Eintrag hinzufügen  

30. saul - 2007-05-25 11:34:44
ÜberArbeitET

Ist Arbeit umsonst? Nun Lohnarbeit wird ja wenigstens bezahlt, der Name sagt es. Hier geht es nicht um die altbekannten marxistischen Theorien, hier geht es um die Frage, wozu haben die Leute gearbeitet, was passiert mit dem Ergebnis ihrer Arbeit und ob es einen Sinn hatte.
Zunächst hat Arbeit für die Mehrheit einen Sinn. Klar, Geld zu verdienen. Doch wofür? Irgendwas wurde ja produziert und die Beschäftigten haben sich ja den Arsch für abgearbeitet.
So wurden beispielsweise Häuser gebaut und da steckt ja einiges an Arbeit drin. Genau hier haben wir bereits die Frage, was draus wurde und wie mit der Arbeit anderer umgegangen wird. Häuser werden gebaut um drin zu wohnen oder zu arbeiten. Schaut man sich beispielsweise in Frankfurt an, wie hier die Häuser abgerissen werden, da sieht man wie achtlos mit der Arbeit anderer umgegangen wird. Nun kann man sagen, die sind ja dafür mal bezahlt worden und haben, falls noch nicht weggestorben, ohnehin nichts mehr damit zu tun. Das ist sicher richtig, nur haben sie mal dafür gearbeitet und nun wird das Ergebnis ihrer Arbeit nicht mehr gebraucht. Das Grundstück wird gebraucht, für ein neues Hochhaus etwa oder ein stadtbildverunstaltendes Bürohaus, das Profit bringen soll. Deutlich wird das in eine Cartoon. Arbeiter beim Hausabriss. Früher haben sie noch richtig dicke Wände gebaut, bekommst heut nicht mehr.
Früher war bekanntlich alles besser. Schon wer diesen Satz schreibt, weiß das er Unsinn ist. Früher war einiges anders, nicht zwangsläufig besser. Dafür war früher die Arbeit mehr wert, zumindest vom Ergebnis her, die Bezahlung ließ zu wünschen übrig. So locker wie heute wurde früher nicht abgerissen, die Gebäude hatten länger Bestand. Sicher wurde auch früher Platz geschaffen, wurden ganze Straßenzüge abgeräumt, nur hatte es nicht das heutige Ausmaß.
Die letzte Abrisswelle fand in der ex DDR statt. Hier wurden ganze Fabriken abgeräumt um Gewerbeplatz für die Investoren zu schaffen. Nur, diese kamen nicht, der zu erwartende Profit war ihnen zu niedrig.
Soweit zum Thema Architektur, nun zu einen weiteren Gebiet. Das der Technik. Hier ist zwischen Produktions und Gebrauchstechnik zu unterscheiden. Die Technik die zur Produktion gebraucht wird, hat irgendwann ausgedient. Entweder weil sie abgenutzt ist oder weil veraltet. Das lässt sich an der Schreibmaschine deutlich sehen. Heute landen Schreibmaschinen auf dem Sperrmüll, sie werden nicht mehr gebraucht. Längst hat der Rechner ihre Funktion übernommen. Wie viel Arbeit steckt in der Massenproduktion dieser Geräte? Und nun findet man sie auf der Straße. Das hat etwas gedauert, nun geht es schneller. Denn auch Rechner, Drucker und eben die ganze Elektronik landet heute schnell ausgedient auf dem Schrott. Hier ist die Technik sehr schnell veraltet.
Bei der Schreibmaschine wie beim Rechner verschwimmen die Unterschiede zwischen Produktionstechnik und Konsum. Diese Doppelfunktion haben aber auch Kameras, diese sind dafür aufgrund der massenhaften Verbreitung eher zu den Konsumgütern zu rechnen. Gerade hier hat es einige Veränderungen gegeben, schon vor der digitalen Revolution. Trotzdem war Kameratechnik schon deswegen kein Wegwerfprodukt, weil sie wegen der Filmtechnik immer noch gebrauchsfähig war. Das ist sie zwar heute noch, doch es ist absehbar, das es in nicht allzu ferner Zukunft keine Filme mehr geben wird.
Bis dahin hatte sie Kameraindustrie einiges zu tun um die Zwischenzeit zu überbrücken und den Kunden Wegwerfprodukte zu verkaufen. Plastikkameras waren von vorneherein als Wegwerfprodukt bestimmt und als das durch war, kam APS dessen Vorteile zwar nicht zu erkennen waren, dafür hämmerte es die Werbung den Leuten ein und es fanden sich Käufer.
Nachdem sich nun die digitale Bildtechnik durchgesetzt hat, dürften die Plastikgeräte den Weg in Richtung Müll gefunden haben. Technik die keiner mehr braucht, keiner mehr benutzt. Dafür wurde zwar Material, Energie und vor allem Arbeit verfeuert, aber wen interessiert das noch? Die Beschäftigten? Die wurden bezahlt und machen sich besser keine Gedanken, für was sie ihre Zeit in Fabriken oder sonstwo abgesessen haben. Führt zu nichts, darüber nachzudenken.
Oder doch? Was bleibt eigentlich von der Arbeit die eine Unzahl von Menschen irgendwo reinsteckt? In staubigen Fabrikhallen statt bei Sonne auf der Wiese zu liegen. Klingt etwas seltsam sich diese Frage in einer Zeit zu stellen, in der alles nach Arbeit schreit. Arbeit, Arbeit, hauptsache Arbeit.
Das führt zur Frage der Konsum und Wegwerfgesellschaft. Hier hat die technische Entwicklung einiges verändert, besonders den Umgang mit dem Produkt. Schnell produziert, schnell benutzt und schnell im Müll entsorgt. Das war mal anders und so lange ist das noch nicht her. Recycling war noch kein Thema für die Politik, weil Selbstverständlichkeit. Weggeworfen wurde wenig, Altpapier wurde immer gebraucht und zu irgendwas war das Meiste noch zu gebrauchen. Die Waren waren eben noch nicht so billig und daher länger in Gebrauch. Dies ist nicht als Lob auf die angeblich gute alte Zeit miß zu verstehen. Niemand wird was dagegen haben, das Gebrauchsgüter billig zu haben sind, die früher nur wenigen zur Verfügung standen. Dagegen ist ja erstmal nichts einzuwenden. Hatte noch vor einigen Jahren allenfalls die NASA digitale Fototechnik, so ist sie heute für alle da und dagegen wird kaum jemand meckern wollen.
Um was es geht? Nun wer durch die Stadt geht und sich die Sperrmüllhaufen anschaut, der sieht worum es geht. Wegwerftechnik überall. da liegt sie rum, nicht mehr zu gebrauchen. All das wofür die Leute geschafft haben, um sich genau diese Fernseher, Radios und Kühlschränke leisten zu können, die nun auf der Straße auf die Entsorgung warten. Nicht zu vergessen, der Elektronikschrott. Gestern noch modernste Technik, heute Sperrmüll.

29. saul - 2007-05-25 11:33:30
Politisiert.

Hinterher ist man bekanntlich immer klüger. Dazu mußte man erst seine eigenen Dummheiten machen, danach wußte man es besser.
Rückblickend gesehen ist die Zeit am schwierigsten, wenn man vor dem Übergang steht. Ob Schule zuende oder endlich selbstständig, die Übergangszeit ist genau die Phase wo man einerseits offen nach neuen Möglichkeiten sucht, sich nach neuen Zusammenhängen oder Freuden umsieht und da und dort reinschnuppert. Genau dann kommen von überall die Angebote. Da ne Parteizeitung, dort n Flugblatt und hier ne Gruppe. Man will nicht allein dastehen und irgendwo dazugehören und genau da ist man noch offen für solche gutgemeinten Angebote. Da scheint es was zu geben, was dem Leben einen Sinn gibt. Da sind Menschen, die das Gleiche wollen. Na scheint so. Wer noch zuwenig eigene Erfahrung hat, ist noch offen und erst später steht man solchen Angeboten mißtrauisch gegenüber.
Diese Phase muß wohl jeder mal durchmachen und wo man da überall landen kann? Plötzlich findest dich als Flugblattverteiler einer unwichtigen Randgruppe wieder und glaubst, an der Vorbereitung der Revo beteiligt zu sein. Oder pfeifst dir unlesbares Zeug rein, weil das grad angesagt zu sein scheint ohne zu merken, das es nur ne Minderheit überhaupt interessiert.
Nach einiger Zeit legt sich das zum Glück wieder und die Beteiligten verlassen das sinkende Schiff. So darf man sich eben nicht wundern, wenn dir an der Uni auf einmal junge Zeitungsverteiler der MG gegenüberstanden und sicher nicht begriffen, was sie da taten. Ebensowenig über die Linksruckkinder die eifrig agitierten und wenn ich denen gesagt hätte, so hab ich auch mal dagestanden, da warst noch nicht auf der Welt, hätten die was verstanden?
Bei anderen linken Gruppen scheint der Unterschied auch nicht so gravierend zu sein, selbst wenn deren Politik weniger nach Dogmatik riecht. Auch da siehst erstmal junges Volk, die hast aber auch schon vor zehn Jahren gesehen. Natürlich nicht diese, das ist nur die nächste Generation. Hier findet ein regelmäßiger Generationenwechsel statt, irgendwann ist die Demophase abgehakt, es gibt anderes zu tun. Arbeit suchen und Geld verdienen möglicherweise. Das ist auch der Grund, warum Mißtrauen angebracht ist, vor allem wenn sich die Parolen zu radikal anhören und sich die Aufrufe zu zweifelsfrei anhören. Hast doch alles bereits gehört. Wo werden die in zehn Jahren landen und was erzählen sie dir dann? Ist man jung und an irgendeiner Geschichte beteiligt, dann neigt man dazu alles recht ernst zunehmen. Hinterher merkt man, es war wohl nicht so gemeint und war ohnehin nie so ausführbar. Erinnern kann man an die gestrengen Ökoregeln und dem Biokult. Da die Beteiligten meist notorisch wenig Geld hatten, versorgten sie sich doch bei Aldi. Diese Zeiten waren voll von solchen widersprüchlichen Verhaltensweisen weil es eben kein richtiges Leben im falschen Verhältinissen geben kann und weil niemand total gegen die Außenwelt leben kann. Vorwerfen kann man ihnen aber, das sie zumindest diese Illusion erzeugten. An diesen Punkt hast gelernt mißtrauisch zu sein und ihnen nicht vorbehaltlos alles abzukaufen. Selbst da wo es sich zunächst recht gut anhört, sollt man wachsam bleiben.
Hier lässt sich das Politzeug mit den wechselnden Jugendkulturen vergleichen, die auch irgendwann wie ein Spuk verschwinden und übrig bleiben ein paar verwitterte unverständliche Parolen an der Wand.
Von den Frauendemos am Frauentag ist nicht mehr viel zu sehen, die Sprachverunstaltung hat selbst die Taz aufgegeben und die letzten dieser Spinner haben sich wie es scheint ins Internet geflüchtet.
Das Zubehör, ob Latzhose oder Palituch ist längst in der Tonne gelandet und allenfalls auf alten Photos sehen sich die älter gewordenen Beteiligten nochmal und meist ist es eher peinlich. Echt, wie hab ich damals ausgesehen, so wollt ich heut nicht mehr rumlaufen.
Zurückblicken kann man auf Vietnam, die Blauen Bände die damals studiert wurden und die Zeitgenossen, die dir damit die Welt erklärten. Einer davon ist heute Chefredakteur beim Handelsblatt. Danach predigten dir andere, nur in der Landkommune liegt das Heil, für andere lag es im Indiengurutrip oder im Alternativbetrieb. Wieder andere schißen dir mit Männerhassparolen das Hirn zu oder suchten sich ihre Projektionsfelder in der dritten Welt. Nicht zu vergessen, der Insiderwitz von den Ökokonsumverweigerern die dann in der Werbeagentur landeten, wo sie für Konsumsteigerung trommeln. Die Liste ist keineswegs vollständig.
Blickt man auf zwanzig oder dreißig Jahren zurück, lässt sich eine ganze Sammlung von Moden und auch Politmoden ausmachen und deren Wechsel. Irgendwann ist das abgehakt und übrig bleiben einige Zurückgebliebene, die nicht gemerkt haben, wann das Spiel zuende ist. Die haben dafür im Netz ihre Spielwiese gefunden und auf deren Seiten scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Sie selbst sind ja ebenfalls in der Zeit stehengeblieben und leben in der Vergangenheit. Nur selbst sind sie älter geworden und wenn man so einen Sektenblattdealer bei einer Studentendemo sieht, dann hast so ne tragische Figur vor dir. Da hat einer den Ausgang nicht gefunden und das alles etwas zu ernst genommen.

28. saul - 2007-05-25 11:30:22
Alternativpresse am Ende?

