwangsvorstellung ihre politische Haltung irgendwie legitimieren zu müssen. Nur wo und bei wem? Man könnt grad meinen, es gäbe irgendwo eine linke Institution die Zensuren verteilt und bei der regelmäßig Leistungsnachweise abzuliefern sind um als Linker gelten zu dürfen. Wenn ich mich als links bezeichne, dann muß ich irgendwas als Aktion vorweisen, selbst wenn es unsinnig ist? Nun ja, das muß der Gläubige auch. Die Glaubensgemeinschaft verlangt von ihren Gläubigen auch stete Ersatzhandlungen nach deren Sinn und Zweck nicht gefragt wird, dafür wird als Lohn wenigstens das Paradies und 72 Jungfrauen versprochen. Dem Linken wird die klassenlose Gesellschaft versprochen und da scheint bekanntlich die Sonn ohn Unterlass. Wollen wir das denn? Wenn eine Hitzewelle zu lang dauert, dann wünscht man sich irgendwann doch ne Abkühlung.
Es ist das altbekannte Elend linker Politik. In einer nichtrevolutionären Situation ist keine revolutionäre Politik möglich, sie kann nur im Sektierertum enden. Erinnern kann man an die 70iger als etwas zuviel von Revolution geredet wurde und je mehr davon geredet wurde, desto irrealer wurde sie. Jeder redet davon aber keiner hat sie gesehen. Es ist auch das Elend linker Ideologien. Als sie von den 68zigern wiederentdeckt wurden, sah es nach einer hoffnungsvollen Sache aus. Wer dann in den 70igern versuchte damit was zu bewirken oder wenigstens die Welt zu erklären, endete beizeiten im Frust oder im Sektierertum. Manchen blieb immerhin noch der real existierende Sozialismus als Rettungsanker. Als 89 die Insel unterging wurds endgültig Zeit den Anker zu lösen, nicht alle konnten das und so wurden sie zu tragischen Gestalten, über die einfach die Geschichte achtlos hinweggegangen ist. Die zu Stein gewordene Ideologie ist ihnen weggebrochen, die Mauer auf den Kopf gefallen und nun sitzen sie da mit ihrer Ideologie die offenbar die letzte Basis verloren hat. Wenigstens das Internet verschafft ihnen eine neue Möglichkeit zu predigen und ihre Existenz mittels einer Webseite nachzuweisen.
Predigen oder Aktionismus?
Bewegung entsteht immer dann wenn was passiert, wenn einige damit anfangen. Dann kommt der Rest schon. Man kann 100 Bücher gegen AKWs schreiben, erst als der Bauplatz in Whyl besetzt wurde entstand die Anti AKW Bewegung. Das lief auch 80 so, man hatte genug vom Agitieren und die Beteiligten schrieben keine langen Texte gegen Wohnungsnot, sondern besetzten Häuser. Ebenso schrieben sich die Beteiligten wegen der Startbahn nicht die Finger wund, sie bauten die erste Waldhütte und nach und nach kam der Rest. Die Autonomen führten keine lange Diskussion am Zaun, sie machten ein Seil fest und schon war der Zaun offen.
Es lassen sich viele solcher Fälle anführen, sogar den auf den ersten Blick unpolitischen Fall der Writer. Auch das begann nicht etwa mit der Forderung nach legalen Wänden, erstmal nahmen sich die Sprüher die Flächen und erst als sie für einige zum Problem wurden, bekamen sie die legale Wand regelrecht nachgeschmissen.
Oder auch die Montagsdemos, da kannst dich jeden Montag hinstellen, es wird nichtmal zur Kenntnis genommen, dagegen brachte schon die unausgesprochene Drohung beim Agenturschluß, die Leut könnten den Laden stürmen, die Bullen auf Trab.
