" target=_blank> 50. - 2008-02-29 18:11:30 |
Lesenswerte Comments auf Indy, sollte ich mal hier dokumentieren, bevor sie in die Tiefe der Seite absinken.
Graupapier
Interimslinker 25.02.2008 - 18;18
Noch so ein übriggebliebenes Projekt aus grauer Vorzeit. Man fragt sich, wer liest sowas überhaupt noch? Ok, ein dankbarer Abnehmer beim Verfassungsschutz, dem ohne Interim was fehlen würde. Abgesehen von dem nicht weiter nennenswerten Versuch hat es die Interim nicht ins Netz geschafft, wie so viele Blätter, die irgendwann sang und klanglos verschwanden. Da waren eben die Traditionalisten zu sehr dem Papier verhaftet und schafften es nicht den Weg in die Onlinezeit zu finden. Kommen eben noch aus der Welt der Druckmaschine und einen Vorteil hat eine Zeitung doch. Der Leser hält die Klappe und stört nicht weiter, anders als bei einen Onlinemedium.
Interschlimm
Ex Interimleser 25.02.2008 - 21;40
Diese Autonomenblätter sind wahre Dinosaurier. Sie haben weder die allgemeine noch die technische Entwicklung mitbekommen, und wollen es wohl auch garnicht. Als ich noch ganz klein und die soziale autonome Bewegung ein großes noch unbekanntes Abenteuer für mich war, das es zu entdecken galt, da hab ich Interim und Co. verschlungen! Diese Volxsportmeldungen waren sehr amüsant, und ich dachte noch; Da geht wirklich was...
Auch die ersten Diskussionen fand ich noch ganz spannend, und ich habe sie sogar noch mitverfolgt, als sie mir nach einigen Monaten schon auf die Nerven gingen, da es ja schließlich um eine gemeinsame gute Sache gehen sollte. Als sich dann aber die Diskussionen ständig wiederholten, ob beispielsweise das Reiben des Penisses am Bein der Bettnachbarin schon eine Vergewaltigung darstellt oder später dann, ob ein krummnasiger Kapitalist eine antisemitische Symbolik sei, oder welche Produkte man noch essen könne, um kein gemeiner Mörder von "Nichtmenschlichen Tieren" zu sein, habe ich mich irgendwann davon entfernt, noch die Interim, die Zeck, die Apolex oder die vielen anderen zu lesen, die mir wie die Kirche ständig direkt oder indirekt irgendwelche Sünden andichten wollten. Schließlich war ich doch in Bewegung, um den Spaß nicht zu kurz kommen zu lassen. Und dann dieser ganze pseudoakademische Unfug in diesen Blättern. Diese Ergüsse und Selbstzurschaustellungen von Soziologiestudenten, die in ihrem armen Leben noch keinen richtig guten Sex hatten, noch nie im Übermaße Alkohol getrunken und sich danebenbenommen haben, aber den Lesern das Leben und die Welt erklären wollten...tz, tz, tz
Wer tut sich das über Jahre hinaus an? Folgende Antwort ist plausibel; Diejenigen, die in Klöstern leben und die heilige Schrift studieren!
Dank Internet sind wir zum Glück auf diese langweilig-spießigen Zensurblätter wie Interim, Zeck, Apoplex usw. nicht mehr angewiesen. Und das schöne ist; hier im Internet höre ich auch mal andere Meinungen! Hier gibt es einfach weniger Duckmausertum gegenüber der politisch korrekten Rangordnung, und hier gibt es generell weniger Hierarchie; Die Autonomenblättchen wurden auf bestimmte Meinungen zurechtzensiert, wenn nicht die vorauseilende Schere im Kopf vorher zur Wirkung kam.
Wagte es dann eine Zeitung wie die Arranca tatsächlich, andere Inhalte zu bringen, wurden sie von den Infoläden boykottiert!