Die Pressevielfalt der ML Parteien der 70iger reichte von der Parteizeitung über Monatsmagazine, Faltblätter, Fachpresse, Flugblätter bis hin zur Fabrikzeitung. Viel Arbeit das zu produzieren und zu verteilen. Was hat s bewirkt? Scheinbar spurlos verschwunden und die Zeitungsnamen kennt außer dem Insider heute niemand mehr. Diese Produkte enthielten wenig Information, meist waren sie eher Ideologie und Propagandafabriken. Daneben gab es zwar auch noch die sogenannte undogmatische Presse, die sich zwar inhaltlich, jedoch von Auflage und Verbreitung nicht mit der ML Presse messen konnte. Dazu kam der von der DDR finanzierte Propagandaapparat der DKP, da konnte keine Kleinpresse mithalten.
Gegenpresse oder die sogenannte Undergroundpresse erschien großteils in Berlin, Linkeck, 883 oder Berliner Anzünder waren einige davon. Im Nachhinein bleibt vom Mythos der undogmatischen Presse nicht soviel übrig, in vielen Punkten vertrat diese Presse den allgemeinen linken Mainstream und hier unterschieden sich die Undogmatischen oft wenig von ihren Gegnern, den ML Parteien. Dafür unterschieden sie sich im Erscheinungsbild vom Bleisatzlayout der ML Presse und die MLer bedachten sie abfällig mit der Wertschätzung, die sehen aus wie schlecht gemachte Schülerzeitungen.
Eine ebenso große Vielfalt an Gegenpresse entstand anschließend in den 80igern, nachdem die K Gruppen verschwanden. Auch davon ist nicht mehr viel übrig geblieben, allenfalls die TAZ, wenn man die noch so bezeichnen wollte. Die Alternativpresse wollte es besser machen, mehr Basisberichte und weniger Ideologie. Nur geriet auch diese Presse schnell in die Ideologiefalle und dann wurde Körnerfressen statt Klassenkampf gepredigt. Oder zuviel Kriminalisierungszeug und Repression, was in der Masse auch irgendwann Überdruß auslöste. Gekennzeichnet von Wiederholung, Langeweile und nur selten mal ein brauchbarer Denkansatz bestand ihre Existenzberechtigung ebenso wie in der ML Presse, in dem Glauben, mit Worten die Welt verändern zu können. Das es nur darauf ankommt, wer die besseren Argumente hat und das nur die Wahrheit verbreitet werden muß. Oft bestand die Motivation solche Blätter zu lesen, darin dazuzugehören. Man fühlte sich einer Sache oder Bewegung zugehörig und die entsprechende Zeitung hatte die Funktion, das man sah, was grad innerhalb dieses Zusammenhanges von Interesse war, was diskutiert wurde oder was grad an Themen diesen Mikrokosmos beschäftigte. Als sich diese Zusammenhänge auflösten, verschwand auch der Zweck. Und was ist draus geworden? Viel sieht man nicht mehr davon. Eines der letzten Blätter die noch an der Uni zu haben waren, ist der AK. Wenig gelesen fragt man sich, warum gibt s den noch auf Papier, die haben doch mittlerweile eine Webseite. Da ist aber nur ein Teil zu lesen. Wäre einfacher die Zeitung gleich vollständig online zu veröffentlichen. Tatsächlich scheint nur das Internet etliche Zeitungen noch am Leben zu erhalten.
Der Grund liegt auf der Hand. Entstanden als Alternative zu den vorherrschenden Parteiblättern gab es eine Vielzahl an sogenannter Untergrundpresse, später Alternativpresse genannt, die in den 80igern noch mal einen Höhepunkt erreichte. Mit dem Ende der Bewegungen der 80iger verschwand auch nach und nach deren Presse. Die Beteiligten wurden älter, man konnt das Zeug irgendwann selbst nicht mehr sehen. Stets das gleiche Gejammer über die böse Welt und stets die gleichen Themen, gewohnheitsmäßig in einen unansehnlichen Ley Out hingeschmiert oder pseudoprofessionell ordentlich und von den langweiligen Bildern nicht erst zu reden. Repression, Asylanten, Rassismus, Antiimp, dazu das notorische Patriarchatsgeschrei und stets auf der Suche nach der nächsten Minderheit, irgendwann verliert auch der Gutwilligste das Interesse. Interim aus Berlin ist ein markantes Beispiel und wird nicht zufällig in der eigenen Szene als Vereinsblättchen bezeichnet. Meist ein unlesbares Mittelungsblatt der letzten Aufrechten oder des autonomen Kindergartens der glaubt, dem Rest der Welt, oder zumindest dem Restberlin, noch was mitteilen zu müssen. Oft genug nur wieder die notorischen Sexismusdebatten die keiner mehr ernstnimmt. Man fragt sich, wer sowas noch lesen kann und ist froh, das es dieses Blatt offenbar nicht zu einer fortlaufenden Onlinezeitung schafft. Ein Indymedia reicht doch wohl. Nach dem Grund muß man nicht mehr fragen, wenn man selbst Erfahrung am Rechner gesammelt hat. Interim bekommt Flugis, und Schreibmaschinentexte und muß die nur noch zu einer Druckvorlage zusammenfügen. Eigentlich das Prinzip, lass die Infolieferanten die Hauptarbeit machen. Das ins Internet zu stellen, abscannen ginge ja noch, nur wie die Bildgraphiken veröffentlichen? Als Webseit, da müßt erstmal jemand die Texte abtippen, wer soll sich dafür den Arsch abarbeiten? Indymedia geht dagegen noch konsequenter den Weg, lass andere für dich arbeiten. Als interaktive Seite überlässt man dem Leser der zugleich Produzent ist, die Schreibarbeit und die Redaktion muß nur noch gelegentlich den Dreck ausmisten. Hier hat die Technik auch den Begriff Alternativpresse revolutioniert. Nicht das Indymedia perfekt wäre, dennoch bietet eine interaktive Seite Möglichkeiten, von denen man in den Zeiten des Papierdrucks nicht mal geträumt hat. Schon die Barrieren sind niedriger geworden. War es früher nur wenigen möglich in der Alternativpresse zu veröffentlichen, vom Insiderwesen der Autonomenblätter nicht erst zu reden, das schaffte ich nur einmal mit dem seinerzeit exotischen Thema Graffiti. Schließlich kann in solchen Blättern nicht jeder einfach veröffentlichen, wer bist du denn? Kennen wir dich? Und überhaupt, könnt ja jeder kommen.
Jahre später einige Bilder über Streikgraffiti an der Uni auf Indy reingesetzt, danach find ich eines davon in einen Kleinblättchen wieder, da mußt ich mich nicht weiter abmühen. So ändern sich die Zeiten.
Ein Motiv war auch, die Gegenberichterstattung. Was die "Bürgerliche Presse" verschwieg zu drucken, Gegenöffentlichkeit herzustellen. Das war nicht immer leicht einzulösen und oft ging es um die Frage des Marktwertes von Infos. Als sich der Pflasterstrand eine neue Zielgruppe suchte, schob die Redaktion den Sozialscheiß an den ID, hier habt ihr was sonst bei uns im Müll landet. Klar, Sozialscheiß kann man nur dosiert drucken, zuviel davon und die Leser schalten entnervt ab.
Ende der 70iger bis in den 80igern hatte die Alternativpresse ihre Hochphase, das hing damit zusammen, das sich einiges bewegte, das es viele Gruppen gab die was zu schreiben hatten und es gab eine Zielgruppe.
Ein weiterer Aspekt bestand in der teils gewollten unprofessionellen Ausführung, im chaotischen Ley Out und einen Erscheinungsbild, das sich bewußt von den blitzsauberen Buchdrucklayout der ernsthaften Politpresse absetzte. Und natürlich auch, das sie großteils von Leuten gemacht wurde, die zunächst weder Ausbildung noch Fachkenntnisse hatten, diese dafür durch viel guten Willen und Idealismus ausglichen.
Wie das eben so läuft, einige dieser Blätter wurden professioneller, änderten ihr Erscheinungsbild und suchten sich eine Zielgruppe die eher nach Konzert als nach Demoterminen suchte. Diese Blätter wurden kommerzieller und wollten am Ende auch nichts mehr mit einer wie immer gearteten linken Szene zu tun haben. Sichtbar wurde das auch an der Illustration die sich nicht mehr an puritanische Bilderverbot der linken Szene hielt.
Davor hatte erstmal ein Streit getobt, ob man Werbung aufnehmen sollte. Kapitalistische Kommerzprodukte in linken Zeitungen? Für die marktgerechter gewordenen Stadtzeitungen war diese Frage schon kein Thema mehr. Nach einiger Zeit war das vergessen und der Rest der Blätter, stets am Rande der Pleite verschwand irgendwann. Wenn neue Zeitungen erschienen, dann eher kurzfristig, solang eben einige Gutwillige dahinter standen und das Thema am laufen war.
Nicht das die linke Presse damit verschwunden wäre, wenn sich was bewegt, entstehen noch Kleinblätter oder zumindest Flugis. Nur hat das Internet auch hier einiges verändert. Wer was zu sagen hat, oder zumindest meint, er hätte etwas zu melden, macht es online. Macht weniger Arbeit, man erspart sich den Druck und die Verteilung und Bilder können sogar farbig sein, im Gegensatz zum Papierdruck.
Sicher gibt es noch Papier und auf Demos wird es verteilt, da werden auch seltsame Parteiblätter vertickt, wenn auch mit kaum meßbaren Erfolg. Es gibt auch noch irgendwelche Zentren wo gerüchteweise irgendwelche gutgemeinten Bleiwüsten rumliegen, nur wer verirrt sich schon in solche Ecken?
Ob ich damit offene Türen einrenne? Den Unterschied kann man an der Uni beobachten. Es gibt immer noch die Kleinblätter diverser Gruppen, die aussehen als könnte man sie am besten auf dem Klo lesen. Im Kontrast dazu stehen die kommerziellen Uniblätter, die auch kostenlos rumliegen und eine Mischung aus Unterhaltung, Unithemen, sogar halbwegs kritischer Politik und besonders Ansprechende Fotos und Farbe bieten. Sicher haben die nichts mit Alternativpresse zu tun, dafür aber die Grundlagen kapiert, wie eine Zeitung aussehen muß.
Rückblickend gesehen, was hat es gebracht? Sicher auch Konstruktives, kann ja nicht alles umsonst gewesen sein. In der Kleinpresse fanden sich zuerst Themen die von den großen Medien verschwiegen oder nicht beachtet wurden, bis sie dann auch von der sogenannten bürgerlichen Presse aufgegriffen wurden. Oft gab sie denen die an abwegigen Themen arbeiteten, erst die Möglichkeit diese zu veröffentlichen. Das waren eher die Highlights, sonst war es meist eher Zweitverwertung von Nachrichten aus anderen Medien, also keine Infobeschaffung, eher ideologische Wertung schon vorhandener. Eine sinnvolle Funktion bestand oft in dem Nachdruck aus ausländischen Medien, welche die Presselandschaft hier nicht druckte.
Einige der Blattmacher schafften über die Kleinpresse den Sprung in die Mainstreammedien, so u.a. bei der TAZ. Von der TAZ zur FAZ so etwa.
Nicht zuletzt verschaffte die Alternativpresse, davon insbesonders der autonome Teil davon, einigen Mitarbeitern des Verfassungsschutzes einen sicheren Arbeitsplatz. Tschuldigung, ich hoff der Satz klingt nicht zu zynisch.
Zensur und Kriminalisierung zieht sich naturgemäß auch durch die Geschichte dieser Presse, meist da wo sie in Verbindung mit Bewegungen und militanten Aktionen stand. Das zieht sich von der Beschlagnahme der 883 bis zum Verbot der Radikal. Trotzdem muß man unterm Strich gesehen zugeben, insgesamt gesehen, konnten linke Zeitungen unbehelligt erscheinen, auch wenn Ultralinke bei dieser Aussage noch heute einen Anfall bekommen.
Seit die Alternativpresse, oder was man noch so nennen könnte, ins Internet gegangen ist, mußte sie sich natürlich der Technik anpassen und hier sind Ley Out Experimente eben nicht so einfach wie auf einen Ley Out Blatt. Dafür benötigt man für Bildgraphiken keine Graphikbetriebe mit Repromaschinen mehr, das kann man am Rechner in der eigenen Behausung erledigen. Jedenfalls ist den meisten Veröffentlichungen nicht mehr ihr ursprüngliches Druckbild anzusehen, nur die Couriertypo hat sich gehalten, kleines Andenken an die gute alte Schreibmaschine. Auch hier sind die Texte wieder mal das A und O und die Überzeugungsarbeit.
Ein weiterer Punkt ist die Zeitung als kollektives Projekt, was nicht immer von Vorteil sein muß. Das kann auch heißen, Gruppendruck und sich der allgemeinen Ansicht anzupassen und so sehen oft viele Blätter aus. Die Webseit kann auch von Einzelnen erstellt werden und wäre demnach ein elektronisches Einmannprojekt und nicht wenige können so besser arbeiten, als in Gruppen, wo abweichende Gedanken und Ideen oft auch aus Unverständnis und Gleichgültigkeit abgeschmettert werden.
Wo liegt die Zukunft der Kleinblätter? Völlig verschwunden sind sie ja nicht und zu passenden Anlässen gibt es sogar noch Flugis. denen sieht man an, das man mit Rechner und Drucker das erledigen kann, wofür man früher teure Composer brauchte und die beigefügten Links und Mailaddis sind Tribute an die Internetzeit.
Eine Veränderung lässt sich noch anführen. Bei meiner Archivarbeit bekam ich etliche Blätter aus den 70igern zu sehen, von denen hatte ich seinerzeit nicht mal gewußt, das es sie gab. Will was heißen, schließlich war ich ja an der Geschichte nicht ganz unbeteiligt. Heute ist eine kleine Webseit nur einen Mausklick vom fettesten Portal entfernt.
Ergänzend kann ich noch anfügen, hab den AK in die Finger bekommen, lag halt rum und war n Ladenhüter. Bemerkenswerterweise war es der AK 500, da gibt es doch was zu feiern. Na den gibt s ja auch seit 73. Reife Leistung könnt man meinen, nur welchen Sinn das macht wenn das Blatt ohnehin niemand liest? Haben halt einige Altlinke ihren Lebenssinn drin gefunden und können so ihre Existenzberechtigung als Linke nachweisen.

PS; Worin besteht der Zusammenhang zwischen Gifgraphik und Alternativpresse? Da die Alternativpresse billig drucken mußte, waren Bilder Schwarz/Weiß und meist gerastert. Ab und an verirrte sich auch mal eine Fotographik rein, meist wenn nicht aufgerastert werden konnte oder Bilder aus der Mainstreampresse geklaut, wurden graphisch wenn sie vorher klein gerastert oder im Tiefdruck ausgeführt waren. Mit Absicht wird sowas eher selten gemacht, da wurden einige Möglichkeiten nicht genutzt.
Doch auch in diesem Bereich bleibt die Zeit nicht stehen. Schaut man sich heute die Veröffentlichungen an der Uni an, die Flyerkultur hat auch bei den Politaufrufen Einzug gehalten und das Papier aus dem Copieshop ist auch nicht mehr zeitgemäß. Aufrufe zum Gebührenprotest werden zum Teil bereits auf Hochglanzpapier gedruckt und selbstverständlich am Rechner erstellt. Das Demoaufrufe auch optisch was bieten müssen, scheint mittlerweile auch da angekommen zu sein.

27. saul - 2007-05-25 11:29:14
Kunstlink(e)
Ist Kunst politisch? Und wenn ja, wie politisch soll sie sein und wenn schon, ist sie rechts oder links? Kunst ist erstmal nichts weiter als ein Medium und die Inhalte können politisch sein. Genau so gut können sie von der Politik benutzt oder mißbraucht werden.
Weit müssen wir nicht zurückschauen. Der Mißbrauch der Kunst in der Nazipropaganda ist ja noch nicht lange her. Danach folgte die kommunistische Werbegraphik deren Standbilder 89 entsorgt wurden bis auf die verbliebenen Reservate wie Nordkorea. Hier finden sich noch die Leinwandbilder im Style des Sozialistischen Realismus, die den großen Vorsitzenden inmitten froher Arbeiter zeigen oder die heldenhaft kämpfenden Soldaten die dem Imperialismus trotzig die Stirn bieten.
Staatliche Auftragskunst war in der DDR üblich und die Ergebnisse wurden dankenswerterweise von der DKP importiert und damit auch den BRD Linken zugänglich gemacht. Zumindest denen die s brauchten. Nur bestand die Linke nicht nur aus DKP und wie hatten die es mit Kunst?
Das ist ein Thema für sich. Linke konnten mit Kunst in der Regel wenig anfangen, wenn überhaupt, dann sollte sie agitativ sein. Sie sollte ein Mittel der Propaganda sein um das blöde Volk aufzuklären und besonders den doofen Arbeiter, der endlich mal seine historische Mission erfüllen sollte. Einfach just for fun vor sich hinkritzeln? Ne, so geht s mal nicht. Wo kämen wir denn da hin, wenn das jeder so machen wollt.
Die Ergebnisse lassen sich besichtigen, heute auch im Internet wo sie dankenswerterweise zur Illustration der entsprechenden Webseit herhalten müssen und manchen Veteranen ein mehr oder weniger freudiges Wiedersehen verschaffen. Fast war man froh, diese ästhetischen Verunstaltungen unschuldigen Plakatpapiers nicht mehr sehen zu müssen, da kommt das Zeug im Netz wieder hoch. Dem optischen Terror linker Plakate wurde mittlerweile in Buchform ein Denkmal gesetzt. Plakate, deren einzig sinnvolle Info Zeit und Ort der Demo schien, ansonsten waren sie eher zum Wegsehen. Plakatgestaltung ist Zeitverschwendung, wir haben ja noch mehr zu tun, die näxte Demo wartet und dann steht noch die Revo vor der Tür.
Fotos gab s ja auch noch. Linke und Fotos? Schon vom Inhalt sah man, mit Bildern haben sie es echt nicht und dann war noch die Bildparanoia, die jedes Bild unter Generalverdacht stellte. Schaut man sich die Bildersammlung in der linken Presse so an, man kann sie abhaken. Wenn man eins gesehen hat, hat man alle gesehen. Die interessanten Bilder überließ man der Presse und selbst druckte man Bilder, denen man das schlechte Gewissen der Produzenten regelrecht ansah. Meist dienten Fotos ohnehin nur dazu, die Bleiwüsten aufzulockern.
Unvergessen die Agitationsfotographie der ML Parteien. Hier diente das Photo grad dazu, die eigenen Demos und Spruchbänder zu dokumentieren.
Das Bildverbot durch den Feminismus ist ohnehin ein Thema für sich und es hat das Erscheinungsbild linker Zeitungen lange geprägt. Bis heute sogar, nur gibt es nicht mehr viele davon in Papierform, womit sich diese Geschichte von selbst erledigt hätte.
Der Gegenschlag kam dann aus einer Richtung, die niemand erwartet hat. Sie kam aus New York überm Teich in Buchform. Danach hatten viele Jugendliche eine Vorlage und ein Medium wo sie ihre Letter hinsetzen konnten. Nicht verwunderlich, das die traditionelle Linke damit nicht viel anfangen konnte und es anfangs nicht einmal verstand. Es dauerte einige Zeit, bis die Buchstabengestaltung auch auf den Transpis linker Demos Eingang fand, immerhin gab s doch Auswirkungen. Davon abgesehen wurden Writer grad mal dem linken Widerstand zugerechnet, weil illegal. Gefragt wurden die Beteiligten natürlich nicht. Dafür ist an den Wänden Platz genug um unzensiert das loszulassen, was in linken Medien der Zensur zum Opfer fällt.
Mittlerweile haben wir ja auch das elektronische Medium Internet und auch da fehlt es nicht an linker Presse, nur eben in Webseitenform. Hier wird die Tradition der linken Medien fortgeführt und hat damit den Sprung ins html Zeitalter geschafft.
Doch es gibt Alternativen. Solang es freien Webspace gibt, kann man zeigen, wie es auch geht.
An linken Medien lässt sich einiges kritisieren, kannst es besser? Nun auf freien Webspace kann man es versuchen und es hat einen Vorteil. Man muß sich vor niemand rechtfertigen.

26. saul - 2007-05-25 11:16:10
Kulturgeschichte
Wer heut rumrennt, als sei er die letzten 10 Jahre per Anhalter quer
durch die Galaxis gereist, sollte was über seine Vorbilder und den
Hintergrund wissen.
Wir erinnern uns (nicht alle) an die 60ziger Jahre. Sauberkeit war
oberstes Gebot und als Kind wurd man zur Reinlichkeit erzogen. In Jeans
und Turnschuhe in die Vorlesung? Undenkbar. Betrachten wir Fotos von 68,
so stellen wir verwundert fest, die Studenten sahen aus wie
Bankangestellte in der Mittagspause. Zwar war das schon die Zeit der
Hippies doch die Mehrheit beachtete noch die bürgerliche Kleiderordnung.
In den 70zigern wandelte sich das Bild. Als Kind stets sauber gekleidet,
endlich dem Druck entflohen, begann man als Trotzreaktion das genaue
Gegenteil zu machen. Das verrottete Outfit wurde zum Erkennungszeichen
wie das Pallituch, die langen Haare und der wildwuchernde Bart. Das
Outfit wurde zur Abgrenzung gegen die bürgerliche Welt aber auch gegen
die aufkommenden Parteisekten. Hier wurde auf "proletarisches Aussehen"
Wert gelegt, zumindest was man da dafür hielt. Haare kurz und Bart ab.
Was sollen denn die Arbeiter vorm Werktor denken? Wie sehen denn die
aus, wascht euch erstmal. Witzigerweise entsprach dies keineswegs dem
Aussehen der Arbeiterjugendlichen, die eher lockerer rumliefen. Und
genau mit dem Nachwuchs hatten diese Parteien ihre liebe Not, sahen
nicht gerade aus wie die Jungpioniere auf den Aufmärschen in Ostberlin.
Sauber, frisch gekämmt in ordentlicher Uniform, so wollte auch die DKP
ihren Nachwuchs haben. Doch da mußte man etwas tolerant sein, so viele
hatten sie von denen ja doch nicht. Die Vertreter der ML-Sekten wie auch
DKP oder GIM erkannte man schon von weitem, heut würd man etliche von
denen für BWL Studenten halten. Als In den 70igern Fritz Teufel in einen
Anfall geistiger Umnachtung (oder Genialität) für die KPD
(Semmler/Horlemann) kanidierte, schäumte die Konkurrenz von der KPD/ML,
wir entblöden euch (Arbeiter) nicht mit Haschkommunetypen wie Fritz
Teufel. Tatsächlich war es von einiger Bedeutung, mehr als alle Parolen
provozierten lange Haare die Öffentlichkeit. Wenn man solche
Veränderungen zulässt, dann könnt ja mal alles anders werden und die
produzierte Angst und Hass, langhaarige Affen, kennt man noch, ebenso
die Karikaturen aus der Welt. In Deutschland ist man eben ordentlich,
man legt Europa in Schutt und Asche aber gekämmt und in gebügelter Uniform.
In den 70igern wurde es alltäglicher und zum Markenzeichen der Schüler
und Studenten, ein Stück alternativer Alltagskultur. Hilfreich im Sommer
beim Rumreisen, wenn man eh recht verkommen aussah oder später in
besetzten Häusern wo die Möglichkeiten zur Sauberkeit eh etwas
beschränkt waren. Zwar kam man so in keiner Nobeldisco rein, man hatte
eh seine eigenen Zentren.
Solang die Leut jung waren, konnten sie auch so rumlaufen, später
änderte sich das. Wer auf die 30 zugeht will sich nicht noch älter
machen und vor allem die Frauen änderten irgendwann ihr
Erscheinungsbild. Weg mit den lila Latzhosen, her mit der Brigitte. War
es noch im Zusammenhang mit dem Feminismus üblich, sich möglicht
unansehnlich zu machen, legte sich das beizeiten. Davon abgesehen, es
hatte sich ausprovoziert, schocken konnte man damit niemand mehr.
Spätestens mit Eintritt in die Arbeitswelt mußten Kompromisse gemacht
werden.
79 schon. Am 17.6.79 gab es in Frankfurt mal wieder ne fette Demo gegen
die Nazis. Zwei Teilnehmer kamen auf die Idee, sich wie die zwei
Gestalten in der Karikatur einer Frankfurter Szenezeitung auszustatten
und zogen so auf die Demo. Die FAZ wütete
hinterher; Manch professionellen Beobachter der Szene packte das
Grausen, als er Personen ansichtig wurde, die vor Schmutz starrten und
deren Verhalten auch nicht gerade von Ernsthaftigkeit zeugte.
Bis in die 80ziger blieb es üblich, rumzulaufen als käm man grad vom
Hippitrail aus Afghanistan oder hätte die letzten Nächte in der Mülltonne
verbracht, bei den Autonomen war es eh Markenzeichen und unvergessen,
das Erscheinungsbild der Grünen im Bundestag, einschließlich Fischers
Turnschuhe (die sind heute im Offenbacher Ledermuseum zu bewundern).
Aber Kleidung die was aushält und einen nicht behindert war eh nötig,
etwa bei den 48 Stundeneinsätzen an der Startbahn oder bei Demos die
jederzeit in Putzdemos umschlagen konnten.
Ab Mitte der 80ziger war das Spiel ausgereizt. Nichtmal die Punks
provozierten noch und es wurde endgültig zu einer Marotte von wenigen
Jugendlichen bzw einer Szene die aus ihrer geschlossenen Welt den
Ausgang nicht mehr findet. Beeindrucken lässt sich davon niemand mehr
und wer heut etwa in Berlin rumläuft als wär die Müllkippe sein
Zweitwohnsitz, macht sich allenfalls zur Lachnummer. In Xberg solls
gerüchteweise noch solche Gespenster geben, die rumlaufen als kämen sie
grad von der Schlacht vom Winterfeldplatz. S gibt immer Leute die nicht
mitbekommen haben, das der Krieg aus ist.
Und heut? Schaut man sich selbst in Xberg um, so stellt man vor allem in
Sommer fest, Mode ist kein Fremdwort und auch da wollen jüngere Frauen
nicht wie ne Emmakarikatur aussehen. Vor allem Türkinnen, die sich von
der traditionellen Kleiderordnung abgesetzt haben und deren türkische
Herkunft man nur noch erkennt, wenn sie türkisch reden.
Zurück in die Vergangenheit? Ich lauf nichtmal heut rum wie n BWLer aber
der wildwuchernde Bart ist heut eher das Kennzeichen der Islamisten und
als das Bild des amerikanischen Taliban über die Glotze flimmerte,
erschien der echt wie ein Gespenst aus ferner Vergangenheit. So etwa
sahen die Afghanistantouries aus, als sie noch zum kiffen hinfuhren.
Okt. 02 Indymediacomment überarbeitet.