Sicher wurde hier vorher mobilisiert, es muß ja irgendwie angekündigt werden, aber es wurd nicht monatelang gepredigt. Im Fall der Writer lief es genau umgekehrt. Es wurde weder informiert, noch gepredigt. Die Leut griffen zu Edding und Dose ohne erst Flugis zu verteilen oder irgendwem überzeugen zu wollen. Im Gegenteil, sie forderten niemand auf mitzumachen. Trotzdem entstand daraus eine globale Bewegung.
Hier gibt es trotzdem eine Einschränkung, dazu muß man jung sein. Ist nicht unbedingt was für alte Säcke. Nun sind die Beteiligten selbst älter geworden und die Jugendlichen sind heute nicht mehr wie früher leichte Beute für die Politwerber. Man kann s ihnen schlecht verübeln wenn sie eher auf Konsum und Handy stehen als auf folgenlose Latschdemos. Hat man dagegen was zu bieten, dann kommen sie sogar, wie etwa zur Hanfparade oder zu ner Nachttanzdemo. Nur kommen sie eher als Zaungäste, nicht unbedingt um sich in die Politarbeit zu stürzen und irgendwo haben sie sogar recht.
Die traditionelle Linke setzt genau aufs Gegenteil, nur keine Aktion die möglicherweise die Leute abschreckt. Sie setzt auf die Überzeugungskraft ihrer ewigen Wahrheiten und sie scheinen zu glauben, wenn wir endlich 90 Prozent der Bevölkerung überzeugt haben und sie unsere Zeitung lesen, dann ist die Revolution da. Und so werden ihre Vereine zum Hamsterrad in dem man sich abstrampelt aber keinen Schritt voran kommt. Das haben nicht Wenige auch versucht, sie standen auf der Gass und hielten den Massen ihr Parteiblatt entgegen. Wer noch halbwegs bei Verstand war, mußte irgendwann einsehen, so geht es nicht. Das kannst machen bis du alt und grau bist ohne irgendwas zu bewirken. Das kann man immer noch beobachten, besonders im Unibereich. Da produzierte die MG fast schon eine Tageszeitung und hatte genug Deppen die das Blatt verteilten. Danach folgte Linksruck die auch zunächst unerfahrenes Jungvolk fanden, die sich in die Werbearbeit einspannen ließen. Irgendwann liefen sie dem Verein davon, der Frust über diese sinnlose Tätigkeit übersteigt irgendwann doch die Überzeugungskraft der Vordenker.
Selbst an der Uni scheint sich was verändert zu haben. Zur Demo kamen sie und Livegruppe gehört heut zur Demo. Die hört man sich noch an und dann gehen sie. Die Parteiwerber hatten hier genausoviel Erfolg wie die Agitatoren in vergangenen Zeiten vorm Werktor.
Trotzdem, wir geben nicht auf. Wir haben unsere Webseite, wir produzieren weiter unsere Zeitung und wir suchen Mitkämpfer. Jung und unerfahren aber voll jugendlichen Idealismus, die wollen wir. Die Politveteranen stören nur, was soll man mit denen? Die stellen ja unsere Dogmen in Frage und pissen unsere Heiligen an. Haben wir erstmal einige Junge erwischt, dann dürfen sie mitpredigen und ihre Freunde mit Parteiwerbung versorgen, bis sie keine mehr haben. So kann man auch kontraproduktiv wirken und wer durch diese Mühle durch ist, hat meist auf Jahre von jeder Politik die Nase gestrichen voll.
PS; Über Aussteiger.