Das Internet braucht zum Glück keine Zensoren aus Redaktionen und Infoläden, und das ist ganz große klasse! Dass es dafür auch mehr Müll hier zu lesen gibt, ist auch wahr, macht mir aber nichts, ich muß es ja nicht lesen und im Gegensatz zur Zeitung auch nicht mitbezahlen. Aber hier gibts wenigstens die Informationen und Meinungen, die bisher sauber wegzensiert werden konnten.
Außerdem halbe ich das Gefühl, mich in den ganzen Jahren auch weiterentwickelt zu haben, und diese Printblätter dagegen in der Entwicklung stehengeblieben sind. Im Internet hab ich wenigstens die Chance, noch ansprechende Beiträge zu finden.
Ich warte jetzt nur auf das Argument für die Printblätter, die Nutzung des Internets sei schließlich patriarchal oder strukturell antisemitisch;-))))))
Hier wärs mir egal, ich muß es nicht zahlen oder lesen, aber der erste ergänzende Beitrag von riotqueer hier ist lesenswert, wäre auf Papier aber wohl nie abgedruckt worden...
Bye, bye Interim, bye, bye autonome Spießer
Interim ist doch toll!
echt jetzt! 27.02.2008 - 19;16
die interim ist doch prima! dieses kopierte ding, bei dem teilweise die Seiten fehlen, vertauscht sind und noch vieles mehr! und dann die witzigen texte, mittlerweile reine realsatire.
schade, dass die mg jetzt nicht mehr da ist, deren texte hatte ich immer am liebsten. aber auch die anderen volxsport-erklärungen waren schon toll; immer retro (schreibmaschine oder sogar schablone) und manchmal sogar überraschend (schnipsel). und das schönste, mensch weiß nie wann sie erscheint.
ok, die inhalte wiederholen sich. schon wieder mumia. als ich aufgehört habe mir das szeneblättchen zu kaufen, war sogar schon jede ausgabe damit voll. dass die free-mumia-initative von den moaisten getragen wird, scheint den leuten herzlich egal zu sein. die rim oder rk oder interkomms oder wie sie sich auch immer im moment nennen, nerven den autonomen szenemenschen ja eigentlich auch nur am ersten mai, sonst kommt mensch mit denen schon ganz gut klar - besonders, wenn es darum geht über zionisten, bonzen, heuschrecken und andere bedrohung für die eigene scholle geht. das ist jetzt aber ein anderes thema.
die durchschnittliche interim-ausgabe sieht wie folgt aus;
ca. 20 seiten
zu
davon;
- 1 x 5-seitiger "theorietext" (hirnwichserei, irgendwelcher berliner zirkel, die sich gegen das verschwinden in den analen der linksradikalen geschichte zu wehren scheinen)
- 1 - 2 x 3-seitiger text, in dem bemängelt wird, dass wir nur alle wieder richtig militant sein müssen, damit der laden läuft
- 1 x 1-seitige "analyse" irgendeiner tollen kampagne/demo, die besser gelaufen wäre, wenn wir alle militanter gewesen wären
- davon 5 Seiten "volxsport" (teilweise verschwimmt das gerade bei "wichtigen" gruppen mit der obersten kategorie und mittlerweile gilt fast alles als volxsport; irgendeinem manager das handelsblatt zu klauen, was dann groß als lahmlegen der kapitalistischen verhältnisse verkauft wird, weil der manager ja nicht managen kann, ohne die wichtigen informationen der bonzenpresse)
- dann die obligatorischen veranstaltungshinweise diverser antiimps und maoisten (-> free-mumia oder was auch immer trend sein mag)
- (wie viele seite haben wir jetzt? ach, da nehmen wir noch schnipsel aus der yellow press rein, indem rumgeheult wird, wie schlimm der "volxsport" ist)
- die 2 seiten sind dann dem aktuellen schwerpunkt gewidmet, wechselweise wirtschaftsgipfel oder hausbesetzung; im moment vermutlich köpi
- 1 - 2 mehrseitige theorie-texte zum aktuellen schwerpunkt, inklusive; ausblick, wie halten wir den verfall der autonome bewegung auf (genau ordentlich militanz am neuen schwerpunkt)
- vielleicht gibt es dann noch für die kleinen eine bastelanleitung mit dem titel "nobelkarossentod", um sie zu tollen volxsport-aktionen zu motivieren.