25. saul - 2007-05-25 11:15:38
Das Erscheinungsbild der Demos im Wandel der Zeiten.

Mal wieder Demo, die Leut sind jung, im Schmodderoutfit und fallen nicht weiter auf. Wie aber wirkt sowas auf Außenstehende? Etwa auf einen, der selbst mal so aussah, heut danebensteht und schon am Erscheinungsbild merkt, da drin würd er auffallen. Das war mal anders. Vor 20 Jahren hat man sich noch einreihen können und fiel nicht weiter auf., weder vom Alter noch vom Aussehen. Aber man wird ja nicht jünger und läuft auch nicht in Fetzen rum, auch wenn man s bis heute nicht zum BWLer Outfit geschafft hat. Bei solchen Demos merkt man bereits am Erscheinungsbild, das ist nicht mehr deine Welt, was dich von diesen Volk trennt sind nicht nur einige Jahre, es ist ne Lebenseinstellung die sich auch äußerlich zeigt. So oft passiert das ja nicht, Demos sind selten geworden und verirrt man sich doch mal an den Demorand, dann fällt s umso mehr auf. Dieses Fetzenoutfit mag zwar sehr anti aussehen, ist dafür umso wirkungsloser. Weder schockt es, noch beeindruckt es heute irgendwen. Diese Formen der Jugendkultur sind längst ins System repressiver Toleranz integriert, soll heißen, lauft doch rum wie ihr wollt, juckt eh niemanden.

Entstanden ist dieses Demobild in den 70igern, noch zu 68ziger Zeiten sahen die Demonstranten recht ordentlich aus. Auch als Studie hatte man auf sein Aussehen zu achten. In den 70igern wurd die Kleiderordnung lockerer und es hatte Gründe. Man gab wenig Geld für Kleidung aus, man hatte eh nicht viel und trug die Sachen bis sie auseinanderfielen. Hier bildete sich eine Uniformierung die das Erscheinungsbild von Häuserkampfdemos bis zur Startbahn bestimmte. Auch eine Art zu zeigen, ob man dazugehört. Palituch, Lederjacke und Jeans gehörten zum allgemeinen Erscheinungsbild das auch die Frauen geschlechtsneutral aussehen ließ.

Studentendemo 03, altersmäßig entsprechen sie dem der Startbahndemos selig. Dafür aber ein unauffälliges Aussehen, bei den Frauen durchaus modebewußt, die machen sich über Kleidung nicht nur nebenher Gedanken, man sieht es. So ändern sich die Zeiten. Ebenso zeigte sich bei den Friedensdemos ein weitgehend unauffälliges Erscheinungsbild was auch am Durchschnittsalter lag. Das waren eben keine Jugenddemos mehr, die Beteiligten sind älter geworden. Früher wollt man sich schon äußerlich von der Normalbevölkerung unterscheiden und abgrenzen. Mit der Zeit legte sich das, mit zunehmenden Alter wirkt man im Demooutfit der 80iger ohnehin nur noch wie ne Witzfigur, zur Normalbevölkerung gehört man ja selbst. Jedenfalls fällt man da drin nicht weiter auf und das ist der Punkt. Diese Demos unterscheiden sich vom Erscheinungsbild, das sich noch 81 in Bonn bot.

Aber es gibt noch Insiderdemos die schon äußerlich Insidercharacter haben. Eine "Freiraumdemo" etwa, das Durchschnittsalter recht jung und das Outfit schön verkommen. Da drin siehst schon mit 30 alt aus. Solche Demos schließen schon vom Erscheinungsbild jeden aus, der äußerlich nicht reinpasst. So bleibt der Haufen unter sich, klein und wirkungslos. Wer sich mit 30 in so ner Demo aus welchen Gründen auch immer verirrt, von 40 nicht erst zu reden, darf sich nicht wundern wenn er mißtrauische Blicke erntet oder für n Spitzel gehalten wird, dafür muß man nicht erst ne Kamera mitschleppen. Man braucht gar nichts zu tun, das Aussehen genügt schon. Was manchen Veteran wie ein schlechter Witz erscheinen
muß, der noch vor 20 Jahren genauso aussah, möglicherweise Fotographen als Zivis anmachte und die Filme forderte und heut selbst für n Zivi gehalten wird. Passiert eher selten, da sich dieser Veteran nicht auf solchen Demos blicken lässt, was wollt er auch da?

Das es auch anders geht zeigt die Hanfparade, da interessiert dein Aussehen niemanden. Klar sind die meisten jung, aber die sehen auch mehrheitlich aus als kämen sie grad aus der Schule oder von der Uni. Sicher ist das Erscheinungsbild dieser Demo recht bunt, nur hab ich da nie eine Abgrenzungsform erlebt.

Das Erscheinungsbild der Beteiligten sagt ja was aus, es ist der erste Eindruck den die Öffentlichkeit davon bekommt, noch bevor man die Transpis gelesen hat oder weiß um was es geht. Hier entscheidet sich ob Außenstehende Zugang finden, bzw. es überhaupt sollen. Manche wolle ja unter sich bleiben und bei bestimmten Blöcken zeigt sich schon durch deren einheitliches Auftreten, wer rein darf oder wer besser draußen bleibt. Es gibt eben Demoformen, die Leute ausschließen, selbst wenn sie inhaltlich durchaus dafür wären.

Eine der übelsten Demos war eine Prokopftuchdemo mit Frauen und Männerblöcken, die Frauen mit Kopftuch und Mäntel verhüllt und diese Demo bot schon vom Anblick ein Erscheinungsbild, das jeden Außenstehenden klarmachte, da drin hast nix zu suchen. Nicht das jemand mit klaren Verstand das noch inhaltlich unterstützen sollte.

24. saul - 2007-05-25 11:14:46
Demophotos

Wann entstand das erste Demobild? Nun sicher noch im 19. Jahrhundert sobald die Technik es zuließ bei 10 Sek ein quasi gestelltes Demobild zu machen. Die Beteiligten mußten stillhalten, was ihr Einverständnis voraussetzte. Gute Zeiten für Autonome waren das, wenn s die gegeben hätte, sie hätten sich nur bewegen müssen, keine Kamera hätte ihre Schnauze draufbekommen. Mit der technischen Entwicklung änderte sich das Bild und es wurde nicht nur möglich Demos abzulichten, die Massenpresse und der Autotypiedruck (Rasterbild) sorgten für Verbreitung. Damit waren bei Demos auch Fotografen zur Stelle, zunächst mit fetten Plattenkameras, später mit handlicheren Gerät, Demos wurden zum Arbeitsfeld der Pressefotografen, aber nicht nur dieser. In den 20ern gab es den Versuch der Linken, die Bilder nicht den Profis und der Hugenbergpresse zu überlassen. Mit der Zeitung; "Der Arbeiterphotograph" wurde versucht, dem ein eigenes Bild entgegenzusetzen, Bilder von unten, welche die andere Seite zeigen sollten. Sie sollten für die Arbeiter Partei ergreifen, Photografie als Waffe lautete das Motto. Die Kamera als Waffe, die aus unterschiedlichen Gründen gefürchtet wird. Schon früh wurde die Kamera von Polizei oder Fabrikbesitzer bei Streiks etwa zur Identifizierung eingesetzt oder in falschen Händen als Beweismittel von Polizeigewalt gefürchtet. Seit die Technik Schnappschüsse ermöglichte, wurde die Kamera mißtrauisch betrachtet und der Photograph zur Zielscheibe, aus unterschiedlichen Gründen.
Als es 67/68 auf der Straße abging war natürlich die Presse dabei, aber auch Günter Zint, der für die Polizei zur Zielscheibe wurde, da er zu oft die Grünen bei der "Arbeit" ablichtete, danach brauchte er oft ne neue Kamera. Auch andere Kameraträger wurden gelegentlich zur Zielscheibe. Die Demonstranten sahen ungern ihre Schnauze gedruckt, die Polizei ungern ihre Knüppel. Damit hatte ich noch nichts zu tun, das kam erst später.
Wir schreiben 73 und ich wollt nur mein Gerät mal testen, wußt noch nicht in was ich da reingeraten würde. Es ging um die Räumung eines besetzten Hauses und auf einmal fand ich mich in einer Straßenschlacht wieder und machte zu ersten mal Demobilder. Und wohin damit? Nun Bilder gab s genug, meine wurden offenbar nicht gebraucht und so lagen sie erstmal rum. 30 Jahre danach fand ich bei Indymedia eine Möglichkeit sie erstmals zu veröffentlichen, manchmal dauert s eben.
70iger Jahre. In dieser Zeit bestimmten die ML Sekten das Erscheinungsbild der Demos und für Fotos hatten sie oft ihre "eigenen" Fotografen für die Parteipresse. Da ging es nicht einfach um Fotos, sondern erstmal um den "eigenen" Demoblock und die teils geringe Beteiligung machte es nötig mit allen Tricks zu arbeiten. Ob Telekomprimierung oder die eigenen Transpis großformatig hervorheben, die Bilder waren kein Selbstzweck. Sie hatten eine Funktion zu erfüllen und sollten den Eindruck einer großen und machtvollen Demo erzeugen, Agitationsfotografie eben. Vor allem die Tranpis sollten zu lesen sein, Demobild als fotografische Parteilosungsüberschrift. Das Vorbild war die Demoästhetik aus der UDSSR und der KPD der 20iger Jahre. Vorwiegend große Massen dokumentieren, wenn vorhanden, wenn nicht dann eben etwas nachhelfen. Die Fotos sollten die erfolgreiche Parteiarbeit beweisen, zur Not wurd auch auf Bilder der "Bürgerlichen Presse" zurückgegriffen. Davon gab s nicht viele, K Gruppendemos waren selten ein Thema. Es bleib einzelnen überlassen, die Automatensichtweise zu verlassen, wo die Beteiligten in der Masse verschwinden und Demos aus anderer Sichtweise abzulichten.
Wir schreiben 78 und es knistert in der K Gruppenszene. Bin auch nicht mehr bereit jeden Mist zu schlucken und schau mich nach neuen Welten um. Inder AKW Bewegung tut sich was. Na schön, Busfahrt zur Demo nach Hannover, hab die Praktika dabei und wenn schon, kann ich ja einige Pics machen. Das hat unerwartete Folgen. Da will eine meine Adresse wegen Fotos. Na wenn s weiter nix ist, denk mir erstmal nix dabei. Tatsächlich gibt s Besuch und die "bestellt" einige Abzüge und tauchte danach nie mehr auf. Hinterher wurd mir klar, was das war. Hatten sie wohl vorgeschickt weil mir einige nicht überm Weg trauten, etwas hinterfozzig aber so Sachen passieren eben. Dabei waren s harmlose Bilder, ist ja nix groß auf der Demo passiert. Aber wen einmal die Paranoia im Griff hat..... Bildparanoia zieht sich durch die Geschichte der Linken. Warum mußt ich das Teil auch auf die Demo schleppen? Nun s hatte was mit einer veränderten Einstellung zu tun. Ich hatte genug von der allgemeinen Paranoia aus ML- Zeiten als allgemeines Mißtrauen und Infos zum Machtmittel wurden. Ich wollt eben genauer hinsehen und mich nicht mehr mit der Propaganda zufriedengeben, zu oft damit reingefallen. Bei meiner Beteiligung an der Broßwitzheimbesetzung konnt ich die Gelegenheit nutzen, einige Bilder zu machen die sich z.B. im Flugblatt verwenden ließen, so fing s an. Na s geht doch, dacht ich jedenfalls. Das allgemeine Bildverbot brechen, man fotografiert nicht auf Demos und wer es doch tut ist n Spitzel, weitere Diskussion überflüssig.
In den 80igern hatte sich das Bild wiederum geändert. Die Autonomen bestimmten das Erscheinungsbild bzw. versuchten es zu verhindern. Das war die Zeit der größten Bildparanoia, hatte natürlich Gründe. Das Demobild bestimmte sich nach dem Marktwert und die Profis waren da zur Stelle, wo es nach Ärger roch und die Äktschenbilder zu holen waren. Bilder friedlicher Demos hatten wenig Marktwert und Rücksicht nahmen die Profis nicht grade. Wenn s knallt kann man am besten ablichten, hat keiner Zeit sich um dich zu kümmern. Nur in ruhigen Phasen wird man mit der Kamera zur Zielscheibe, dann sehen 100 Leut was du treibst und mit Ärger mußt rechnen. Da ist s auch nicht entscheidend, wenn man nicht verantwortungslos in der Gegend rumfotografiert, davon sieht keiner was und die Äktschenbilder machen dann andere. Die sieht man dann in der Presse wo sie bedenkenlos von den Szenezeitungen nachgedruckt wurden, die es gar nicht geben dürfte, wenn s nach den Beteiligten gegangen wär.
Was ich damit zu tun hatte? ID Bilderdienst sucht Leute und mal sehn. Auf einmal war ich beim ID und hatten n Motiv, hier ließen sich ja gelegentlich Bilder veröffentlichen. Damit war ich für etliche automatisch abgestempelt und brachte nicht nur Bilder sondern auch Streß und die bekannte dumme Frage, für wen du fotografierst. Was soll man darauf antworten? Oder, mach den Film raus, na um des lieben Friedens willens. Lohnt sich ne Schlägerei deswegen? Warum sich das antun? Na in dem Alter konnt ich das und ich wollt mir nichts verbieten lassen. Andererseits wurd bei der Startbahngeschichte sogar zur Mitnahme von Kameras aufgerufen. Mal sind Kameras erwünscht, sonst Feindbild Nr 1. Wenn sich niemand von "uns" mit Kamera auf die Demo traut, dann sieht keiner die Bullen bei der Arbeit sobald die Pressefuzzis weg sind. Is ne zweischneidige Sache und wer fotografiert muß sowohl von den Bullen als auch von den eigenen Leuten mit Ärger rechnen. Die Fotos von der Brokdorfdemo die als Beweismittel beschlagnahmt wurden hatten nicht nur den Grund Beweise zu bekommen, das sich damit die Bildparanoia anheizen ließ, war sicher ein erwünschter Nebeneffekt. So gut kannten die Bullen ihre "Kunden." Wurd das Bildverbot in den 70Igern mit Verfassungsschutzparanoia begründet, selbst wenn nichts passierte, so lag bei Putzdemos der Grund auf der Hand. Für Profis Berufsrisiko, davon ließen sie sich nie abhalten, die Bullen ohnehin nicht. Aber so geht s auch, Demo in Wiesbaden, nix passiert aber vom Mikro die Paranoia anheizen. Weißt du was n Farbbeutel ist? Sowas durft ich mir anhören. S nervt und irgendwann wurd s mir zuviel. Witzigerweise hat ich nur n Transpi im Dunkeln ablichten wollen und das ging eh nur mit mehreren Sekunden und abgestellten Gerät. Da einer sich einbildete, ich hätte den abgelichtet, gab s Stress. Na ja, ein Film weniger, war eh nix Wichtiges drauf, das war nur einmal zuviel des Guten. Hat genug von Demofotos und von Demos eh. Befand mich in guter Gesellschaft. Die Zeit der Bewegung war vorbei und die Demos wurden seltener, irgendwann kam eh keiner mehr und s gab keine mehr. Übrig blieben einige Fotos, von denen ich nicht wußte , was ich mit anfangen soll. Bis ich ins Netz einstieg, aber das dauerte noch 20 Jahre. Auch wenn s nicht immer die fetten marktgerechten Bilder waren, nach 20 Jahren wurden s halt Zeitdokumente.
Wie ging es weiter? Nachdem ich die Demos anderen überließ blieb mir der Stress erspart, es gibt ja auch noch andere Arbeitsfelder. Hat noch in der Minox einen Farbfilm und was machst mit? Na einen Streifzug und lichtest einige Graffiti ab, als von Tags noch nichts zu sehen war. Jahre später stellst fest, das sind echt Zeitdokumente aus der Zeit als Graffiti noch einfach ohne großen Aufwand gesprüht wurde.
Vor allem als es mit Writing anfing und da dacht ich mir, das sollt man wenigstens mit der Kamera vor dem Verschwinden retten. Hier hat ich ein Arbeitsgebiet, wo mich niemand stört, na von einigen Ausnahmen abgesehen, die sich problemlos ignorieren lassen. Zudem war das eine Welt, die nichts mit der linken Bildparanoia zu tun hatte. Gab genug abzulichten und das Filmmaterial verschwendest dann nicht mehr für irgendwelche Demos, falls dir noch eine über den Weg laufen sollte.
Einige Ausnahmen gab es, so die "Nie wieder Deutschland Demo." Hatte die Kamera nur dabei, falls ich was an Graffiti zu sehen bekomme, wollt hier gar nicht ablichten. Als dann das Chaos auf dem Römer ausbrach hat mich doch noch gepackt. Nun ja, war weit genug entfernt und fotografiert haben andere auch, da fiel ich nicht weiter auf. Aber wie gesagt, das war eher eine Ausnahme.
87 war ich in Berlin und lese was von Hanfparade.
Darunter konnt ich mir zwar noch nicht viel vorstellen, aber schaust es dir mal an. Da ich ohnehin wenn schon in Berlin, auch Graffiti ablichten wollte, hatt ich natürlich was dabei und auf der Demo überlegst dir, kann man hier ablichten? Offenbar doch, die Demo sah nicht nach dem Erscheinungsbild früherer Veranstaltungen aus, bei denen man meint, sie ziehen in den Krieg. Das war mal ne neue Erfahrung, fotografieren zu können ohne Stress und Anmache befürchten zu müssen. Das war auch ne Motivation, die folgenden Hanfparaden mitzumachen.
Nachdem ich dann in die Internetwelt einstieg hatt ich mit Indymedia sogar mal eine Motivation wieder Demopics zu machen. Man meint, es geht doch, zumal die meisten dieser Demos eher ohne Scherben und Chaos abliefen. Und selbst da wo es etwas Stress gab, empfand ich das eher als nicht weiter beachtenswert. Kein Vergleich zu den früheren Putzdemos. Doch auch hier holt dich die Vergangenheit wieder ein. Hier geht s natürlich wieder um die Gesichter, die auf keinen Fall zu sehen sein dürfen, selbst wenn eigentlich nichts passiert ist. Diesmal wird s mit Antifa begründet, das die Nazis die Leut nicht erkennen sollen. Nun kann man ja von solchen Demos die Finger lassen was wenig hilft. Selbst bei Demos die nichts mit Antifa zu tun haben bleibt es bei der Forderung, Gesichter weg. Mittlerweile scheint nicht mehr das Ablichten vor Ort das Problem zu sein, man lernt ja dazu und hält notfalls Abstand. Erst wenn man sie veröffentlicht wird gemeckert, das aber nur auf Indy, auf anderen Seiten wird einiges veröffentlicht und da werden keine Gesichter verdeckt. Mittlerweile hat sich mit der Digitalfotographie bis hin zu den Handycams einiges verändert, von den allgegenwärtigen Kameras in der Stadt nicht erst zu reden. Das scheint einige nicht weiter zu interessieren, leben eben noch in der Vergangenheit. Nun gut, Indymedia war eine Möglichkeit Fotos zu veröffentlichen, wozu immer es gut ist. Immerhin fand sich eins davon mal in ner Kleinzeitung wieder. Damit hat die Seite die Funktion, die früher der ID hatte. Wo es eine gute Idee gibt, gibt es auch stets welche, die sie versauen müssen. Indymedia als Forum mit der Möglichkeit Bilder zu veröffentlichen war ja sicher ne gute Idee und eigentlich lebt die Seite davon. Das man auch hier keine Beweisbilder liefern sollte, die andere gefährden können, sollt sich von selbst verstehen. Doch wo fängt die Gefährdung an? Für einige bereits beim harmlosen Bild. Hier stellt sich dann die Frage, was such ich auf dieser Seite? Mittlerweile dazugelernt und hab andere Möglichkeiten zu veröffentlichen, selbst wenn sich da nicht viele User verirren. Den Stress auf Indy kann ich anderen überlassen und von mir aus dürfen sie alle Gesichter schwärzen damit niemand meckert.
Es ist das alte Kreuz mit den Linken, entweder man macht offen Politik, oder man führt sich konspirativ wie ein Geheimbund auf und isoliert sich. Es geht dabei nicht um ein paar lausige Bilder, es geht um das Erscheinungsbild der Veranstaltung und das kann man auch sehen. Schaut man sich eine sog. Freiraumdemo oder die Operndemo und das Bild an, das die Teilnehmer bieten, welcher halbwegs normal aussehende Mensch soll sich daran beteiligen? So bleiben sie eben unter sich und manche wollen das auch offensichtlich. Fühlen sich wohl in ihrer Antihaltung, nur werden die auch älter und bleiben da stehen wo sie sind, ne Randnotiz, bedeutungslos, nichts was man ernst nehmen muß und mit den Jahren werden sie zur eigenen Karikatur. Bis dahin dürfen sie ein paar spektakuläre Bilder für die Medien liefern, eine qualmende Mülltonne macht sich immer gut in der Hessenschau. So wird Politprotest zu einen Bestandteil der Medienmaschine und ist voll ins System integriert.
Es ist wieder mal die alte Geschichte und das erleb ich ja nicht zum ersten Mal. Es lohnt nicht sich für die Linke umzubringen oder für die n Finger krumm zu machen, man weiß doch wie der Dank aussieht. Überlass die Seite dann eben den Knipsern, die langweiliges Zeug reinsetzen, natürlich mit Pixelgesichter, die Profis brauchen diese Seite nicht, da gibt s ja nix zu verdienen. Die verticken die Bilder gleich in FAZ und Spiegel und weil gepixelte Gesichter da nicht zu verticken sind, sieht man eben die Schnauzen in Farbe. Es hat keinen Sinn hier zu argumentieren, in diesen Bereich ging es noch nie um Argumente. Bildparanoia ist integraler Bestandteil in der Linken und wird auch ohne Argumente auskommen. Selbst dann, wenn alle zehn Meter eine Überwachungskamera steht.
Das Bescheuertste was ich in diesem Bereich erleben durfte, war fraglos die Besetzung der leerstehenden Polizeiwerkstatt, wo ich nur die Anlage ablichten wollte, den Besetzern auch sagte was ich mache und das ich niemanden von den Besetzern fotografiere. Selbst da wurden sie misstrauisch, es gibt Spinner, denen ist nicht mehr zu helfen.
Ratschläge für Demopics. Schau dir die Demo erstmal an. Ist es eine Gewerkschaftsdemo, 1. Mai oder Ostermarsch deren Teilnehmer nicht allzujung aussehen bzw. normal gekleidet sind, gibt es in der Regel keine Probleme. Studentendemo wo die Beteiligten aussehen wie Studenten eben heut so aussehen, stellen auch meist kein Problem dar. Allenfalls ein Block von Leuten mit schwarzen Kapuzenteil oder sonstwie verkommenes Outfit, da lässt man besser den Finger vom Auslöser oder gleich die Kamera in der Tasche. Wenn die Mehrzahl der Beteiligten so rumläuft, dann bist in ne Antifa Autonomenveranstaltung reingeraten und das Ablichten überlässt den Pressefuzzis, die werden für bezahlt. Bei Veranstaltungen von Ausländergruppen, wenn die Beteiligten etwas zu fanatisch aussehen, dann halt besser Sicherheitsabstand. Ist wie die Fluchtdistanz im Tierreich, zu nah dran zu sein kann Ärger geben. Und verzichte darauf die Bilder an Indymedia zu senden, oder mach vorher jedes! Gesicht unkenntlich, selbst wenn es die Inlineskater sind. Falls sich das etwas gemein anhören sollte, die reale Welt ist gelegentlich gemeiner als jede Satire.