Sekten mögen keine Aussteiger. Nicht in erster Linie weil sie als Verräter und Deserteure gelten, klar, das auch. Wenn sie einfach nur den Verein verlassen und die Klappe halten geht s ja noch. Gefährlich für die Sekte werden sie, wenn sie sich zu Wort melden. Schon deswegen, weil sie über Insiderwissen verfügen, das dem Verein peinlich ist. Das müssen nichtmal brandheiße Infos über finstere Machenschaften sein. Es reicht schon wenn Außenstehende erfahren, was die Sekte gerne verschweigt, sie will ja nach außen ein geschlossenes und erfolgreiches Bild bieten. Wie es intern zugeht, der Frust, die Erfolglosigkeit, wiewenig von ihren Blättern verkauft werden, oder wie intern mit den Mitgliedern umgegangen wird, wenn sie nicht die Erwartungen erfüllen, sowas bekommst in ihren Propagandazeitungen bzw. Onlineseiten nicht zu lesen. Oder wiewenig wirklich hinter dem scheinbar beeindruckenden Auftritt in der Öffentlichkeit steckt, wie dünn die Basis für die großen Parolen wirklich ist. Das sollen die Neuanzuwerbenden besser nicht erfahren, sie könnten ja dann auf die Idee kommen, wie bei der Werbung, viel Verpackung und wenig drin. |
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13. saul - 2007-05-25 10:31:49 |
Montagsdemos
Woran scheiterten die Montagsdemos? Nein, der Mlpd kann ich nicht die Schuld geben. Die waren nur ein Verein unter vielen und die anderen haben genauso mitgemacht. Von Anfang an, waren sie dabei, nicht weil es ihnen um Hartz ging, die Demo war nur ein Rekrutierungsfeld um ihr Papier unters Volk zu bringen. Vor allem das übliche Versteckspiel machte mißtrauisch. Man wußte nie, wer ist von welchen Verein under cover, wie das bei der Linken so üblich ist. Schon das machte es vielen schwer mitzumachen, man wußte nie von wem man benutzt wird und die Betroffenen merkten instinktiv, s taugt nix und blieben weg. Die einzig sinnvolle Aktion war der Agenturschluß, fast hätt mer das Amt gestürmt und der Presseauftrieb zeigte, sowas hat Marktwert. Na ja, war auch u.a. von der FAU organisiert. Danach wurden es immer weniger und die Montagsdemo wurd zur Mahnwache. Die Kleingruppen verzogen sich nachdem sie das Feld abgegrast hatten und die Mlpd erbte gewissermaßen die Demo und machte sie zur Sektiererveranstaltung. Nun konnten sie auch die Themen und Parolen setzen, nur die Betroffenen suchten nach eigenen Lösungen. Hatten kapiert, das Geld für die Bahn um herzukommen, lohnt nicht. Hier wird sich für sie nichts ändern und helfen kann ihnen hier eh niemand. Je kleiner die Demo wurde, desto mehr Aktionismus. Da wurden ständig am Micro zu irgendwelchen Aktionen aufgerufen, Leut für diese und jene Vorbereitung gesucht und dazu stand im krassen Gegensatz der kleine Haufen der nur noch die Scater an der Hauptwache störte. Jedenfalls ein Lehrstück, wie man eine Bewegung, die hoffnungsvoll begonnen hat, zur Lachnummer versauen kann.
Die nachfolgenden Texte beziehen sich auf die Montagsdemo Frankfurt.
Grad wieder Montagsdemo und was war? na etwas mehr schon, so 1000-1200 können s gewesen sein. Sonst die Leut die man schon kennt. Spartakistverticker, Linksruckmilchfressen und weitere Prediger in der Konsumwüste. Die übliche Selbstagitation und die mit ihren Privathobbys. Für die 35Sekundenwoche, das kreativste selbstgebastelte Plakat. Daran erkennt man unorganisierte Demonstranten. Die Berufsdemonstranten sind besser ausgerüstet, mit Transpi und Stand wie MLPD, aber deswegen nicht erfolgreicher. 13.9.04
..... das die Politprofis nur ihre Patentlösungen verticken wollen und keine weitergehende Handlungsmöglichkeiten bieten? Oder daran, das die Betroffenen eh nicht an nen Erfolg der Proteste glauben, sich wegducken und nach eigenen Lösungen suchen?