die interim ist wirklich interessant. sie wirkt wie ein dokument aus einer anderen zeit. und erst die sprache. und die sprache erst. das absolute lieblingswort dürfte "bonze" sein, möglicherweise zum wirtschaftsgipfel von "imperialist" verdränt, aber "bonze" steht schon ganz oben auf der liste.
und erst die leserschaft (muss nicht gegendert werden). es gibt drei gruppen, die die interim lesen;
- die letzten mutanten aus dem berliner szenesumpf, manchmal von ein paar norddeutschen gefeatured, die versuchen die 80iger zurückzuholen, als der laden noch lief (und ihr wisst schon, alle richtig militant waren)
- jung-autonome, die sich von den relikten angezogen fühlen und sich sehr militant vorkommen, weil sie nun exklusiven zugang zu anschlagserklärungen haben und jetzt wissen, wie sie richtig autonom werden können (genau, richtig doll militant werden)
- verfassungsschutz/staatsschutz, wobei die sich vermutlich die "erklärungen" bei berliner zeitung, taz, mopo oder abendblatt holen
das ist sie, die interim. ich hab mir mal auch eine typische anschlagserklärung gebastelt.
"in der nacht vom 28.02.2008 haben wir [das haus/das auto/den firmensitz/die filial] des/von [manager XY/dem konzern "ganz-böse"] mit [farbbeuteln/steinen/brandsätzen] angegriffen. XY/"ganz böse" ist an der globalen ausbeutung der arbeiter_innen beteiligt. [jetzt aktuelle schweinerei aufzählen]. mit unserem angriff, wollten wir ein zeichen setzten gegen das kapitalistische system. die bonzen, blabla, der imperialismus, blabla, etc.
mit unserer aktion wollen wir die kampagne asdf unterstützen. [blub]
eine revolutionäre veränderung bedarf aber flächendeckender militanz (wo wir wieder beim thema wären, genau wieder ordentlich militanz), mit unserer aktion wollen wir einen betrag dazu liefern. wir hoffen, dass in zukunft andere gruppe uns folgen werden.
hoch die internationale solidarität!
den bonzen ordentlich was auf die fresse!
smash capitalism!
(und jetzt noch n cooler gruppenname, damit das ganze auch beim revolutionären subjekt ankommt) [ag (autonome gnome) terror und zerstörung/kolonialismus und krieg (waren das nicht die, die mirrow die karre abgefackelt haben?)/mg/militanter zusammenschluss/rote was auch immer]"
vielleicht sollte, ich mir mal wieder eine interim kaufen, um meine theorie zu bestätigen. das tolle an der szene ist ja auch, dass es seit fast 30 jahren permanent abwärts geht, immer muss der zerfall/das versinken in die bedeutungslosigkeit abgewendet werden.
und ja, alle gruppen, individuen (wahrscheinlich werden 90% der texte von den gleichen genoss_innen verfasst) oder was auch immer, arbeiten mit verkürzter kapitalismuskritik und strukturellem antisemitismus (siehe das abfeiern von anschlägen gegen bonzen und schweine).
die, die gleich über meinen beitrag herfallen werden, wissen im tiefsten herzen, dass die interim wirklich ein toller gag ist, den niemand mehr ernstnehmen kann.