PS; Zur Bilddebatte auf Indymedia.
Indycomment 05
Fast alle Argumente hier gab s schon vor 20 Jahren, s scheint sich zu wiederholen. Nur wurd früher das Recht auf die eigenen Fresse mit Verfassungsschutz, Berufsverbote, Repression begründet. Das Nazis Bilder sammeln ist dagegen ne relativ neue Begründung . Das ist nicht der Punkt, der Grundsatz Bildverbot wird immer irgendeine Begründung finden und notfalls keine brauchen. Auf Demos wird nicht fotografiert, Basta. Jedenfalls ist s bemerkenswert wie sehr das Thema die Indygemeinde beschäftigt.
Wie lässt sich das Problem lösen? Überhaupt nicht. Damit wirst nicht fertig werden oder du meidest einfach Demos bei deren Anblick sich die Frage stellt, wo du deine Zeitmaschine abgestellt hast und ob man da überhaupt parken darf. Das gab s schon so Mitte der 80iger als sich diese Debatte von selbst erledigte, als diese Szene von der Straße verschwand.
Noch was zu Verhaltensweisen. Du fotografierst nicht verantwortungslos in der Gegend rum? Davon sieht keiner was, deine Linse sehen sie und brauchen keine Argumente mehr. Was unsere Profis angeht, na so geht s doch. Nutz die Dummheit der Leut, schleim dich ein und schon kannst ungestört knipsen. Wenn du dann die Äktschenpics in der Bild findest, aber ohne Balken, dann wunder dich nicht.
Und eigene Fotographen zu akkreditieren? Die wäre doch n gefundenes Fressen für die Bullen, grad mal verhaften schon haben sie nette Bildchen. Man kann auch Überraschungen erleben, die können sich als rücksichtslose Bildverticker oder sonstige Arschlöcher erweisen. Sonst kennt man das nur von Parteifotographen autoritärer Sekten die auch über das Erscheinungsbild ihrer Aktionen die Kontrolle behalten wollen.
PS; Noch n Tipp für selbsternannte Aufpasser. Wenn ihr einen anmacht und der wird nervös und weiß nicht so recht wie damit umzugehen, dann hast vermutlich einen linken Knipser erwischt und mit dem kannst es machen. Könnt hinterher stolz auf diese Heldentat sein. Ist s n Profi, dann wird s schon mühsamer den Film bzw. Speicher zu kriegen. Und wunder dich nicht wenn so Leut notfalls bei den Bullen Hilfe suchen, warum sollten die Bedenken haben?
Steinwurffotos.
Das ist ja der Witz bei solchen Demos. Ärger bekommst nur bei Fotos solang nichts passiert. Da sehen sie wer ablichtet. Da wo keine bedenklichen Fotos entstehen bzw die Grünen solche Bilder auch machen. Wenn s kracht, dann achtet niemand auf Knipser und besonders nicht auf Kommerzknipser die dann die Äktschenbilder an die Presse verticken, denn die haben Marktwert. Wozu dann fotografieren wenn eh nix passiert? Darum geht s hier, um das Erscheinungsbild der Demo. Die Profis liefern wenn s friedlich bleibt, halt den Schilderwald der Politsekte, die mit Absicht so versucht das Erscheinungsbild zu bestimmen. Die Presseknipser kapieren das eh nicht und es ist ihnen auch egal. Szeneinternes interessiert die eh nicht. Die akkreditierten versuchen halt auch die Demo so darzustellen wie es der Veranstalter haben will. Was wenn Transpis da sind die irgendwo unerwünscht sind? Oder Transpis die wegen ihres durchgeknallten Inhalts dokumentiert werden sollten? Gab s ja schon bei etlichen Demos. Na da lässt sich doch gut zensieren, wenn sonst niemand fotografieren darf oder sich gar nicht erst mit Kamera hintraut. Aber genau davon lebt Indymedia und wer selbst mit Bilder bei friedlich verlaufenden Demos Probleme hat, nun die Propagandabilder passen auch auf die eigene Seite.
Auf Gesetze verweisen lohnt hier nicht, es gibt Demos da machen die Veranstalter ihre eigenen Gesetze und versuchen sie mit Selbstjustiz durchzusetzen, anders geht s ja nicht. Damit wirst halt leben müssen. S trifft nur die eigenen Leute, die Profis lassen sich davon nicht beeindrucken, man kennt ja den Spruch, Zeitungen drucken Photos, keine Ausreden. Und was machst mit den Spontanhandyknipsern? Sowas hat mer früher nicht.

" target=_blank>23. saul - 2007-05-25 11:12:56
Parteiauflösung.
Textauszüge aus der letzten Rote Fahne der KPD (1980) zur Parteiauflösung. Einiges in der Ausdrucksweise ist zeitbezogen oder nimmt Bezug auf die isolierte Denkweise und wirkt heute teil s etwas fremd und schwer nachvollziehbar. Trotzdem ein Zeitdokument.

Zwar ist die KPD aufgelöst worden, aber nicht als Konsequenz einer inhaltlichen Auseinandersetzung auf dem Parteitag, sondern durch die Macht der Realität, die viele ja vorher nicht wahrhaben wollten.
Die Gefahr der Atomisierung ehemaliger Mitglieder und Freunde der KPD nach dieser Auflösung ist konkret. Doch allein aus diesem Grund zusammenzuhalten was nicht mehr zusammenzuhalten ist - es sei denn als dogmatische Sekte - anstatt zuerst die Gründe für die gegenwärtige Situation herauszufinden, hilft weder die Situation zu verstehen noch eine wirkliche Perspektive zu finden.
...Für unsere Organisation gilt aber; Die Mehrheit des ehemaligen führenden Kerns hat sich als Hemmschuh bei dem Versuch erwiesen mit den schweren Fehlern der Vergangenheit zu brechen.....

Gleichzeitig hat aber der Prozeß des selbstständigen Denkens der großen Mehrheit der Mitglieder erst nach dem 2. Parteitag und in der Konfrontation mit der Wirklichkeit und unseren nicht einzulösenden Ansprüchen begonnen.

....mit einem Denken Schluß zu machen, das Ansprüche setzt und eine kommunistische Scheinidentität und Perspektive aus einer Marx Lenin Orthodoxie gewinnt.

.....das es notwendig war, mit Ansprüchen und Zitatensammlungen, die keine Antwort geben auf die heutige Wirklichkeit, endlich Schluß zu machen.

.....zum Schluß zu den Strukturen; Bruch mit der Vergangenheit, dies ist nicht allein eine Frage von "wir wollen," und dies ist auch nicht allein ein kollektiver Prozeß, heute in einer Phase des Umbruchs und Neubeginns, der leicht Schutz bietet und wo man sich nicht selbst verantworten muß. Bruch mit der Vergangenheit ist ein inhaltlicher und individueller Prozeß, der oft sehr schmerzvoll und ernüchternd ist, wo man erst nach einiger Zeit wieder Boden unter den Füßen hat und den Fortschritt erkennt. In einer Organisation die sich als Avantgarde gesetzt hat, wo Mitglieder nicht zum Mitdenken erzogen wurden, wo vor allem aber eine Struktur existierte, die es den Leitungen möglich machte, Macht auszuüben, ohne wirklich kontrolliert werden zu können, wo innerhalb der Ebenen oft ein Loyalitätsdenken existierte, was Schwächen schützte und Fehler vertuschte; In einer Organisation wo die Führung aus Berufsrevolutionären bestand, von denen viele gesellschaftlich isoliert und im praktischen Leben mit seinen Sorgen und Nöten völlig unerfahren waren. Ist die Zerstörung des alten und auch in gewisser Weise die bisherige Existenzgrundlage dieser Genossen ein längerer und windungsreicher Prozeß und müssen notwendigerweise die konservativen Kräfte, ganz oben sitzen. Es wird keine gemeinsame Perspektive ohne radikale Aufarbeitung der Vergangenheit geben. Wer versucht halbherzig und mit unausgewiesenen Ansprüchen weiterhin zu retten, was nicht mehr zu retten ist, den wird die Vergangenheit schneller einholen als er denkt und die Verantwortung für verpasste Chancen wird ungleich schwerer wiegen als heute.

....Eine radikale Bilanz unserer 10jährigen Politik ist notwendig, denn wir meinen, das nicht nur Auswucherungen unserer Politik und Anschauungen fehlerhaft waren, sondern wir sind gründlich gescheitert....
Weil wir viel Schaden angerichtet haben - dies im Bezug auf die Bewegungen aber auch uns selbst gegenüber.
Wenn wir nicht gründlich mit dieser Vergangenheit abrechnen, ihre Ursachen im Erbe unserer Politik und unserem eigenen Denken aufspüren, dann wird das Alte sich fortschleppen. Um abzurechnen müssen wir uns herausbegeben aus der ewig sich selbst, fern jeder Realität sich fortpflanzenden Eigendynamik unserer Organisation.
....eine Organisation wie unsere, die sich hauptsächlich auf Dogmen gründet und ihren Zusammenhalt durch ihren Zwangscharakter geschaffen hat, eine Organisation die völlig entfremdete zwischenmenschliche Beziehungen hat, wo jeder den anderen nur als Mitkämpfer aber nicht als Menschen kennt, muß notwendigerweise in Zwietracht und letztlich in ein Nichts zerfallen.
....es gibt ganz reelle unterschiedliche Positionen von Politik, die es allemal rechtfertigen und nötig machen mit dieser Scheineinheit von Organisation Schluß zu machen. Allen die jetzt für eine Übergangsorganisation sprechen um die Einheit zu wahren und eine Spaltung zu verhindern, sagen wir; zerschlagt erst einmal das Instrument, das in der Vergangenheit eine Avantgarde der Spaltung der linken Bewegung war.

....Die 99er würden darin wichtige Fragen entdecken, aber das Entscheidende wäre, die Bewegung auf ihren antihegemonistischen Gehalt hin abzuklopfen, wie halten sie es mit den Supermächten. Mögliche Betroffenheit über mörderische und selbstmörderische Verhältnisse? Wie niedrig und unwichtig gegenüber weitsichtigen strategischen Überlegungen. Aber was ist die schönste Strategie, wenn sie an den von Menschen formulierten Bedürfnissen, ihrer Angst wie ihrer Hoffnung vorbeistrategisiert?
Sollen wir uns aufregen, stoßen an den kleinen alltäglichen Widerlichkeiten oder sind sie viel zu banal und eben alltäglich und sagen wir mit erhobenen Kopf dazu; das ist doch klar, das ist der Kapitalismus, das haben wir schon immer gesagt, dagegen hilft nur ein unabhängiges vereinigtes und sozialistisches Deutschland, uns fügen gleich nach, als Weg des Herankommens, den antihegemonistischen demokratischen Kampf an?
....in unserer Propaganda eines unabhängigen vereinten sozialistischen Deutschlands dagegen spielten die Menschen mit ihren gesamten Bedürfnissen, mit ihren gesamten Lebensverhältnissen keine Rolle. Sie waren lediglich Vollzugsorgane eines von uns vorprogrammierten Geschichtsprozeßes. Es ist ein Zeichen für unsere Rückschrittlichkeit und nicht für die Rückschrittlichkeit der Menschen, das die antihegemonistische Linie irgendwie an der Ökologiebewegung vorbeihaut.
Nun wie soll es weitergehen? Gerade weil wir den Parteiradius seit längerem überschritten haben, wissen wir, das es viele Möglichkeiten und Hoffnungen für uns gibt. Gerade unser neues Politikverständnis macht es uns möglich, auch im alltäglichen Leben positive Ansätze einer wirklich greifenden Politik zu sehen die von Menschen und d.h. auch von uns selber ausgeht.

Textauszug aus der Ligaauflösung.
Ein historisches Zeitdokument, man sieht es an der Sprache und den Denkgewohnheiten die nach vielen Jahren auch 80 noch nachwirkten und nicht über Nacht abgelegt werden konnten.

Angesichts der Tatsache, das unsere politischen Vorstellungen mit denen wir Anfang der 70iger antraten, sich in den emanzipatorischen Prozessen in der dritten Welt nicht realisiert haben, ist eine Überprüfung und Revidierung von Teilen dieser Vorstellungen dringend vonnöten.
Auch hat sich unsere Erwartung, von der wir anfangs ausgingen, das nämlich die Befreiungskämpfe der dritten Welt zu gesellschaftlichen Veränderungen in den industrialisierten Ländern führen werden, als unrealistisch erwiesen.
Wir müssen zur Kenntnis nehmen, daß das politische und organisatorische Konzept der marxistisch leninistischen Bewegung, wie sie Anfang der 70iger Jahre in der BRD und Westberlin initiert wurde, gescheitert ist.
Die Liga war, auch wenn sie sich programmatisch nicht so verstanden hat, Bestandteil dieser Bewegung, sie hatte an ihren Erfolgen ebenso Anteil, wie heute an ihrem Niedergang. Zu den Erfolgen zählen sowohl die Anerkennung des bewaffneten Widerstandes (Volkskrieg) als legitimes Mittel der Völker gegen imperialistische Einmischung und das frühzeitige Erkennen der expansiven Politik der Sowjetunion. Zu den Erfolgen zählen wir auch zahlreiche entschiedene Maßnahmen gegen eine pro-imperialistische Politik in unserem Land auf den Grundlagen einer eindeutigen moralischen Integrität d.h. einer kompromisslosen Parteilichkeit für die indochinesischen Völker in ihrem Kampf gegen den US-Imperialismus. Zu den Mißerfolgen die schließlich auch zum Scheitern führten, rechnen wir eine im Kern undemokratische Organisationsstruktur, im Frühstadium eine beschränkte Orientierung auf "die Arbeiterklasse," später eine allgemeine Propagierung "der Weltlage," die es verhindert hat, die politischen Verhältnisse in unserem Land wahrzunehmen, letztlich auch in unserem Land faktisch Politik zu machen. Eine zentrale negative Bedeutung hatte hierbei die schematische und unkritische Übernahme aller Schwenks (und es waren ihrer nicht Wenige) der Politik der chinesischen Führung, die uns als Liga den Ruf einer Agenturorganisation einbrachten. Ein Image von dem wir uns bis auf den heutigen Tag - trotz einer zumindest teilweise entgegengesetzter Praxis - nicht haben lösen können.
In der BRD u. W Berlin hat sich seit Mitte der 70iger eine demokratische Bewegung entfaltet, die zunehmend an politischen Einfluß gewinnt.
Die Liga ist von dieser Bewegung weitgehend isoliert. Diese Tatsache hängt u.E. damit zusammen, das wir zunächst diese Bewegung mit einem beachtlichen Maß an Hochmut als kompomißlerisch, reformistisch oder sozialdemokratisch abgetan haben. Später hielten wir globalpolitische Einschätzungen für wichtiger als Veränderungen in dem Bereich in dem wir vorgaben politisch zu arbeiten; unserer eigenen Gesellschaft.
Das Erbe einer Kaderorganisation, in der die Ausführung von Befehlen mehr zählt als die Entwicklung eines eigenen Standpunkts, hat sich als stärker erwiesen als der Wunsch der Mitglieder dieser Organisation nach einer tatsächlichen Demokratisierung.
Wir halten es für notwendig, das wir uns darüber Rechenschaft ablegen, das wir in der Vergangenheit ein hohes Maß an von Kadavergehorsam im negativsten Sinne praktiziert haben. Wir haben damit politische Verhaltensformen an den Tag gelegt, die wir in unserer Politik als reaktionär gebrandmarkt haben

22. saul - 2007-05-25 11:10:04
Vorwort.
Auch wenn der Eindruck entstehen könnte, ich bin weder durchgeknallt noch hab ich aus der ML Zeit nen Dauerschaden. Wurd schon der Verdacht geäußert. Es ist nur das Medium Internet, das mich dazu brachte mich wieder mit dieser Vergangenheit zu befassen. Bevor ich in s Netz einstieg, war diese Welt ja ziemlich unsichtbar und ich hatte wenig Grund mich damit zu beschäftigen. Ne ferne Vergangenheit, längst abgehakt und selbst wenn man mal jemand traf und erfuhr, ach auch mal dabei gewesen, es hatte keine ernsthafte Bedeutung. Erst seit ich online die Gespenster aus der Vergangenheit wieder treffe, kann ich mich satirisch damit beschäftigen. Zudem geht es hier allgemein um das Phänomen Politsekten, ich führe hier keinen Privatkrieg gegen die Mlpd. Wär auch recht sinnlos, es kann nur drum gehen, den davon Betroffenen Entscheidungshilfe zu geben. Versuchen kann man s ja.
Und zu noch was ist es gedacht. Als Warnschild für unerfahrene Politinteressenten, die das nicht mehr miterlebt haben und Gefahr laufen, in solche Sekten reinzugeraten. Mehr als sie warnen kann ich halt auch nicht

Sicherungskopie.
Netzstory

Diese Story wurd auf Indy de in den Kübel verschoben. Warum? Weil man hier nicht mit Szeneknatsch nerven soll? Der Grund war eine Klagedrohung der Partei die neulich bei den Wahlen in der BRD 0,1% der Stimmen bekam.
Hier also etwas überarbeitet der Text und anschließend die Auflösung des Rätsels. War nicht schwer zu vermuten, das die Seite Erwin Scholz nicht so bierernst gemeint sein konnte, aber bekanntlich verstehen Kommis wenig Spaß und die große Mlpd noch weniger.
Warum nerv ich hier damit? Nun in der Hoffnung, das Indy at juristisch nicht von den selbsternannten Parteianwälten zu zensieren ist.
Es is echt ne Story, wie sie nur im www entstehen konnte und für Freunde der Kommunikationsguerilla ein gefundenes Fressen.
PS; Trotz aller Verdächtigungen, ich bin nicht Urheber der Seite Erwin Scholz.