Wenn das so weitergeht, seh ich schwarz. 21.9.04
...und was hat s bisher gebracht? Jedenfalls nicht das was man sich erhofft hat. Mir hat s einige Bilder gebracht die sich immerhin auf Indy reinsetzen ließen. Zwar keine besonderen Bilder, is ja nix groß passiert dafür kannst dem Parteiknipsern ein anderes Demobild entgegensetzen. Deren Agitbilder kennt man, hier unsere Transpis und schau mal wie aktiv unsere Leut dabei sind. Wobei? Am Papier verteilen, am Zeitungsverticken und Nachwuchs rekrutieren? Um Hartz geht es diesen Predigern in der Konsumwüste kaum. Fühlen sich halt wohl in ihrer Scheinwelt und man sieht einige, die schon länger dabei sind und offenbar den Ausgang nicht gefunden haben. MLPD mit fetten Transpi und gutausgerüstet mit allem was man zur Parteiwerbung so braucht. Parteisektenkunde live und in Farbe. Vom Alter und Aussehen sind einige ihre beste Antiwerbung. Der Spartakistverticker hat auch schon bessere Zeiten gesehen, aber eifrig und unerschütterlich hält er sein Käsblatt hoch in dem die Wahrheit steht, die nur noch den Massen verkündet werden muß. Soll man s bewundern oder über soviel unverbesserliche Dummheit zur Tagesordnung übergehen? Noch so ne Trotzkistenschnecke die auch schonmal besser ausgesehen haben muß. Macht Sektierertum alt und unansehnlich? Frag ja nur. Linksruckmilchfressen fleißig bei der Propaganda. So hab ich wohl auch mal ausgesehen, da waren die noch nicht auf der Welt. Sinnlos s denen zu sagen, sie kapieren nix, weil sie nix kapieren wollen. 25.9.04
Wozu in die Kälte raus? Bleib in der Bude, schmeiß die Heizung an und
hau n fiktiven Bericht rein, die Parolen und Transpis kennst doch eh
schon auswendig. Warum es sich doch lohnt? Es gibt immer noch
Überraschungen. Wir machen Berlin Konkurrenz, heut gab s echt zwei
Kundgebungen. Vor der Katharinenkirche demonstriert ein kleines Häufchen gegen den Irakkrieg und dem bösen Treiben der Amis in Falludscha. Haben zwar Peacefahnen dabei, dafür kannst sie an den Fingern abzählen. Auf der Hauptwache zeitgleich die Montagsdemo und hier frohren 80 sich den Arsch ab. Auf der Abschlußkundgebung wurd der Demo noch ein antiimperialistischer Drive gegeben und der "Widerstand des irakischen Volkes" in einer Art gewürdigt, die als Leitartikel in der Roten Fahne oder der Jungen Welt ganz sicher den Arafatpreis bekommen sollte. Ach den gibt s nicht? Dann wird s aber Zeit. So kann man halt versuchen, aus ner Antihartzdemo eine Antiimpdemo zu machen, ob uns das weiterbringt? 15.11.04
Heute versammelten sich wieder 100 - 130 Unentwegte zur 17. Montagsdemo
in Folge. Dürfen wir auf diese Hartnäckigkeit stolz sein oder kommst dir
nicht langsam etwas blöd vor. 6.12.04
Ca 80 Bekloppte, mich eingeschlossen hatten wieder den Weg zur Hauptwache gefunden um zu frieren. Diesmal sogar n MLPD Schild dabei, sonst halten die sich eher bedeckt. Macht eben keinen guten Eindruck allzusehr die Demo zu dominieren auch wenn es die MLPDler sind die in erster Linie das hier organisieren. Deswegen finden sich auch auf deren Seite die ausführlichsten Meldungen. Dagegen weiß ich oft nicht so recht was ich dazu noch schreiben soll.