wer zuerst antideutsch schreit, hat gewonnen! |
" target=_blank> 49. saul - 2008-02-27 17:45:50 |
Radio Isnogud
In der finsteren Offlinezeit gab es schon Radio. Soweit war die Menschheit bereits. Doch Radio gab s nicht für alle, die Frequenzen waren vergeben, der Rundfunk staatlich und selbst an kommerzielles Privatradio war 80 noch nicht mal zu denken. Das brachte stets einige auf die Idee, selbst dieses Medium zu nutzen und zu senden. So was nannte man dann Piratensender, das war natürlich nicht erlaubt und die Post verfolgte mit Peiltechnik solche Funker. 80/81 gab es in Frankfurt eine Radiogruppe die sich Radio Isnogud nannte, nach einer seinerzeit populären Comicfigur. Großwesir Isnogud, der stets Kalif werden will, anstelle des Kalifen. Die folgenden Texte stammen von einer Kassettenaufnahme der Sendungen die ich beizeiten mal abgeschrieben hab, war irgendwann in recht desolaten Zustand, sogar die Katz hatte mal draufgeschifft. Die Sendungen sind von 81 und stellen eben ein Zeitdokument dar. Dies ist zu beachten, das ist mittlerweile eine historische Doku und deswegen zeitbezogen zu sehen. Piratensender oder sogenannte Freie Radios haben im Internetzeitalter sicher nicht mehr die frühere Bedeutung und heute wird man sich eher weniger die Mühe machen, einen illegalen Sender zu betreiben. Internet plus Audiodateien sind besser geeignet, da sie weiter reichen als Kleinsender, die nur von denen gehört wurden, die vorher über Flugis oder Zeitung beispielsweise von deren Existenz erfuhren und wußten, wann und auf welcher Frequenz sie sendeten. Der Text folgt dem O Ton, daher ist die Textstruktur etwas ungewohnt, eben ins Unreine gesprochen.
.....ey, jetzt kommt ne Zwischendurchsage.
Erklärung; Wir haben am Samstag ne Demo zum Preungesheimer Knast gemacht um mit der Kundgebung die Forderung der Gefangenen im Hungerstreik zu unterstützen. In der BRD und in der Schweiz befinden sich über dreihundert Gefangene im Hungerstreik. Die Gefangenen aus der RAF fordern vor allem Zusammenlegung in selbstorganisierte Gruppen, internationale Kontrolle der Haftbedingungen , die Freilassung von Günter Sonnenberg aufgrund seiner Verletzung. Die Gefangenen in Preungesheim, Moabit und Lederstraße fordern im wesentlichen Verbesserung ihrer unmenschlichen Haftbedingungen, die in Preungesheim besonders, mehr Umschluß, bessere ärztliche Versorgung, mehr Freizeit, Abschaffung der Sichtblenden. Wir fühlen uns mit den Gefangenen und ihren Forderungen solidarisch. Am Preungesheimer Knast konnten wir nur kurz Parolen rufen und wurden dann massiv von den Bullen aufgefordert uns vom Knast zurückzuziehen, also sind wir gemeinsam in Richtung Stadt auf den Gehweg nach Hause gelaufen. Als wir in der Schwarzburgstraße uns befanden, riegelten die Bullen die Straße von beiden Seiten ab, wir wurden aufgefordert uns aufzulösen und uns vereinzelt zu entfernen, obwohl wir doch total eingekesselt waren.
......wahllos wurde dort auf uns eingeknüppelt und zwei Leute rausgegriffen. Das weitere brutale Vorgehen der Bullen wird an zwei Beispielen deutlich, ein ziviles Bullenauto fuhr auf den Gehweg in die Menge, dabei wurde eine Person angefahren und auch gleich festgenommen. Auch eine Gruppe von Leuten die an der Ecke Glauburgstraße Eckenheimer Landstraße auf die Straßenbahn warteten, stürzte sich ohne jeglichen ersichtlichen Grund ein ziviler Greiftrupp. Sie packten einen von uns, warfen ihn auf den Boden, vier knieten sich auf ihm und ein fünfter schlug mit gezielten Schlägen auf ihn ein. Danach wurden ihm Handschellen angelegt und anschließend schleiften sie ihn über die Straße wobei ein weiterer Bulle auf ihm einschlug. Insgesamt wurden zehn Leute von uns festgenommen und sechs verletzt. Wir wissen bis jetzt nicht, womit diese Brutalität begründet wird, selbst für eine scheinheilige Legitimation dieses Knüppeleinsatzes fehlt jede Grundlage. Wir fordern sofortige Freilassung aller Festgenommenen und kein Verfahren gegen sie. Auch J. Zimmer der in Karlsruhe wegen der Verteilung eines Flugblatts zum Hungerstreik der RAF verhaftet wurde, soll sofort freigelassen werden. Das Verfahren wegen Unterstützung und Werbung einer kriminellen Vereinigung soll sofort eingestellt werden, wir fordern die sofortige Erfüllung der Forderungen der Hungerstreikenden, aber sofort.