PS; Auf Indy at wurd dieser Text auch versteckt.
MLPD zensiert und schlägt um sich.

Das Kommunisten keinen Spaß verstehen, ist ja nicht neu. Geht es um ihre Ewigen Wahrheiten und ihre geheiligten Führer, dann ist endgültig schluß mit lustig.

Wie fing das an? Nun im www tauchte auf einmal die Seite von Erwin Scholz auf und um sie bekannt zu machen, informierte er auf zahlreichen Gästebüchern darüber. Nun das tun viele und das für sich ist noch kein Verbrechen. Nun, normalerweise hätte man mal reingeklickt, über den Inhalt eher den Kopf geschüttelt und das wieder vergessen. Aber da gab es noch ein Gästebuch und in diesen Teil entwickelte sich eine offene Debatte in der Kommunisten, Maoisten, Exkommies, Anarchisten und was wees ik was noch für Linke mal zusammenkamen und sich fetzten, was in der realen Welt so nie vorkommt. Na da hatten wir einen netten Spielplatz und konnten unzensiert rumtoben. Das war eben Internet in Reinkultur, man darf offen sagen was man von bestimmten Sachen hält und ob man was sachkundig beizutragen hat, oder sich lächerlich macht, nun auf eigenes Risiko. Einige nutzten dieses GB auch um Parteiinternes reinzuhauen, und schon entspann sich eine Debatte über Alkoholsucht in der Partei. Wie das eben so ist, überprüfbar sind solche Gerüchte nicht und daher wurden sie eher als Satire verstanden, zumal die "Beweise" aus Photos auf der Mlpd HP bestanden. Nun verstehen Kommies bekanntlich wenig Spaß und wüteten über eine Schmutzkampagne die von nicht näher bezeichneten Liquidatoren gegen die Partei gestartet wurde und sahen sich sogar genötigt, einzelne Bilder aus der Seite zu nehmen. Nicht zu fassen wie dünnhäutig Kommies auf ein Guestbook reagieren das nur einer begrenzten Zahl von Usern überhaupt bekannt ist. Wer ist aber Erwin Scholz? Nun im Internet weiß bekanntlich niemand, das du ein Hund bist. Erwin Scholz könnte also wirklich der sein, der er zu sein vorgibt. Sicher, die Seite sieht aus wie von einen bekloppten Altstalinisten erstellt, nur wer das Internet kennt, der weiß das es von Seiten wimmelt, die nach Satire aussehen, aber bitterernst gemeint sind. Klar kam bald der Verdacht auf, das ist n Titanicfake, oder Eulenspiegel? Denen wär s auch zuzutrauen.

Nachdem sich das Neue Deutschland an einem (vermutlich satirisch gemeinten) Flugblatt über Parteiinternen Streit bediente und daraus einen Zeitungstext baute, lagen die Nerven blank. In einer gesteuerten Leserbriefaktion nötigte die MLPD das ND zu einer Entschuldigung. Kennt man, ihr habt recht, wir unsere Ruh.

Hier der beanstandete Artikel aus dem ND vom 29.7.05

Noch echter; Ärger im Hause MLPD

(ND). Nach einem anonymen »Rundschreiben der Roten Garde (Marxisten-Leninisten)« droht der in der linken Szene äußerst beliebten MLPD Ärger. Unter der Überschrift »Schluss mit der Vetternwirtschaft der Engels« wird sogar der sofortige Rücktritt des Führungspärchens Stefan und Monika Engel gefordert. Harter Tobak für das Zentralkomitee; Der Erfinder des »echten Sozialismus« soll Drogenprobleme haben und die gesellschaftliche Situation völlig falsch einschätzen. Schlimmer noch ist, dass Engel, »Arbeiterdasein« und »proletarische Denkweise« hinter sich lassend, »Geldmacherei auf dem Rücken des Sozialismus« betrieben habe. Nun aber soll Schluss sein mit der »rechtsopportunistischen Entartung« der Partei. »Zu gegebener Zeit« wolle die »Rote Garde« »offenbaren, wer wir sind«. Der Kampf für den nun aber wirklich »echten Sozialismus« geht weiter.

Das Imperium MLPD schlug aber auch online zu. Auf einmal war das Gästebuch von der Erwin Scholzseite nicht mehr erreichbar. Es folgte diese Erklärung;

Liebe Freunde,

mein Gästebuch wurde auf Betreiben der MLPD wegen "Verunglimpfung" vom Betreiber Webtropia gesperrt. Eine Sauerei. Ich habe dazu auf meiner Homepage eine Erklärung abgegeben.

Ich werde weiterhin die freie Rede unter Genossen und Kommunisten fördern.

ihr und euer Erwin Scholz

Darauf wurde ein neues Gästebuch erstellt und da der Partei offenbar die Argumente ausgingen, begannen sie das Teil zuzuspammen um jede Diskussion unmöglich zu machen. Erfolg haben sie damit nicht, dafür zeigt dieses Verhalten, wieviel Angst sie vor einer offenen Debatte haben. Da könnten ja auch ihre eigenen Mitglieder mitlesen und so schädlichen Einflüssen ausgesetzt werden oder sogar Infos bekommen, die nicht in der Roten Fahne stehen und sowas kann die Partei doch nicht zulassen. Auf Indymedia wurde ein Pseudosatirischer Text reingesetzt, der allerdings in den Zensurkübel wanderte. Namensfälschungen werden da nicht so gern gesehen, man darf da notfalls auch unter Lenin posten, hier ist klar das es nur ein Pseudo ist, nicht aber unter tatsächlich von andern benutzten Namen. Dann verschwand noch ein Link zum Gästebuch der Schwarzen Katze und auch da fragte man sich, was da passiert ist. Das Gästebuch vom Rebell Magdeburg ist nicht mehr aufrufbar, es erscheint nur der Eintrag, am Gästebuch wird gearbeitet. Man steckt ja nicht drin, fragt sich aber doch ob über den Rebellen ein gewaltiges Donnerwetter des großen Vorsitzenden hereingebrochen ist und ob sie nun zur Nachschulung und Selbstkritik antreten müssen. Kommies können eben weder mit Kritik noch mit Satire, geschweige mit free speach im Internet umgehen und greifen gleich zum Zensurknüppel, notfalls auch zur sonst so verhassten bürgerlichen Klassenjustiz. Die folgende Drohung im bürokratisch stalinistischen Sprachgebrauch ist es wert original wiedergegeben zu werden.

Im Internet wird gegenwärtig von einer kleinen Gruppe von Liquidatoren eine widerwärtige Schmutzkampagne gegen die MLPD und ihre Repräsentanten geführt. Üble Verleumdungen und Beleidigungen durchziehen deren anonyme oder gefälschte Pamphlete.

Es ist völlig klar, dass die MLPD mit allen gebotenen Mitteln dagegen vorgehen und ihre demokratischen Rechte gegen diese antikommunistischen Attacken verteidigen wird.

Wir geben den Verleumdern und allen, die sich mit ihren Gästebüchern u.ä. zu deren Wasserträgern gemacht haben, eine letzte Chance. Sie haben die Möglichkeit sich bis Dienstag, 2. August 2005 um 12 Uhr namentlich zu erkennen zu geben, sich öffentlich zu entschuldigen und ihre Schmutzkampagne zu beenden. Insbesondere untersagen wir „Erwin Scholz" - bzw. wer auch immer sich dahinter verbirgt - sich als MLPD-Mitglied auszugeben, geschweige denn in ihrem Namen zu sprechen.

Andernfalls behalten wir uns entsprechende juristische Schritte vor.

Im Namen des Zentralkomitees der MLPD

Wolfgang Göller, Parteigeschäftsführer, 1. August 2005

Siehe auch;

www.a-free-guestbook.com/guestbook.php?
username=erwinscholz

Die Geschichte geht weiter, die große MLPD führt einen harten und erfolgreichen Kampf gegen ein Gästebuch und feiert diesen Sieg auf ihrer HP.

Wichtige Erfolge und breite Solidarität gegen Verleumder der MLPD

Mit einer vom Verfassungsschutz gesteuerten Schmutzkampagne gegen die MLPD wird seit einigen Wochen versucht, das wachsende Ansehen der Partei unter den Massen in den Dreck zu ziehen und die Offensive für den echten Sozialismus anzugreifen.

Und ,,Erwin Scholz"? Sein erstes ,,Gästebuch" wurde nach anwaltlicher Aufforderung vom Betreiber abgeschaltet. Kurz darauf war er bei einem anderen Betreiber mit neuem Dreck wieder online. Aber auch hier wurde das ,,Gästebuch" wenige Stunden nach Aufforderung abgeschaltet.

Zitat aus der RF Homepage.

Hier ein zusammenfassender Artikel über diese seltsame Webstory


www.redglobe.de/index.php?option=com_
content&task=view&id=205&Itemid=39

Hier der Abschluß der Parteireaktionen auf einen Satirefake.

Drehscheibe der Hetze gegen die MLPD stillgelegt
- Fiktive Homepage „Erwin Scholz“ am Ende
Am 22.9.stellten die Betreiber der fiktiven Homepage „Erwin Scholz“ ihre Seite offiziell ein und gaben endlich zu, dass es weder einen Erwin Scholz gibt, noch ihre Verleumdungen gegen die MLPD irgend eine reale Substanz haben. Über Wochen tummelten sich in den Gästebüchern dieser Seite die skurrilsten und vor allem anonymen Verleumder der MLPD (siehe auch Randleiste). Unter anderem wurde der Vorsitzende der MLPD, Stefan Engel, dort als drogensüchtig diffamiert und verschiedene andere Repräsentanten der MLPD wurden wahlweise als Schläger, Alkoholiker oder anderes bezichtigt. Die MLPD hatte „Erwin Scholz“ schnell als fiktiv erkannt.

Heute schreiben die weiterhin anonymen Betreiber der „Erwin-Scholz-Homepage“; „Natürlich war diese Internet seite eine Satire“. Drei Dinge fallen mit der Schließung dieser Seite zusammen. Erstens sind die Bundestagswahlen vorbei und hatten entgegen der Prognosen der selbst ernannten „Erwin-Scholz-Spaßmacher“ einen positiven Ausgang für die MLPD. Zweitens zieht sich die juristische Verfolgung enger um die anonymen Betreiber der Hetz-Propaganda zusammen. Und drittens konnten die Betreiber der Hetze keinerlei positive Resonanz unter den Massen erzielen. Im Gegenteil solidarisierten sich immer mehr Menschen mit der MLPD.

Natürlich leugnen die „Erwin Scholz“-Betreiber, mit dem „Verfassungsschutz“ etwas zu tun zu haben. Purer Zufall sicher, dass sie begierig jede Hetze des Inlandsgeheimdienstes aufgegriffen und verbreitet haben. Offenbar fürchten die Leute, enttarnt und beim Namen genannt zu werden. Deswegen wollen sie inzwischen ihre strafrelevanten Diffamierungen und Verleumdungen als Satire verharmlosen.
www.mlpd.de/rf0539/rfart17.htm

Grenzen der Kritik.

Sicher kann man die verbliebenen Parteisekten in vielfältiger Form kritisieren und die MLPD ist ja nur ein Auswuchs davon. Man kann es in ernsthafter Form versuchen, was eher unergiebig ist, denn an den Adressaten prallt sowas wirkungslos ab. Will man sie ärgern, greift man zur Satire, denn das mögen sie nicht. Fühlen sie sich bei ernsthaft vorgetragener Kritik noch ernst genommen, so sehen sie, das die Satire sie überhaupt nicht für voll nimmt und das bringt sie naturgemäß auf die Palme.

Der Grund, weshalb ernsthafte Auseinandersetzung nichts bewirkt ist denkbar einfach. Diese Sekten haben sich ihre eigene Wahnwelt geschaffen und filtern die Infos der Außenwelt. Alles was ihr Weltbild bestätigt, wird freudig aufgenommen, was ihren Weltbild widerspricht oder nicht reinpasst, wird als antikommunistische Hetze oder Verfassungsschutz zurückgewiesen.

Wie soll man sich also mit Menschen auseinandersetzen die man auch als Gläubige betrachten kann? Man kann mit ihnen über vieles reden, nicht aber über ihre geheiligten Güter.

Die Auseinandersetzung wird auch deswegen sinnlos, weil man von ihnen keineswegs als gleichwertiger Diskussionspartner betrachtet wird. Sie sind es ja, die wissen wo es lang geht, sie kennen die Wahrheit und alle anderen sind eben noch nicht soweit und müssen bekehrt werden.

Daher sollt man nicht in die Falle tappen, sich mit ihnen auf der Ebene ihrer Ideologie auseinanderzusetzen. Hier landet man nur im Gestrüpp theologischer Debatten und findet kein Ende. Die entscheidende Denkfalle ist dabei, diese Ideologie als Autorität zu akzeptieren und so den eigenen Gedanken zu entwerten. Dies ist nicht nur auf den Marxismus/Leninismus beschränkt, das trifft auf alle Glaubensgemeinschaften zu. Kritisiere die Kirche nie mit Bibelzitaten, da hast schon verloren. Zeige einen Zeugen Jehovas nicht die Bibel, zeig ihm den Mittelfinger oder besser noch den Spiegel. Soll heißen, schau dich doch an, macht Sektierertum alt und häßlich? Du selbst bist doch die beste Antiwerbung.

Leiten wir von den Zeugen Jehovas über zur MLPD. Warum gerade die? Na klar, die tretmühlenartige Aktivität der MLPD Mitglieder erinnert doch an die Wachturmdealer die genauso erfolgreich in der Fußgängerzone rumstehen.

Forumsbeitrag.
Verfasst am; 21.10.04
Begriffsstutzig?
Vermutlich wollen unsere Gläubigen nix kapieren und das ist mir gut vertraut. Mit Ideologiegläubigen kannst nicht reden, sie sind keinen Argumenten zugänglich. Genau so gut kannst einen Katholiken die Unlogik der Jungfrau Maria auseinandersetzen. Der braucht keine Logik, wozu auch? Ist eben ein Bestandteil des Glaubens. Mit den Kommunisten sieht es genauso aus, sie glauben eben an die Revo, die Arbeiterklasse und die führende Rolle der Partei weil sie dran glauben wollen und auch dran glauben müssen. Anders wären die Nachrichten der letzten 15 Jahre ja nicht auszuhalten gewesen ohne die Blauen Bände in de Maa zu schmeißen und gleich hinterher zu hüppe. Muß man Verständnis für haben. *g* In den 70igern gab s viele Gläubige und der Sprachgebrauch, in dem es von Sektierern, Renegaten, Ketzern und Abweichlern nur so wimmelte, war ja auch original von der Theologie geklaut. Viele ansonsten durchaus helle Köpfe verbogen sich das Hirn um Sachen zu rechtfertigen und fragten sich im Hinterkopp, ob sie eigentlich selbst dran glaubten. So beeindruckend sie die hiesigen Verhältnisse kritisieren konnten, noch mehr Hirnschmalz verwendeten sie dafür, die gleichen Verhältnisse zu rechtfertigen wenn sie statt in der BRD in der DDR, UDSSR oder China liefen. Je nach Ausrichtung. Wer will mir da weißmachen, die MLPD sei anders? Es ist ja die gleiche Ideologie die sie vertreten. Und komm nun niemand mit dem Quatsch von kleinbürgerlich und proletarisch. Kleinbürgerlich, dieses Schimpfwort schlugen sich die Sekten schon damals gegenseitig um die Ohren. Einen Unterschied zur MLPD gibt es. Allein die drei Parteien KPD, KPD/ML und KBW hatten zusammengenommen ein Umfeld von 50000 und brachten sogar mal ne Demo in Bonn von 20000 zustande. Dagegen ist die MLPD eher n Kleintierzüchterverein. Trotzdem zerfielen diese Sekten um 80 zur Bedeutungslosigkeit. Die MLPD wird s besser machen? Wer s glaubt..... aber wie gesagt, man muß eben dran glauben.

Sammlung kleiner Gemeinheiten aus dem Gästebuch Erwin Scholz.

Komm in die Partei, da findest auch Freunde. Wir sind doch alle an einen gemeinsamen Projekt beteiligt. Nun haben einige damit so ihre Erfahrungen gemacht.

Wer es wissen wollte, hat davon gelesen. Als in Stalins Reich viele in Ungnade fielen, auch deutsche Kommunisten im Exil, war es lebensbedrohend mit ihnen was zu tun gehabt zu haben. Schnell distanzierte man sich von denen. Man wollte nicht da mit hineingezogen werden um auch noch abgeholt zu werden. Herbert Wehner hat darüber geschrieben.

Nachdem die Parteien in den 70igern das Feld bestimmten, waren auch viele dabei und fanden auch da drin Freunde, glaubten sie. In Aussteigerberichten ist auch immer wieder der Vorgang zu finden, wenn jemand mit dem Verein Ärger bekam und die politische Chemie nicht mehr stimmte, oder sogar sich vom Verein trennte, auf einmal hattest keine Freunde mehr. Mit dem (der) wollte niemand mehr was zu tun haben. Auf einmal stellten die Betroffenen fest, das waren keine Freunde. Mehr als die gemeinsame Parteiarbeit verband sie kaum und wenn Zusammenhalt nur von dem gemeinsamen Ideologiebekenntnis abhängt, dann kann man darauf besser verzichten. Wenigstens war das nicht lebensbedrohend, aber trotzdem für viele eine Lebenserfahrung die mehr einschlug als 1000 Flugblätter.

Das dürfen sich die Mitglieder der MLPD oder sonstiger Vereine mal hinter die Ohren schreiben. Es könnte ihnen mal genauso gehen.

Hoch die Faust, für Ernst Aust.
Auch wenn s dich beim Gedenken graust.
Die KPD/ML soll leben.
An Stalins Werken kleben.
Grauhaarig sitzen sie am PCeee.
Bauen eine elektronische KPDeee.
Ihre Leithammel, längst altgeworden.
Oder aber weggestorben.
Die gelobten Länder, längst in Revisionistenhand.
Da sträubt sich der ML Verstand.
Doch sie sind nur kleine Wichte.
Übriggebliebenes Strandgut der Geschichte.