PS; Mittlerweile gab s auf Indy Prügel, meine Meldungen über die Demo sind nicht kämpferisch und mobilisierend genug wie es scheint. Und Ironie wird auch nicht von allen verstanden. Das mußt ja kommen, das Gespenst von Agit/Prop aus der Vergangenheit kommt aus dem Loch gekrochen. Klar, die Rote Fahne der MLPD oder auch die Rote Fahne aus alten ML Zeiten würde sowas nie drucken. So schreibet man nicht über Aktionen, zu negativ, das mobilisiert nicht. Also etwas nachhelfen und sich nicht weiter von frustigen Fakten beirren lassen? Das war die Politik der Politsekten seit ich sie kenne und wie weit sie damit gekommen sind ist bekannt. 24.1.05
Wieder Hauptwachentreff der letzten Aufrechten? So 40 wieder, da verändert sich auch nicht mehr viel. Nur wärmer wird s und die Skater sind wieder da. Blöken dazwischen und ich kann s mir denken. Diese Looser, was suchen die hier? Uns steht doch die Welt offen. So ändern sich die Verhältnisse, wer demonstriert kommt sich langsam wie n Auslaufmodell vor. 14.3.05
Mein Abschied von der Montagsdemo. Irgendwann reicht es doch und langsam mach ich mich mit meinen Meldungen auf Indy selbst lächerlich. Es gibt ja eigentlich nichts mehr groß zu berichten. Ich bin auf der Montagsdemo nicht sehr beliebt, is mir klar. Oder sollt ich eher von Montagsmahnwache reden? Der Name passt mittlerweile besser. Nur was erwartest? Mitreißende Berichte? Geb s ja zu, irgendwann mach ich mich mit meinen Berichten über ne Aktion, über die es eigentlich nichts zu berichten gibt selbst lächerlich. Nicht jeder erträgt die Wahrheit, die ist in diesen Fall ja auch recht deprimierend. Mit der wöchentlichen Aktion erreichen wir mittlerweile genausoviel wie die Zeilprediger. 6.8.05 |
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12. saul - 2007-05-25 10:31:03 |
Guten Tag, hier ist die Selbsthilfgruppe der anonymen shtmler und dies ist die Gruppe für die autonome und undogmatische Linke, oder besser, für diejenigen, die es sich einbilden. Bei uns finden sie Hilfe. Sie glauben, sie brauchen keine Hilfe sondern nur einen andere Welt? Nun für Parallelwelten sind wir nicht zuständig und leiten sie gern an die Arbeitsgruppe, physikalisches Basiswissen für den Anhalter, weiter. Du meinst, du brauchst doch keine Hilfe, du hast die Welt zu retten? Genau für solche Fälle haben wir diese Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen.
Meinst du es ist deine Aufgabe die Welt zu retten? Wann hat das angefangen und haben wir solche Anfälle häufig? Na auf dich haben wir grad noch gewartet. Wir schlagen vor du fragst erstmal die Welt ob sie gerettet werden will und wenn, warum ausgerechnet von dir und ob du dir da nicht zuviel vorgenommen hast. Oder glaubst du, du bist Atlas?
Hältst du dich für undogmatisch? Na das sollten wir uns mal genauer ansehen und dann stellen wir schnell fest, es gibt da ne Menge Schrott, den du einfach so unhinterfragt glaubst, weil es (glaubst du) alle tun. Sind Frauen die besseren Menschen und Männer grundsätzlich böse und sexistisch? Na bitte, haben wirs doch gewußt. Seit wann haben wir das? Haben wir zu oft Interim gelesen? Meinst du auch, jeder Mann ist ein potentieller Vergewaltiger? Dann weisen sie sich konsequenterweise freiwillig in den geschlossenen Vollzug ein, gehen sie nicht über Verteidigung, ziehen sie keine elektronische Fußfessel ein.
Passt deine Sammlung feministischer Literatur noch ins Regal oder stapelt sich das Zeug bereits im Flur? In dem Fall hilft Bewegungstherapie, schleppen sie mal den Papiermüll in den Hinterhof, da steht sicher eine grüne Tonne.
Glaubst du das Migranten oder pc ausgedrückt Migrant/innen die besseren Menschen sind und über jede Kritik stehen? Dann glaubst sicher auch das Märchen vom edlen Wilden und meinst, allen Migranten helfen zu müssen? Tia, wo waren wir als der Kalif von Köln von diesen finster rassistischen deutschen Behörden ausgewiesen wurde? Dich hab ich auf der Solidemo nicht gesehen, gab s überhaupt eine?
Begeisterst du dich für fremde Kulturen und hältst du diese für schützenswert? Tatsächlich? Na dich hab ich auf der Kopftuchdemo in nach Geschlechter getrennten Blöcken echt vermisst. Sollten wir nicht solidarisch das Recht unser ausländischen Mitbürger auf Schleyer, Kopftuch und Ehrenmorde gegen diese anmaßende deutsche Leitkultur verteidigen?
Hast du Probleme mit der Sprache? Hältst du die Sprache grundsätzlich für sexistisch und meinst sie müsse grundlegend reformiert werden? Kannst du das BinnenI aussprechen, wird es überhaupt ausgesprochen und wenn ja, wie? Na bitte, an dem Problem müssen wir noch arbeiten. Gibt es dir gelegentlich zu denken, das sich außerhalb deiner kleinen Szene niemand um solche Fragen ernsthaft Gedanken macht? Dann sind wir schon auf den richtigen Weg. Nein? Keine Zweifel und Bedenken? Nun dann haben wir es mit einer schweren Sprachstörung zu tun und fangen erstmal mit einer einfachen Sprachübung an. Sprachverirrungen kann man beheben!!! Das schreiben wir jetzt 300mal und anschließend melden sie sich bei der offenen Therapiegruppe, Sexismus für Anfänger und Fortgeschrittene.
Leidest du unter Zwangshandlungen wenn du Werbeplakate mit Frauen siehst? Hast du das dringende Bedürfnis sie verunstalten zu müssen? Hast du sowas schon erfolgreich durchgeführt? Fein. Hat dir der der Zentralverband fundamentalistischer und strenggläubiger Islamisten die Ehrenmitgliedschaft angeboten? Nicht? Na welch ein Undank. Wurdest du als Frau mit den Hinweis abgelehnt, so läuft nur ne Nutte rum? Was n Jammer, da schmierst auf Werbeplakate und s wird dir nichtmal gedankt. Wir verschreiben ihnen mal einen Kuraufenthalt in Kabul, damit sie sehen was Sexismus ist.
Hast du ein schlechtes Gewissen beim Anblick sexistischer Bilder? Fürchtest du jemand aus der Szene könnte deine Festplatte scannen und rausfinden was für sexistische Seiten du besucht hast? Fürchtest du den Ausschluß aus allen Zusammenhängen? Ernsthaft? Fehlt es an Zapfstationen in Kreuzberg? Hast du keine Freunde? Ach so, du hast außerhalb des Interimlesekreises keine Freunde? Dann hast du echt keine Freunde und solltest dir mal wirkliche Freunde suchen |
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11. saul - 2007-05-25 10:30:14 |
Selbsthilfe für Linke
Guten Tag, wir sind die Selbsthilfegruppe der anonymen htMLer und bieten allen unsere Hilfe an, die Hilfe benötigen. Möglicherweise gehören sie auch dazu ohne es zu wissen. Wenn sie überzeugt sind, uns nicht zu brauchen, das sind oft diejenigen, die Hilfe am nötigsten haben.
Sind sie ein MLer? Haben sie möglicherweise zuviel MEW gelesen? Wissen sie wofür MEW steht, ja? Dann sind sie bei uns richtig. Sind ihnen Akronyme wie KPD/ML, KBW, KABD, KPD, GIM, DKP, MG vertraut? Wenn ja dann muß das noch nichts bedeuten, möglicherweise sind sich schon lange trocken. Falls sie aber unter der Zwangsvorstellung leiden, die Weisheiten der mittlerweile in Rente gegangenen oder verstorbenen Parteigrößen heute unbedingt der Internetöffentlichkeit vorstellen zu müssen, dann sollten wir mal einen Termin vereinbaren.