Der versteinerte ABC-Marxismus, der sich an die Stelle der Realität setzt, kann zur politischen Identität der Linken nicht beitragen; er kann nur Sektenidentität schaffen.

So ist unter Erneuerung auch zu verstehen, das der Wiederholungszwang der Ausgrenzungen überwunden wird, ich meine damit den nutzlosen, seit über fünfzig Jahren betriebenen Windmühlenkampf gegen alle Strömungen und Handelns innerhalb des marxistischen Spektrums, die als Abweichungen gelten; idealistisch, spontaneistisch, subjektivistisch, utopistisch, syndikalistisch, usw. Ein Windmühlenkampf ist es, weil die wirklichen Menschen eben so handeln, wie es diese und nicht die angeblich wissenschaftlichen Kategorien ausdrücken. Wer geschlagen wird, reagiert spontan, und wer Gemeinheit und Unterdrückung erfährt, denkt utopisch und idealistisch, wenn er seinen Zustand, auch durch kollektive Aktionen, verändern will. Er will die reale Veränderung seines Lebens, nicht abstrakte Ziele.

Oskar Negt. Kursbuch 1977


113. Benno - 2005-08-23
--------------------------------------------------
Jung junge, was die MLPD auf ihrer Homepage für eine platte Propaganda abzieht, kann doch niemand mehr glauben. Erfolge hier, Erfolge dort. "Erfolgreich" einige Flugblätter verteilt, Bilder, auf denen, wo kein Publikum zu sehen ist, Stefan Engel als begeisternder Redner gefeiert wird.

Das ganze erinnert mich sehr an das kommunistische Rumänien, wo dem Staatschef die Früchte der Ernte in Form von Holzattrappen präsentiert wurden.

Hallo, ihr MLPD Mitglieder;

Glaubt ihr diese Propaganda der MLPD wirklich?


Die vom Verfassungsschutz gesteuerte Schmutzkampagne gegen die MLPD und ihre führenden Repräsentanten zeigt inzwischen Wirkung - allerdings ganz anders, als ihre Urheber sich das gedacht haben. Die Homepage des fiktiven Erwin Scholz, die eine Drehscheibe der Hetze war, ist inzwischen aus dem Internet verschwunden auf Grund der juristischen Schritte der MLPD. Bereits vorher mussten zwei Internet-Gästebücher des ,,Erwin Scholz" stillgelegt werden.

,,Hiermit möchte ich meine Entrüstung zum Ausdruck bringen über die Verleumdungen

Es war sofort klar, dass wir uns mit euch solidarisch erklären und wir weisen diese Verleumdungen bzw. Angriffe entschieden zurück ...
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Woran erinnert uns das? Irgendwie doch an die gesteuerten vorgefertigten Beschuldigungen wie sie zur Zeit der großen proletarischen Kulturrevolution in China alltäglich waren.

Die Begriffe auf ihre Bedeutung zurückführen? Und die finden wir bei Marx und Engels, wo auch sonst. Ist mir ohnehin unbegreiflich, wie die Menschheit vor diesen Meisterdenkern überhaupt irgendeinen sinnvollen Satz zu Papier bringen konnte.

So und nun ernsthafter? Es juckt mich nicht die Bohne, wovor der Kleinbürger Schiß hat, ins Proletariat abzusinken und so, darum geht s hier nicht. Es geht um den Kampfbegriff Kleinbürger und den Mißbrauch der Jahrelang damit getrieben wurde. Das von der Parteiführung Leut in die Betriebe geschickt wurden um in der Produktion ihre kleinbürgerliche Denkweise zu überwinden, ist heute noch lachhaft. Was haben die denn als Hilfsarbeiter produziert? Da trafen sie auf andere Arbeiter, denen brauchten sie nix von proletarischer Denkweise zu erzählen, die hätten da nur gefragt, willst mich verscheißern? Denkweise? Wir sind Arbeiter und zu Tarifzeiten wolln wir das die Gewerkschaft n paar Mark mehr raushaut. Das war für sie proletarische Denkweise, nur nannte das niemand so. Etwa der freiwillige Lohnverzicht wie er in Parteikreisen üblich war (später wurde dies bei den Grünen zeitweilig fortgesetzt), sollte die Kleinbürger dem Proletariat annähern. Weest was die Malocher zu sowas gesagt hätten? Biste blöd? Freiwillig auf Geld verzichten das du bekommen kannst? Also ich tät mitnehmen was ich kriegen kann, ich glaub du spinnst. Soviel zur berühmten proletarischen Denkweise.

Da aber niemand so recht wußte was proletarische und bürgerliche Denkweise so sein sollten, genau festgelegt waren sie nicht (und komm mir nun niemand mit Marxzitaten angeschissen, es gab keinen eindeutige Definition, oder ich muß damals in einer Parallelwelt gelebt haben), eigneten sie sich zu einen hervorragenden Druckmittel um Parteimitglieder auf Linie zu bringen. Der KBW brachte es darin zur wahren Meisterschaft und die psychischen Dramen die sich abspielten, einige haben es nach langen Jahren endlich geschafft, darüber im www zu schreiben. Muß echt der reinste Horror gewesen sein.

Auch deswegen bekomm ich n Brechreiz, wenn ich heut wieder diesen Scheißdreck von bürgerlicher und proletarischer Denkweise zu lesen bekomme. Wer das noch ernst nimmt, nun der muß die letzten 30 Jahre fernab von Zeitung, Radio und Internet verbracht haben.

Guten Tag liebe Gästebuchleser. Heute erklären wir ihnen den Kommunismus.

Das ist der Marx. Ja ich weiß, sieht aus wie ein Späthippie, aber das ist er. Der hat ein Buch geschrieben, das hieß, das Kapital. Vermutlich nannte er es so, weil er selbst meist knapp bei Kasse war. Marx war Kommunist und alle die Marx gelesen haben, sind auch Kommunisten.

Das ist der Lenin, der hat auch ein Buch geschrieben. Das hieß; was tun gegen Haarausfall. Alle die Marx und Lenin gelesen haben sind Marxisten Leninisten. Damit also die linkeren Kommunisten.

Dieser nette Herr heißt Stalin und hat auch was geschrieben. Große Säuberung hilft gegen Haarausfall und wie wir sehen, ihm selbst hat es geholfen. Wer also Marx, Lenin und auch noch Stalin gelesen hat, ist Stalinist. Wer Stalinist ist, ist ein noch besserer Kommunist.

Das ist Mao, der hat auch viel geschrieben, aber schwieg zum Thema Haarausfall. Verständlich, wenn wir uns sein Bild ansehen. Wer Marx, Lenin, Stalin und auch noch Mao gelesen hat, ist Maoist. Maoisten sind wenn man so will, Hardcorekommunisten. Denen kann es niemand recht machen und außerdem sind sie die einzigen Kommunisten, alle anderen sind Revisionisten.

Das ist Trotzki, der hat was gegen Stalin geschrieben und das machte Stalin so wütend, das er ihn aus dem Land jagte und vor Zorn einen Eispickel nachschmiß. Wer Trotzki gelesen hat, ist Trotzkist und ein Schädling. Den mag eigentlich niemand so recht.

Dieser unrasierte Herr ist kein Penner sondern Bakunin. Der schrieb Gott und der Staat und den mochte niemand, vor allem kein Kommunist. Deswegen sind alle die Bakunin gelesen haben auch Anarchisten. Anarchisten mögen keine Kommunisten weil sie ihnen zu autoritär sind und Kommunisten mögen die Anarchisten nicht, denn die sind ihnen zu unordentlich.

Dieser Herr hier heißt Stefan Engel. Der hat auch ein Buch gelesen, das heißt Götterdämmerung. Zweckmäßigerweise hat er es auch selbst geschrieben und nun fragen wir uns, ob er damit Gott ist. Nun zumindest ist er ein Parteigott und hat, weil er grad nichts besseres zu tun hatte, auch gleich eine Partei gegründet. Die heißt MLPD und wer da drin ist, ist ein Englist?

Nun das klären wir ein andermal. Klassenlose Nacht noch.

Was halten sie für das interessanteste Bauwerk der Galaxis?

Den Staudamm, der in den Drei Schluchten des Jangtse errichtet wird. Allerdings wäre "unverständlichste" wahrscheinlich das richtigere Wort. Staudämme leisten fast nie, was sie eigentlich leisten sollten, sondern richten vielmehr unglaubliche Schäden an. Und trotzdem bauen wir immer wieder welche, und ich frage mich warum. Ich bin überzeugt, wenn wir nur weit genug in der Geschichte der Menschheit zurückgehen, stoßen wir irgendwo auf ein paar Bibergene. Das ist die einzig einleuchtende Erklärung.

Aus; Douglas Adams. Lachs im Zweifel.

Liebe Kommis und Geschichtsspezialisten, legt mal kurz die schweren Wälzer beiseite und lest mal Anhalter. Das hilft echt den stalinistischen und maoistischen Staub aus den Hirnwindungen zu blasen. Müssen sich in den letzten Jahrzehnten ja schon geologische Schichten abgelagert haben.

Montags an der Hauptwache vorbeigeschnuppert, was läuft da? Na Montagsdemo. So 50 Leut, immer noch dabei und immer die gleichen Leut. Wie lang kann man das Spielchen treiben? Na wenn s sein muß noch ein Jahr lang, nur mit vorhersehbaren Ergebnis. Warum bleiben die Betroffenen weg? Weil sie sehen, da kann ihnen niemand helfen. Müssen sich halt selbst um ihre Scheiße kümmern. Was taten sie also? Sie ließen die Demos sausen und wählten PDS. Da wurde ihr Protest wenigstens noch beachtet.

Und das ist die Grundfrage in der Politik. Wenn du dein Leben nicht selbst in die Hand nimmst, die Politik, die Partei, die Bewegung oder wer auch immer, niemand wird es für dich tun. Da in der Politik erstmal nur agitiert wird und da nichts wirklich durchgesetzt werden kann, stehen die Betroffenen erstmal auf sich allein gestellt da.

Das ist mit Kommiparteien nicht anders. Da hier auf absehbarer Zeit keine Aussicht auf auch nur kleine Veränderungen besteht, verschwenden die Beteiligten da nur ihre Zeit mit Agitation und dem Werben neuer Mitglieder. Ob nach der zehnten Marxschulung, oder ob sich die Parteizeitung bei dir stapelt, es hat praktisch keine Auswirkungen auf die Gesellschaft. Um dein Leben mußt dich selbst kümmern, da kann man sich die Parteiarbeit auch sparen. Dieser Widerspruch besteht überall in der Politik. Da dir die Partei nicht helfen kann, besteht auch kein Grund, sich dafür aufzuopfern. Es wird nichts ändern, auch wenn du jeden Tag die Parteizeitung vertickst und an jeder Sitzung der Ortsgruppe teilnimmst.
Daher sollt man stets überlegen, wie viel lohnt es irgendwo reinzustecken? Lohnt es, sich dafür umzubringen? Was bekommst dafür zurück? Unterm Strich gesehen, recht wenig.

Kleine Satire.
Kennt man, den Bücherwurm bzw. der Bibliothekar von Spitzweg. Da steht er auf der Leiter umgeben von fetten Wälzern und starrt auf einen Buchstaben im aufgeschlagenen Buch.
Wozu diese Einführung? Na um die Frage zu beantworten woher diese Sammlung netter Kommiseiten im Netz kommt. Wir erinnern uns als in den 60igern die blauen Bände wiederentdeckt wurden und die Leser mit den Bleiwüsten ausgerüstet sich dranmachten die jeweils einzig wahre Partei der Arbeiterklasse zu gründen und die doofen Volksmassen zu agitieren, hatten sie alle haufenweise diese Texte im Hinterkopp. Diese Bleiwüstensammlung ersetzte die Realität und wenn die reale Welt draußen nicht wie gewünscht die Parteizeitung kaufte dann ging s zurück in die Studierstube um sich weiterhin der ewigen Wahrheiten zu vergewissern und zu wissen die Geschichte ist auf unserer Seite. War oft genug nötig wenn man draußen wieder das bekannte geht doch rüber zu hören bekam.
Die Geschichte ging drüber achtlos hinweg die Parteien verschwanden in der Versenkung und das Pack wurde grauhaarig.
Irgendwann wird s Zeit zu wissen wann das Spiel aus ist. Nicht alle merkten es und so kamen sie nie aus dieser Buchstabenwelt raus im Gegenteil. Je mehr Ostblockstaaten sich vom real existierenden Sozialismus verabschiedeten desto mehr verschanzten sie sich hinter MEW um da trotz alldem die historische Entwicklung, die nur eine kleine Pause eingelegt hatte, auf ihrer Seite zu wissen. Heute basteln sie ausgerüstet mit diesen Bleiwüstenwissen ihre Webseiten und verkünden allen die es hören wollen, oder meist auch nicht, ihre Gewissheiten. Das wir siegen werden, das wir nur auf die richtige Partei warten müssen. Das es sie schon gibt, ihre selbstverständlich und das sich das todsichere Patentrezept um das Kapital zu stürzen irgendwo zwischen den Zeilen auf Seite 167-175 versteckt und nur auf den genialen Finder und Interpreten wartet.
"Ist es das Prinzip Hoffnung? Der Glaube versetzt bekanntlich Berge. Dummerweise zu oft nur Berge von Menschen unter die Erde.

Betr. "Bücherwurm."
Sicher wurde schon vorher Marx gelesen nur das war ohnehin nicht meine Zeit. Ich habe eine Abneigung dagegen ständig in der fernen Vergangenheit rumzuschnüffeln und mir da die Argumente zusammenzuklauben. Mir haben eh schon genug vorgeworfen ich lebe in der Vergangenheit. Dabei tut das die Linke seit ich sie kenne. Ich unterscheide zwischen der sogenannten Geschichte der Arbeiterbewegung, die für die Mehrheit der heutigen Linken tatsächlich Geschichte ist und den eigenen Erfahrungen. Das ist für viele nicht mehr 68 aber die 70iger umso mehr. Das ist Geschichte bei der viele dabei waren und da ihre Erfahrungen gemacht haben. Wenn ich mir aus dieser Zeit und auch noch weiter aus den 80igern meine Argumente hole dann weiß ich wovon ich rede.
Zudem, die Geschichte der Arbeiterbewegung ist ja auch nur Geschichte. Wie jeder weiß Geschichte ist die Lüge auf die man sich geeinigt hat. Der Anhalterfan weiß es noch besser, Geschichte ist Quatsch. Einigen können wir uns aber darauf, Geschichte dient heute immer noch als Keule um sie dem politischen Gegner auf die Birne zu hauen.
Was die irreale Vorstellung der Murxisten angeht, sorry genauso hab ich sie erlebt. Daher bin ich zum Ergebnis gekommen es ist nicht verwunderlich wenn an diesen Zeitgenossen 89 spurlos vorbeigegangen ist. Sie tun so als sei nichts gewesen und machen weiter in ihren Studierstuben wie gehabt.
Man kann sie mit Gläubige vergleichen die immer noch ihre heiligen Schriften studieren und ignorieren das ihr Gott keinen Bock mehr auf den Job hatte und sich in die Kneipe verzogen hat um sich endlich ungestört von seinen nervigen Fans die Kante zu geben.

Der Parteizeitungsdealer"

Da steht er auf der Straße.
Wie ein vergessener Osterhase.
Er steht da mit seiner Zeitung.
Bemüht um weiteste Verbreitung.
Er wartet auf die Massen.
Er kann s nicht lassen.
Doch beachten ihm nicht die Massen.
Ist das denn zu fassen?
Keiner kauft die Rote Fahne.
Als wär s nur saure Sahne.
Achtlos hasten sie vorbei.
Der Stapel wird ihm schwer wie Blei.
Doch er gibt nicht auf.
Auf seiner Seit ist der Geschichte Lauf.
Er kennt kein Zweifel und kein Wanken.
Die Partei wird s ihn mal danken.
Hier steht er bei Wetter und bei Wind.
So wird man halt ein dummes Rind.
Netzantwort
Die Netzstory wurd auf Indymedia at versteckt, ist aber über den Zwischenspeicher der Suchmaschine noch einsehbar. Und das hatte Folgen, da scheint mich irgendwer zu beobachten. Warum lass ich das nicht einfach im Datenmüll wo es hingehört? Wer das abgelassen hat tut nicht viel zur Sache, es geht um eine Verhaltensweise, die ich an die Öffentlichkeit zerren will, weil dies kein Einzelfall ist. Zieht sich durch die linke Geschichte und wer einmal da reingerät dem bleibt nur noch, diesen Zusammenhang zu meiden und sich andere Freunde zu suchen, das war mal so, mittlerweile gibt es ja keine Zusammenhänge mehr, die einen mit Rausschmiß abstrafen könnten bzw diese Zusammenhänge sind nur noch Fiktion. Du fotografierst ne Demo? Dann bist n Zivi. Beweise? Die Kamera ist der Beweis. Dementieren? Glaubt dir eh keiner. Du folgst nicht dem Mainstream, stellst dumme Fragen und hast sogar eigene Gedanken? Der kann nur vom Verfassungsschutz sein.
saul hat mit dem Kampf um politische Veränderungen nix am Hut, umkreist in Frankfurt aber jede Demo wie ein Adler und macht ständig Fotos. Ausser seiner Beteiligung an der Hetzkampagne gegen die MLPD gibt es einige Details die dafürsprechen, daß er für den BRD-Geheimdienst arbeitet. Wenn der bei euch auftaucht seid bitte wachsam.

Ob die Seite Indy at die beste Adresse für ne Spitzelwarnung ist? Glaub nicht das die Österreicher sich für das Piefkezeug allzusehr interessieren.
umkreist in Frankfurt aber jede Demo wie ein Adler
Hab ich mal n Flugschein gemacht? Kann mich nicht erinnern, tia man wird alt.
macht ständig Fotos
Die man bei Indy de sehen kann. Kenn ich noch aus alten Zeiten, ham mich damals auch schon fürn Zivi gehalten. Aber wer Fotos macht, ist grundsätzlich verdächtig.
daß er für den BRD-Geheimdienst arbeitet
Wo ist eigentlich mein Arbeitsvertrag und wann kommt endlich die Kohle rüber?
Wenn der bei euch auftaucht seid bitte wachsam.
Wer ist "euch" und wo sollt ich auftauchen? Mlpd hats beizeiten aufgegeben mich zu rekrutieren, zur Wasg wollt ich dann doch nicht, sonst seh ich hier nix wo ich unbedingt mitmachen wollt und die Montagsmahnwache tu ich mir auch nicht mehr an. Aber soviel Aufmerksamkeit ist doch erfeulich und gut zu wissen, das es Aufpasser gibt, die einen genau beobachten. Das war wohl der alternative Verfassungsschutz bzw. der selbsternannte Kiezwart.
Dazu anschließend eine kleine Abhandlung über Spitzelparanoia in der Linken.