Lagert bei ihnen noch altes Schriftgut das nur darauf wartet auf einer Webseite der Öffentlichkeit vorgestellt zu werden und das aufgrund der Wahrheit und Klarheit des Inhaltes, seine revolutionäre Wirkung von selbst entfalten wird? Dann sollten sie erstmal ihren Keller ausmisten, dann reden wir mal drüber.
Meinen sie heute noch, die Sowjetunion war unter Stalin noch ein sozialistisches Land und wurde erst unter seinen Nachfolger zur sozialimperialistischen Macht? Könnt sein das wir dann nicht viel für sie tun können, aber falls sie die großen Parteiführer und Vordenker wie Aust und Dickhut nicht mehr live erlebt haben und heute solche Wahnvorstellungen haben, dann sollten wir uns mal über ihr Geschichtsbild unterhalten. Wie gesagt, wir anonyme htMLer können nur denen helfen, die sich helfen lassen, das ist in jeder offenen Therapiegruppe so.
Meinen sie der Kommunismus ist als Idee perfekt und scheiterte nur, weil die Parteien im Osten von der reinen Lehre abwichen? Dann sollten sie mal ihre Büchersammlung ausmisten und anschließend mit uns einen Termin vereinbaren. Dann reden wir mal über die Geschichte der Religionen in der wir die gleichen Vorstellungen vom Verrat an der reinen Lehre finden. Wer vom Stalinterror nicht reden will, soll vom Naziterror schweigen. Bekommen sie bei dieser Aussage einen Wutanfall? Dann setzen sie sich erstmal hin, beruhigen sie sich, fahren sie das Denkprogramm in ihren Schädel hoch und schreiben sie anschließend 300mal, der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann.
Geschichtsrevisionismus (Holocaustleugnung) ist nach deutschen Recht strafbar, das Abstreiten, Rechtfertigen oder Verharmlosen des stalinistischen Terrors steht dagegen nicht unter Strafe. Die Frage ist, worin unterscheidet sich linker Geschichtsrevisionismus von dem der Neonazis? Halten sie so eine Frage für antikommunistische Hetze übelster Sorte, die mit Sibirien, Lager und Umerziehung nicht unter 20 Jahren bestraft werden sollte? Dann bedauern wir, das sie in der falschen Zeit leben, in der SU unter Stalin hätte ihrer glänzenden Karriere nichts im Wege gestanden.
War Albanien für sie früher das sozialistische Leuchtfeuer in Europa? Wenn ja, wie haben sie den Zusammenbruch des Systems dort verkraftet? Mit einen Nervenzusammenbruch und Suizidgedanken? Was hat sie letztlich davon abgehalten Harakiri zu begehen? Der irrsinnig hohe Preis einer handgeschmiedeten Katana?
Wie haben sie als DKP Mitglied das Jahr 89 überstanden? Waren sie der Ansicht, diese Konterrevolution ist nur noch mit hochprozentiger Betäubung auszuhalten? Dann gratulieren wir ihnen zu ihrer hervorragend arbeitenden Leber.
Sind sie immer noch in der DKP? Dann wäre unsere Hilfe wohl eher Zeitverschwendung und es wäre einfacher auf ihre Todesanzeige in der UZ zu warten.
Der Kommunismus wird siegen, weil er wahr ist. Halten sie diese Aussage für politisch oder für ein religiöses Glaubensbekenntnis? Meinen sie, diese Aussage ist politisch, dann hätten sie sich ihren Kirchenaustritt seinerzeit sparen können.
Meinen sie die Arbeiterklasse ist historisch dazu ausersehen die Macht zu übernehmen und braucht dazu die revolutionäre Partei mit der richtigen Linie, die den wahren Sozialismus vertritt? Nun ja, der Verkauf der Parteizeitung vorm Werktor zu einer inhuman frühen Zeit war offenbar ein Härtetest, den nicht jeder bei geistiger Gesundheit überstanden hat. Bei manchen zeigen sich heute noch Spätfolgen. |
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