Verfolgungswahn.
Zivipara zieht sich durch die Geschichte der Linken. Teils in Einzelfällen zurecht, großteils aber nur als Phantom. Schon die Existenz des Verfassungsschutz genügt, der müßte nicht mal aktiv werden. Seinen Zweck hätte er erfüllt, allein darin, Mißtrauen zu schüren und so politische Bewegungen zu lähmen.
In den 70igern wurd notfalls mit dem Spitzel Politik gemacht. Der ist vom VS, schon warst erledigt und die Diskussion beendet. Im Zusammenhang mit den Berufsverboten wurde so ein Klima von allgemeiner Überwachung erzeugt, die oft genug nur in den Köpfen der Beteiligten existierte. Das hatte für hierarchisch aufgebaute Organisationen den Vorteil, das man da nicht näher nachfragte, nicht zuviel wissen wollte und so oft zu spät erkannte, wie lachhaft mager die Basis dieser Vereine war. Es war ein gutes Mittel, die Mitglieder bei der Stange und unmündig zu halten.
In den 80igern, besonders bei den Autonomen hätte es Gründe gegeben, nur hatten viele von der allgemeinen Para die Nase voll und machten den Kopf frei von dem Mythos allgegenwärtiger Überwachung. Wie sonst wären die vielfältigen Putzaktionen möglich gewesen? Doch nur mit der leck mich Einstellung was Überwachung angeht. Doch auch da kam die Paranoia wieder hoch und tobte sich an eher harmlosen Zeitgenossen aus, besonders wenn sie ne Kamera mitschleppten. Dabei war kein VS nötig, wer dreimal verhaftet wurde, dessen Daten muß kein Geheimdienst mehr mühsam rausfinden. Es gab ja Spitzel in dieser Szene, aber das waren Leut aus der Szene die wegen Straftaten unter Druck gesetzt wurden, Infos lieferten und von denen es niemand vermutet hätte.
Zur Zeit der Startbahnbewegung wurde seitens der DKP mit Ziviparanoia systematisch Politik gemacht indem sie versuchten, alle selbstständigen Aktionen als Ziviaktion zu denunzieren.
Am schlimmsten wütete die Para im Zusammenhang mit Rafhungerstreik und Knastgruppen, die sich deswegen wie ein Geheimbund aufführten und sich politisch isolierten.
Als Ironie der Geschichte lässt sich Bad Kleinen anführen. Die Betreiber eines Infoladens wollten für den Szenespitzel zunächst ihre Hand ins Feuer legen. Das wär schmerzhaft geworden. So kann s kommen.
Heute wirkt vieles aus dieser Zeit eher anachronistisch, der VS Agent von heute braucht weniger Minox und Mikrophon, ein PC genügt um vom Schreibtisch aus Infos in einer Masse zu sammeln, von denen man früher nur träumen konnte.

Agenten spielen Maoisten
Sie täuschten auch Chinas Führung; Hollands Marxistische Partei war eine Erfindung des Geheimdienstes
Tagesspiegel 5.12.04

Als Generalsekretär der Marxistisch-Leninistischen Partei der Niederlande (MLPN) beeindruckte Chris Petersen während des Kalten Krieges selbst die kommunistische Parteiführung in China mit seinem revolutionären Eifer. „Ich konnte stundenlange Reden halten, und jeder glaubte, dass Mao Tse- tung persönlich mein Lehrer war“, sagt der ehemalige Parteichef.
.....Jetzt machte der Niederländer reinen Tisch; Er und die Partei waren nichts als Attrappen des niederländischen Geheimdienstes. Sein Name war frei erfunden und die Partei eine bloße Fassade, um die militante marxistische Strömung in den Niederlanden zu unterwandern.
.....Die einstigen Maoisten sind entsetzt. „Ich habe zwölf Jahre meines Lebens vergeudet“, klagt Paul Wartena, einst Mitglied der MLPN und heute Forscher an der Universität Utrecht. Von den Zielen war er so überzeugt, dass er der Scheinpartei regelmäßig 20 Prozent seines Gehalts spendete. Trotz gelegentlicher Zweifel blieb er der MLPN gegenüber loyal. „Ich war sehr naiv, und Boevé war ein glänzender Schauspieler“, sagt Wartena, der jetzt vom niederländischen Geheimdienst die Rückzahlung seiner Spendengelder fordert.

Wir erinnern uns, wir werden doch eh alle vom Osten bezahlt. So hieß es seinerzeit, hat natürlich keiner ernst genommen, zumal bei uns die Asche nie ankam. Doch manchmal ist die Realität schneller und so kommt es vor, das selbst absurde Vorwürfe irgendwo doch ihren realen Niederschlag finden. Zumindest in diesem Fall haben wir also die Bestätigung. Man muß nur seine Rolle überzeugend spielen und dann ist es in einer bestimmten Situation möglich eine Partei zu gründen und Mitstreiter zu finden, die das natürlich ernst nehmen und felsenfest überzeugt sind, hier haben sie ihre politische Heimat gefunden und dafür auch Geld spenden.
Die Parteigründung mag ein Fake gewesen sein, die Mitglieder waren es nicht und so wird das Unternehmen zum Selbstläufer. Nun nach der großen Offenbarung sind naturgemäß einige bitter gefrustet und witzigerweise will einer sogar sein Geld zurück. Scheiß Konzert, alles gefaked, die Musik kam vom Band und singen konnten sie auch nicht. I want my money back. Dabei stand er doch selbst auf der Bühne. Zwölf Jahre vergeudet? Nun die wären auch vergeudet gewesen, wenn alles echt gewesen wäre. Wie beim Rest der Maosekten die ja auch nicht allzu erfolgreich waren.
Muß bitter sein, einen Fake auf dem Leim gegangen zu sein. Dafür war es für ehemals Beteiligte ebenfalls bitter, dieser Ideologie auf dem Leim gegangen zu sein, selbst wenn der Verein echt war.
Der Parteiführer mag vom Geheimdienst gewesen sein, seine Reden und Aufsätze folgten aber der Ideologischen Linie und zumindest die war echt. An die haben die Leute geglaubt, deswegen waren sie ja dabei. Sie werden nicht plötzlich falsch weil sie vom falschen Mann vertreten wurden, sondern allenfalls weil die Realität sie widerlegt hat. Mit dieser Ideologie konnt man in Westeuropa allenfalls eine Sekte gründen und Studenten, naive Schüler und Jugendliche beeindrucken. Weder konnte man damit realen politischen Einfluß gewinnen und auf die Macht die aus den Gewehrläufen kommt, konnte man allenfalls wie auf den jüngsten Tag warten.
Trotzdem bleiben Fragen offen. Erinnert man sich noch an die mit Propagandagetöse angekündigte Gründung einer Ost KPD/ML vom hiesigen Austverein. Danach hörte man nichts mehr davon. Erst nach dem Ende der DDR erfuhr man, das die Stasi diese Ostgründung unterwandert hatte und den Laden beizeiten platzen ließ. Etliche saßen danach lange Jahre im Bau. Klar, mit erklärten Gegnern des Systems kann ne Staatspartei umgehen, wirklich sauer wird sie über Ketzer die mit ihrer eigenen Ideologie ihren Machtanspruch in Frage stellen.
Man fragt sich im nachhinein doch, wer war wirklich echt? Wie viele spielten nur ihre Rolle so überzeugend das man die Fiktion für Fakten nahm.
Man erinnert sich noch gut an die Spitzelparanoia in den 80igern um sich lange danach zu fragen, wer hat die mit angeheizt und abends seine Berichte für die Stasi verfasst, um sie dann an einen, doch immerhin sozialistischen Geheimdienst, rüberzuschicken? Einen Namen kennt man immerhin. Siehe Klaus Croissant.
Nun das dürfte zwar der Vergangenheit angehören, doch als Satire kam es mit der Erwin Scholz Seite zurück. Das Internet macht es möglich. Die Seite sah wirklich echt aus und wurd auch zunächst von der Partei ernst genommen. Eine willkommene Unterstützung. Umso wütender schlug die Partei dann um sich, als sich langsam der Fake herauskristallisierte. Da war es nicht weit zum Geheimdienstverdacht. Nun im Internet ist die Grenze zwischen Fakt und Fiktion ohnehin fließend.

21. saul - 2007-05-25 11:03:56
Alles Gute, Erwin !

„Und dann muss ich noch sagen das ich viele Beiträge gar nicht verstehe die in mein Gästebuch geschickt werden. Ich kenne den Musikstil Transgender nicht. Und wenn das was mit Drogen zu tun hat, dann kann ich davor nur waren.“ (Erwin Scholz)

Der gute alte Erwin, nun ist er dahingeschieden! Hätte es ihn gegeben, so wären wir nun beinahe ein bisschen traurig gewesen. Erwin ist uns die vergangenen Monate etwas ans Herz gewachsen, wandelte er sich doch von einem bedingungslosen, überzeugten MLPD Verfechter zu einem mutigen Kritiker derselben. Und dies in einem Alter von 87 Jahren, wo andere sich längst nicht mehr einzumischen getrauten.

Erwin Scholz entstand aus einer Gaudi heraus. Schon im Januar schrieb er in ein paar Gästebücher, was später noch sein Spezialhobby werden sollte. Den Anfang machte er dabei bei der DKP Linker Niederrhein, denn in dieser schönen Landschaft entdeckte er seine erste Jugendliebe... Schön war das damals. Und so romantisch....

Doch so richtig startete Erwin erst im Juni durch, bzw. er hatte nun endlich eine „Computerseite eingerichtet“. www.erwin-scholz.tk Klar; Erwin verbindet Tradition und Moderne! Er ist ein vorbildlicher Marxist-Leninist. Und dies mit hingebendem Eifer und einer guten Portion Rührseligkeit. Er war in allererster Linie immer Mensch, und eben doch kein Parteisoldat. Zunächst sah das anders aus; Dieser alte Mann verband die materialistische Lehre mit einem zum Himmel schreienden Idealismus (u.a. durch einen Personenkult um Thälmann und den grossen Vorsitzenden der Gegenwart, Stefan Engel), und konterkarierte auf diese Weise den autoritären Kommunismus, ja er trieb diesen Irrsinn gezielt auf die Spitze.

Natürlich war diese Internetseite eine Satire!

Und es war völlig klar, dass die Spießer und Kleinbürger von der MLPD dies zuerst nicht erkannten [wahrscheinlich merken sie es erst in diesem Augenblick], obgleich es völlig offensichtlich war. Denn auch die Bilderauswahl wurde bewusst getroffen. Ihr Parteivorsitzender Stefan Engel nahm in seiner Internetrubrik „Menschen für Stefan“ auf seiner Wahlkampfhomepage zur Bundestagswahl (seine Seite ist keine Satire!) eine Grußbotschaft Erwins wochenlang ernst und stellte sie öffentlich aus! Der „Matze vom Rebell“ www.rebellmd.de.vu/ erblödete sich nicht, Erwins Gästebuch mit pathetischen Einträgen zu speisen. Solange Erwin in keiner Weise von der Parteilinie abwich, nahmen MLPD und Rebell (Jugendverband der MLPD) diese Erwin-Scholz-Seite ernst. Mensch Matze, du bist noch jung. Denk doch noch mal über die ganze Sache nach. Mit Sozialismus und Freiheit hat die MLPD nämlich nichts zu tun !

Auf der anderen Seite formierten sich diejenigen, welche ihren Spaß an Erwin Scholz hatten. Wenn man nur etwas Humor und dabei u.a. die ganze Palette an dogmatischen Kommisekten auf dem Schirm hat, konnte man sich mit dieser Erwin- Seite schnell anfreunden.

Und damit schmiedete sich eine komisch anmutende Allianz aus Anhängern von Erwin Scholz, die ganz unterschiedlich motiviert war, und Erwins Internetpräsentation wurde zu einem Geheimtipp. Inhaltlich müssen wir nicht viele Worte verlieren, da die Seite hier komplett dokumentiert ist und im folgenden viele Beiträge auf anderen Internetseiten verlinkt sind.

Richtig spannend wurde es erst, als ein Gästebuch bei Erwin eingerichtet wurde. Und das nutzten sowohl diejenigen, die Erwin ernst nahmen, als auch diejenigen, die mit funktionierendem Gehirn unter der Schädelplatte anfingen, lebhaft an der Satire mitzuwirken u.a mit Schmähgedichten, Mao-Zitaten, ulkigen Kommentaren oder gar mit hirnrissigen „Diskussionen“. Und wir sagen es vorweg;

Es hat einen Riesenspaß gemacht mit euch!!!

Na klar, wir haben auch die Gästebucheinträge dokumentiert. Leider nicht alle. Denn die Zensur der MLPD gegen das erste Gästebuch bei Weptropia kam ohne Ankündigung. So sind leider einige sehr witzige und auch hintergründige Beiträge im Nirvana des Netzes verschwunden. Zumindest das aktuelle Gästebuch ist vollständig dokumentiert und vom zweiten werden wir ebenfalls die gesicherten Beiträge auf diese Seite stellen.

Ja, das Gästebuch. Als Erwin, der „aufrechte Kommunist“ es unterließ, die Gästebucheinträge auf seiner Seite zu zensieren, „Matze vom Rebell“ vergeblich zur Zensur aufforderte, ja ab diesem Zeitpunkt fing die MLPD an, sich gegen ihren Schützling zu wenden, und mit einem Mal waren Erwins warme Worte für den Parteivorsitzenden Stefan Engel auch bei „Menschen für Stefan“ verschwunden. Warum? Den Anlaß bildete die Diskussion in Erwins Gästebuch darüber, ob der Parteivorsitzende Alkoholiker sei. Schließlich war er auf seiner eigenen Wahlseite mit einem Glas Wein im Urlaub in der Toscana abgebildet.

www.stefanengel.info/index.php?option=com_
content&task=blogcategory&id=2

Doch zunächst verschwand dieses Bild urplötzlich. Die MLPD hatte es vorsorglich von der eigenen Seite genommen, um weiteren Diskussionen darüber, ob Stefan Alkoholiker sei und die Parteimitgliedsbeiträge in der Toskana versaufe, vorzubeugen. Wohlgemerkt, diese Selbstzensur der MLPD erfolgte aufgrund eines GÄSTEBUCHS einer Internetseite, die weiter kaum bekannt war!!!

Klar, ein gefundenes Fressen, was im Gästebuch fernerhin für reichlich Gesprächsstoff sorgen sollte. Die MLPD hatte Angst um ihr eh schon schlechtes Image, trat sie doch immer als entschlossene Kämpferin „gegen den Drogensumpf“ auf! www.freepages.at/erwinscholz/rebell.htm

Um weiteren Spekulationen darüber vorzubeugen, ob diese Selbstzensur aufgrund einer möglichen selbstkritischen Einsicht in die Drogenproblematik des Parteivorsitzenden erfolgte, änderte die MLPD ihren Kurs und packte flugs das Bild des weintrinkenden Stefan in der Toskana wieder auf seinen Platz im Internet, um zu zeigen; Wir stehen dazu, dass unser Parteivorsitzender auch mal ein Gläschen Wein trinken darf. Diese Wankelmütigkeit erregte im Gästebuch abermals rege Heiterkeit und wurde entsprechend kommentiert. Es entspannen sich „tiefe“ Diskussionen darüber. Darunter mischten sich Einträge von Guttemplern, die den Parteivorsitzenden zu einem Leben ohne den Teufel Alkohol ermahnten.

In diesem Gästebuch tobte das Leben zu vielerlei ähnlich gelagerten Themen, und viele unterschiedliche Menschen beteiligten sich daran. Auf Erwins Seite stoßen konnte man relativ leicht, saß Erwin doch einige Nächte unermüdlich daran, in vielen Hundert und wirklich allen möglichen Gästebuchern seine Spuren zu hinterlassen, auch bei www.de.indymedia.org

Macht euch einen Spaß und gebt bei www.google.de/ Erwin Scholz ein!

Sein Motto war übrigens; „alt an Jahren – jung im Leben!“

Bemerkenswert auch wer denn alles mit dem Erwin in Kontakt treten wollte. So einfach war das ja nicht, da der gute in einem Seniorenheim in Solingen lebt und von seinem Schwiegersohn Frank betreut wurde, der auch Erwins Korrespondenz übernahm. Freundlich wie der Frank nun mal ist. Da gab es mehrere emails der Stalinisten und Hoxha-Anhänger des „Roten Oktober“ aus Berlin, die wissen wollten ob denn noch was von Erwins politischen Kampftrophäen vorhanden ist und ob Erwin schon die „Erklärung zur Befreiung der Arbeiterjugend“ gelesen habe. Ein anderer Sportsfreund, Günter Ackermann wollte sich mit Erwin treffen um sich auszutauschen. Zeitweise witterte er wohl starke Konkurrenz für sein Internet-Diskussionsforum K.O.-Online durch Erwins Seite und Gästebuch, pardon, es handelt sich natürlich nicht um ein Diskussionsforum sondern um eine Kommunistische Internet-Zeitung, wie er uns wissen lassen hat.. Und auch eine ganze Reihe MLPDler sprachen ihm Mut und Ausdauer in seinem Kampf gegen das ZK zu. Erwin wurde auch freundlicherweise von Betreibern anderer stalinistisch und/oder maoistisch geprägter Internetseiten verlinkt. Vielen Dank dafür. Auch wenn der Genosse Weigelt aus Dresden (Betreiber der Seite Stalinwerke) den guten Erwin Scharf in einer email dafür rügte, die DDR als nicht sozialistisch zu bezeichnen. Geglaubt hat er schon das er mit dem Erwin kommuniziert. Selbstverständlich wurden alle emails freundlich vom Frank beantwortet und auf den doch arg schlechten Gesundheitszustand unseres letzten aufrechten Kommunisten hingewiesen. Ausserdem hört der Erwin auch das Telefon nicht mehr so gut wenn´s klingelt.

Fuchsteufelswild wurde die MLPD jedoch erst richtig, als im Internet Ende Juli eine „Rote Garde in der MLPD und im Rebell“ auftauchte mit einer Erklärung, die den Wahlkampf der MLPD zunichte zu machen drohte, u.a. wurde Stefan Engel Drogensucht und persönliche Bereicherung vorgeworfen; www.rotegarde-mlpd.tk

Diese setzten ihre Erklärung auch in viele Gästebücher u.a. bei www.komak-ml.tk und eben auch bei Erwin Scholz. Und, wie geil, das „Neue Deutschland“, DIE Tageszeitung in den neuen Bundesländern (hier erhältlich an jedem Kiosk!) brachte diese für die MLPD skandalöse Erklärung in Auszügen unter dem Titel „Noch echter. Ärger im Hause MLPD“!

Hier dokumentiert; www.rotegarde-mlpd.tk/

Nun geriet die Partei richtig in Panik; Erwins Gästebuch wurde aufgrund von Klageandrohungen der MLPD mehrmals geschlossen, und schließlich wurde auch Erwins Seite gehackt, obwohl er sich klar und deutlich gegen die Rote Garde aussprach! Klar konnte Erwin sich das nicht bieten lassen, und nun wendete er sich gegen die Niederträchtigkeiten der MLPD und dokumentierte sie auf seiner neu eingerichteten Internetpräsenz. Dabei stand ihm sein Schwiegersohn Frank zur Seite. Die MLPD drohte inzwischen allen Internetbetreibern mit Klagen, die den Text dieser Roten Garde auf ihren Seiten duldeten. Und so nahm die ganze Sache Ausmaße an, die auch wir nicht für möglich gehalten hatten; Die MLPD war tatsächlich so dämlich, sich in der heißen Wahlkampfphase so richtig lächerlich zu machen, ja, lächerlicher, als sie eh schon ist! Und so viel Realsatire erstaunte dann sogar uns selber. Die MLPD reagierte nicht nur völlig panisch und hysterisch, sie schoss mit ihren Verdächtigungen und Anschuldigungen (die übrigens außerhalb der K-Gruppengemeinde niemanden interessierte) in alle Richtungen; Günter Ackermann von www.kommunisten.online.de sei der Drahtzieher dieser Roten Garde, dann war es der Verfassungsschutz. Ja, anstatt Gras über die Sache wachsen zu lassen, bauschte die MLPD die ganze Sache mit vielen Artikeln dazu in ihrem Organ „Rote Fahne“ auch noch reichlich auf, und merkte nicht einmal, wie sehr sie sich in die Gülle ritt. (Siehe www.mlpd.de/rf_archiv.htm)

Zwar brachte das „Neue Deutschland“ eine Woche später ein Dementi und eine Entschuldigung, dass sie die Rote Garde zitierte, dafür schlugen die Wellen jetzt auf die Tageszeitung Junge Welt über. Dort musste Monika Gärtner-Engel in einem lang ersehnten Interview (die MLPD wurde sonst nicht erwähnt) auf Seite 2 auch zu diesen „Vorfällen“ der letzten Zeit, u.a. den parteiinternen Querelen und Rote Garde Stellung nehmen. Natürlich stritt sie alles ab. www.jungewelt.de/2005/08-17/020.php

Genau dreimal hatte es die MLPD nun geschafft, in der überregionalen Presse zum Wahlkampf überhaupt Erwähnung zu finden, und jedes Mal war die Rote Garde dabei! So kam auch die Vermutung auf, diese Rote Garde oder gar Erwin Scholz sei von der MLPD selber inszeniert gewesen, um in der überregionalen Presse endlich einmal Aufmerksamkeit zu bekommen!

In diversen Gästebüchern tobte derweil ein Kampf zwischen der Roten Garde, Anhängern von Erwin Scholz einerseits und dem Geschäftsführer der MLPD Wolfgang Göller auf der anderen Seite. Dieser entblödete sich nicht, allen Gästebucheinträgen der Roten Garde und anderen, derer er habhaft werden konnte, seine ellenlangen und blödsinnigen „Richtigstellungen“ entgegenzustellen. Richtig, der Artikel des „Neuen Deutschlands“ „Noch echter; Ärger im Hause MLPD...“ wurde von unbekannten zum Teil mit Namen von Mlpd-Funktionären in mehrere hundert Gästebücher gepostet! Und Wolfgang Göller versuchte nun (übrigens bemerkte er diese Gästebucheinträge erst nach einigen Wochen!), diese „richtigzustellen“. Klar erregte dieses wieder die Heiterkeit vor allem der Gästebuchdiskutanten bei Erwin und wurde reichlich kommentiert!

Doch nicht nur dort, auch wurden auf Indymedia, dem Gästebuch der „Schwarzen Katze“ und anderswo vielerlei Kommentare und Hinweise hinterlassen mit dem Ergebnis, dass Erwins Internetseite immer bekannter wurde, und die MLPD sich zunehmend selber der Lächerlichkeit auslieferte. Erschien z.B. bei www.johannesoffenbarung.de oder „Interessengemeinschaft für ein liberales Waffenrecht in Österreich“ www.iwoe.at/index_start.htm oder Nationaler Widerstand Holstein der ND-Artikel, so hatte Wolfgang Göller nichts anderes zu tun, als dort seine „Richtigstellung“ zu platzieren! Und das ganz im Ernst! So nach dem Motto; Pinkel hin wo du willst, der Göller macht es dir nach! Einfach Irre. Klar erntete er in diesen Gästebüchern reichlich Unverständnis und lustige Kommentare, z.B. Die Dödelhaie (Punkband) reagierten auf Wolfgang Göllers Ergüsse in ihrem Gästebuch mit gesundem Menschenverstand;".........und so weiter und so fort. Wen interessiert schon so´ne "Alte Opa Partei " wie die MLPD ? Bitte klärt doch eure Zwistigkeiten beim Seniorentreff und müllt nicht unser Gästebuch zu. Danke. Hardy" www.doedelhaie.de/Gaestebuch/impbook.php

Was die MLPD nicht verbieten lassen konnte, weil der Internetserver der Seite oder des Gästebuches im Ausland lag, das spamten sie zu. Dumm nur, dass sie damit das taten, wogegen sie sich sonst immer so verwahrten, und dumm auch, dass es aufmerksame Menschen gab, die gleich nach Spameinträgen der MLPD wieder MLPD- kritische Texte ins Gästebuch eintrugen. Das ging dann bisweilen im Minutentakt bis tief in die Nacht hinein; Der Text der Roten Garde und der aus dem neuen Deutschland wurde gepostet, und am anderen Ende der Leitung schickte der MLPD-ler wieder die Dementis oder einfach nur Spam. Die MLPD ler gaben dann für gewöhnlich nach ein paar Stunden auf und hörten irgendwann auch ganz auf damit. Für derartige Disziplinlosigkeit bei der Feigheit vor dem Klassenfeind gibt es 10 Jahre Umerziehung in Truckenthal! Klar, ganz schön krank, aber wenn schon, denn schon. Von selber versteht sich, dass die MLPD sogar gegen die nic-adresse, also de.vu vorging, so dass man zeitweise nur über geocities.com auf die Seite gelangen konnte. Insgesamt – hier also ein Wort zur Statistik – wurde die Start-Seite über 35.000 mal in der kurzen Zeit aufgerufen.

Derweil entspann sich eine heftige Auseinandersetzung zwischen www.kommunisten.online.de www.kommunisten-online.de/blackchanel/g
uenterackermann.htm#MLPD und der MLPD, welche im K-Gruppenspektrum auch weitere Kreise zog, und z.B. bei der Gruppe Neue Einheit www.neue-einheit.com/ oder auch bei www.komak-ml.tk kommentiert wurde. Ärgerlich für die MLPD; Nachdem sie die kümmerlichen Reste der Montagdemonstrationen strategisch an sich gerissen hatte, wurden viele MLPD-kritische Einträge genau dort in die Gästebücher gepostet und vielerorts natürlich zensiert.

www.bremer-montagsdemo.de/

Die MLPD- Bremen merkte wochenlang nicht einmal, dass mit den sie lobenden Einträgen im dortigen Montagsdemo-Gästebuch Links auf Erwin Scholz verbunden wurden.

Erwins Seite geriet nun etwas ins Hintertreffen. Die Internetseite der Roten Garde hatte inzwischen ein Diskussionsforum eingerichtet, welches enorm frequentiert wurde. Anscheinend gibt es innerhalb der MLPD reichlich Oppositionelle oder zumindest Bedenkenträger an der MLPD- Linie, die sich hier frei und unzensiert informieren wollten. Dies dürfte der MLPD tatsächlich einige Stimmen gekostet haben.

Es wurde vielerorts vermutet, die Internetseiten von Erwin Scholz und der Roten Garde seien von ein und denselben Leuten gemacht. Das lag nahe, doch; Erwin Scholz und die Rote Garde haben keinen gemeinsamen Ursprung. Wir wissen nicht, wer die „Rote Garde“ ist, ob das ein fake ist oder echt. Wenn die Rote Garde nicht echt ist, dann dürfte sie jetzt nach der Wahl ihre Aufgabe erfüllt haben. Denn auch die „Rote Garde“, offensichtlich ganz verblödete Stalin- und Mao Fans – schrieben an den guten Erwin eine email mit der Intention ein Interview mit ihm zu führen.

Doch nicht nur K-Gruppen wurden im Gästebuch von Erwin Scholz satirisch beleuchtet. Auch andere politische Zusammenhänge, die in Teilen ähnlich totalitäre Züge aufwiesen wie die MLPD, wurden hier verulkt bzw. satirisch bloßgestellt, wie z.B. das Anarchistische Sommercamp (A-Camp). Einen Ausschnitt findet ihr hier; www.foren.de/system/thread-
wiegehtsdennsozuaufnanarchicamp-gruetzkopp-61

Nun ist Erwin Scholz vorbei, und wir sind doch glatt ein bißchen wehmütig. Jeden Tag gab es hier, besonders im Gästebuch lustiges und abwechselungsreiches, ein wahres Infoportal gegen die freiheitsfeindliche MLPD und ihr menschenverachtendes Dasein. Totalitäre Bestrebungen erkennen wir eben auch daran, wie sie auf Satire reagieren!

Schön war es, jeden Tag, schon gleich nach dem Aufstehen, kurz vor dem Arbeiten müssen bei Erwin, und später auch bei der Roten Garde ins Gästebuch bzw. ins Diskussionsforum zu schauen und den Tag mit guter Laune beginnen zu lassen!

Die Entwicklungen der letzten Monate könnt ihr alle auf der Seite Erwins verfolgen, die wir hier gerne stehen lassen. Wenn ihr bei google und bei Indymedia den Namen EDWIN HOLZ eingebt oder ihn in Erwins Gästebuch oder im selbigen der „Schwarzen Katze“ projekte.free.de/schwarze-katze/ aufsucht und darin ein bischen zurückblättert, dann findet ihr in ihm den Berichterstatter über alles lustige über die MLPD in Bezug auf Erwin Scholz oder Rote Garde! Macht euch den Spaß, es lohnt sich! Ein weiterer sehr guter Berichterstatter fand sich in SAUL. Dessen Internetseite und Gästebuch solltet ihr unbedingt besuchen; www.guestbook-free.com/books/saul Der gute SAUL durchschaute als einer der ersten den satirischen Charakter dieser Seite. Er hat mit der Erstellung derselben aber nichts zu tun.

Wer wir sind? Tut uns leid, MLPD, wir sind nicht vom Verfassungsschutz. Euer Konstrukt ist reichlich in die Hose gegangen, auch wenn ihr es euren Mitgliedern und der Öffentlichkeit immer wieder vorgelogen habt. Bei euch kann eben nicht sein, was nicht sein darf, nämlich dass es außerhalb des Klassenfeindterrains Gegner des „echten Sozialismus“ der MLPD gibt.

Doch, die gibt es, solange wir nicht nach Truckenthal zur Umerziehung verfrachtet werden oder die Interviews mit Stefan Engel Auswendig lernen müssen um die Kandidatenprüfung zu bestehen. Die Gegner gibt es übrigens so zahlreich, dass die MLPD sich und ihre Mitglieder sektenartig gegen die Außenwelt abschirmen muß. Was uns kurz ernst werden lässt, ist, dass ihr nicht einmal Kinder verschont und sie seelisch kaputt macht! www.rebell.info/modules.php?name=News&file=article&sid=10

Wir sind Menschen, die meinen, dass die ökonomische und geistige Befreiung der Menschen einen menschlichen und regen Geist erfordert, und dazu gehört Freude am Leben, Bewegung, Tanz und Witz. Besonders schön zu sehen war für uns, dass Menschen aus unterschiedlichen politischen Spektren das ganz ähnlich sehen und dies in Erwins Gästebuch und drum herum dann zum Ausdruck brachten. Hier kamen Leute aufeinander zu, die sich im ernsteren politischen Alltag vielleicht nicht mal mit dem Arsch angucken! Und es war schön zu sehen, wie der Humor uns hier zusammen die Tage versüßen konnte. Manch einer, wie der Gerd, glaubte bis zum Schluß, dass Erwin echt ist. Macht nichts, Gerd, war schön, von dir zu hören.

Ja, es hat Spaß gemacht, und wir hören jetzt auf, wo es noch am schönsten ist! Pünktlich nach der Bundestagswahl. Wer nicht genug kriegen kann, der sollte unbedingt die Sache um die Rote Garde weiterverfolgen! Dort im Diskussionsforum sehen wir uns wieder. rotegarde.proboards56.com/

Wir sind selber gespannt, was es mit dieser Seite auf sich hat und wie es dort weiter geht.

Tschüß

Ihr und Euer Erwin Scholz nebst Schwiegersohn Frank

(alt an Jahren – jung im Leben!)

„Ich wollt nur sagen das ich das jetzt nicht ganz verstehe. Sagen die es gibt mich gar nicht ? Nach all dem was ich im Kampf und im Leben für den echten Sozialismus geleistet habe ?? Nach allem was ich Leiden musste ?? Das ist eine bodenlose Gemeinheit. Ich hab sehr wohl mit dem Stefan und der Moni Kuchen gegessen und hab auch dem Willi gesagt das er nicht so angeben soll mit seiner handsignierten Ausgabe von Lenins Linkem Radikalismus und das er aufpassen soll das keine Schlagsahne auf das gute Stück tropft.

Ob die sich hier einen Spass machen einen alten Kommunisten zu veräppeln ?? Mensch Frank, sag doch auch was dazu...

Was soll ich denn dazu sagen...?

Sag mir, gibt es mich wirklich oder bin ich eine Erfindung ?

Erwin, komm. Hier sind deine Tabletten und da ist das Wasser. Ich les dir noch ne Stelle aus dem Lebenslauf von Stefan Engel vor und dabei kannst du sanft einschlafen und von Massendemonstrationen unter roten Fahnen träumen. Aus den 0,2% der Stimmen ist ja leider nichts geworden. Ich mach das Licht dann aus. Schlaf schön.

Danke Frank. Du auch.



Einige Spezialitäten werden wir demnächst noch gesondert auf dieser Seite ausstellen!!!

"Politiker sind immer Betrüger. Wir brauchen Revolutionäre !"

Ein Interview mit Erwin Scholz (Auszüge)

? Lieber Erwin. Es ist ja außergewöhnlich dass ein Mensch in deinem Alter noch so viel Kraft aufbringt und eine eigene Homepage ins Internet stellt. Was war dein Antrieb dafür? Was versprichst du dir davon?

! Ich habe mich mit Hilfe meines Schwiegersohnes vor ein paar Jahren an die Computertechnik gewagt. Jetzt bin ich 87 Jahre alt. Als Kommunist sollte man immer alle Möglichkeiten nutzen, um in unserem emanzipatorischen Sinne Aufklärung zu betreiben und eine sozialistische Alternative zu all dem kapitalistischen und revisionistischen Dreck aufzuzeigen. Versprechen tu ich mir davon einen Teil zur Bildung – insbesondere der Jüngeren – beizutragen.

Grundsätzlich ist es so, dass in meinem Alter viele Aktivitäten zurückstehen müssen. Es geht einfach körperlich nicht mehr soviel wie früher, wo ich noch mitmarschiert bin und es auch mal den einen oder anderen Hieb gegen die Revisionisten gesetzt hat. Heute kann ich nur noch durch das Wort wirken.

? Mit deiner Homepage hast du viel Werbung für die MLPD gemacht. Doch diese hat dich jetzt in den letzten Wochen massiv bekämpft. Weshalb? Was steckt hinter diesen Attacken?

! Wenn ich ehrlich bin, kenne ich den Grund nicht. Mit mir hat niemand von der Partei gesprochen. Aber durch die Hetze und die Verleumdungen in der Roten Fahne wird deutlich, warum die MLPD so vorgeht. Sie, oder besser gesagt die Führung im ZK hat durch meine Internetseite Angst vor offener Diskussion...

(...)

? Ein Schwerpunkt deiner aufklärerrischen Arbeit ist es, vor Drogenkonsum zu warnen. Ist das denn so notwenig?

! Na und ob. Wenn du dich heute unter der Jugend umsiehst, wie perspektivlos und zum Teil verlottert sie herumläuft, mit ungewaschenen Haaren, unrasiert, ungepflegt...das ist doch nicht schön. Vielen fehlt eine starke Hand, die sie auf den rechten Weg führt. Weg von persönlicher Freiheit zu gemeinsamer Disziplin. Die Jugend ist heute viel stärker Opfer des Kapitalismus als noch in meiner Jugend. Heute gibt es ja an jeder Ecke Drogen. Da sitzen sie zusammen. Und anstatt die Klassiker oder ein Programm zu lesen spritzen sie sich Mariuanha in den Körper.

? Hast du nicht vielleicht ein zu negatives Bild von der heutigen Jugend? Es ist doch das Vorrecht der Jugend, rebellisch zu sein.

! Wenn sie das denn wäre. Sie ist oft lethargisch, unfähig, das kleinste Bisschen selbst zu erledigen. Leider funktioniert der Kapitalismus weiterhin. Er braucht nur noch wenige Menschen in den entwickelten Industrieländern.

? Hast du denn Kontakt zu Jugendlichen, da du das so genau zu wissen scheinst?

! Ich hab am Bahnhof einige kennen gelernt und bin mit ihnen ins Gespräch gekommen. Vor einer Weile hat mich eine Schulklasse als Zeitzeugen befragt. Da konnte ich noch mal einiges Vermitteln und vor dem Drogenteufel warnen und vor zu lauter Musik, die macht doch das Trommelfell kaputt.

(...)

? Es gibt hier immer wieder Stimmen, die Behaupten, dass es dich gar nicht gibt. Was sagst du denn zu so was?

! Das sind übelste Lügen und Verleumdungen. Wenn ich jünger wäre, würde ich den Lügnern schon zeigen, dass es mich gibt und dann auch gleich wie es mich gibt.

Nachtrag;
Und was lernen wir daraus? Diese Netzstory wär ein gefundenes Fressen für Hobbypsychologen. Hier hast den Beweis, was man im Internet anrichten kann. Aber bekanntlich gehören zur Provo immer zwei. Einer der provoziert und einer, der blöd genug ist, sich provozieren zu lassen. Warum also flippt eine Partei, die 2000 Mitglieder hat, über eine einzelne Seite aus, die man bei genauerer Betrachtung durchaus, als nicht so ernstgemeint erkennen könnte?
Über das Gästebuch, das sich (Zitat) zu einer Plattform antikommunistischer Hetze entwickelt hat? Ist ja nicht neu, die Mlpd hat im Netz schon früher die Fänge bekommen, beispielsweise, wenn sie Truckental auf Indymedia bekanntmachen wollten. Da fehlte es nicht an höhnischen Comments und die kamen keineswegs alle aus meinen Tasten. Indymedia hat aber auch andere Zugriffszahlen und wer sich da einträgt, weiß wer das liest.
Dagegen hätten sie Erwin Scholz getrost ignorieren können, wer hätte das groß mitbekommen oder beachtet?
Oder auch auf Wikipedia, wenn sie versuchen, Wiki für Parteipropaganda zu nutzen. Das sie sich auf Wiki positiv darstellen wollen, ist ja verständlich, aber nicht jeder ist begeistert, wenn sie allgemein bekannte Fakten über ihren Verein zensieren wollen. Etwa über ihre Tarnvereine wie Courage.
Warum mußten sie darauf anspringen? Nicht schwer zu erraten. Die arbeiten sich seit über 20 Jahren den Arsch ab und keiner merkt s. Schmorren im eigenen Saft und sind meist mit sich selbst beschäftigt. Hab früher außer ein Plakat nie was von denen gesehen, geschweige je eine Rote Fahne in die Finger bekommen. Erst im Internet können sie sich präsentieren, nur, auch da sind sie nicht übermäßig erfolgreich. Als ihren größten "Erfolg" in letzter Zeit, konnten sie die Erbschaft der Montagsdemo feiern. Nur die wird von niemanden mehr beachtet, weder von den Betroffenen und schon gar nicht von den Linken, die längst das Feld Werbemäßig abgegrast haben und sich nun lohnendere Gebiete suchen.
Schon frustig, wenn man kaum beachtet wird. Da freut man sich doch über jede Form von Feedback, selbst wenn es sich um antikommunistische Hetze handelt. Nun ham se was, wo sie sich dran abarbeiten können, endlich ein Feindbild. Jetzt können sie sich wichtig und ernst genommen fühlen und Mao zitieren, wenn der Feind uns bekämpft.......! Nun können sie sich ihre Paranoia vom Verfassungsschutz zurecht spinnen und ihre Leute beisammenhalten und Zweifel abwürgen. Daraus können sie auch den Beweis zusammenbasteln, das sie erfolgreich arbeiten und gefährlich sind, hier, der Feind bekämpft uns, das ist der Beweis, das sie Schiß vor unserer erfolgreichen Parteiarbeit haben. Zu dumm auch, das die Wähler davon weniger überzeugt waren.

PS; Auf Indy at reingesetzt, war allerdings nicht so willkommen.

at.indymedia.org/newswire/display/54538/index.php

Siehe auch;

www.redglobe.de/index.php?option=com_
content&task=view&id=205&Itemid=39

    Eintrag hinzufügen   < Seite 4 | Seite 2 >

Hol dir dein eigenes kostenloses Gästebuch!    

Remove all the advertisements
from this guestbook!

- LIMITED OFFER -




  Please report if this guestbook contains illegal or offensive content.