..... wir schalten jetzt um zum zweiten Teil. Hier Radio Isnogud, wir schalten jetzt um zum zweiten Teil, bitte warten.
.....also ich mein, irgendwie muß ja mal gesagt werden aus welchen Anfängen Radio Isnogud entstanden ist, außerdem haben unsere Hörer nicht die geringste Ahnung von dem was bei uns abgeht in der Radiogruppe, von dem scheußlichen Arbeitsklima, ich glaube das geschätzte Publikum geht davon aus, das wir den Sender einfach irgendwo in die Gegend stellen und dann entfernt sich die Gruppe heiteren Schrittes, alle freuen sich und trinken ein Bier und alles ist total lustig und heiter und unbeschwert und von den Bullen weit und breit nichts zu sehen. Ich mein, dem ist mitnichten so, zweimal hatten sie uns schon fast, deshalb müssen wir einfach eine Situation schaffen in der es ne Öffentlichkeit über den Sender gibt. Das könnten wir zum Beispiel mit ner Veranstaltung erreichen, außerdem sollte sich ganz schnell ein Freundeskreis um die Radiogruppe bilden der die Sendung diskutiert und die Radiogruppe in der Öffentlichkeit vertritt, der sollte sich jede Woche treffen. Da sollten halt die Leute mit ihren Kassetten hinkommen und Sendungen machen, die Gespräche werden protokolliert und natürlich unterm Ladentisch an die Radiogruppe weitergegeben, die beantwortet dann zum nächsten Termin alle Fragen schriftlich.
Das Problem ist doch, das das Senden illegal ist und deshalb können wir die Sendung auch nicht öffentlich diskutieren. Is doch völliger Quatsch, hören is doch nicht verboten also kannst du auch über die Sendung diskutieren. Am Anfang war das in der Radiogruppe ja auch so gedacht, das das für alle Leut offen ist, wir sollten eigentlich allen Leuten beibringen, wie sie selbst senden können und jeder hätte dann seine eigenen Sendung machen können, dadurch das die Radiogruppe so isoliert geblieben ist also kein öffentliches Forum hat, ist es für andere unmöglich gewesen da als Neulinge einzusteigen, durch die Illegalität ist es auch zu gefährlich für uns wenn da jeder ankommt und sagt, ich will auch mal senden, dadurch sind wir in eine Sackgasse geraten und dann gibt es ja auch noch die, innerhalb der Gruppe Probleme, ein Teil hat sich mehr als Redaktionsgruppe verstanden und die Sendungen die bis jetzt gelaufen sind hart kritisiert und das ging so weit, das die gesagt haben, den Scheiß sende ich nicht, auf der anderen Seite besteht immer noch der Anspruch das Radio für viele Gruppen zugänglich sein soll und die haben dann ihre Kassetten produziert und an die Sendegruppe rübergeschoben, da is es doch besser, wenn die lernen zu senden und dann kann es nämlich nich mehr passieren, so wie es bei Isnogud war, das jemand was anderes senden soll, wo er politisch nicht dahintersteht. S war ja so, das einzelne Leute die technische Fähigkeiten hatten und die haben halt auch immer gesendet, wir haben es halt nicht geschafft möglichst viele Leute miteinzubeziehen. Also bei mir ist das etwas zum Problem geworden, als das Senden anfing gefährlich zu werden, als die Post und die Bullen da anfing mit dem Peilwagen hinter uns herzufahren und da haben wir dann auch gesagt, also ne, so können wir den Sender nicht weitermachen, das müssen wir auch mal sagen, das die uns auf den Fersen sind und das wir kaum noch Standort zum senden haben, das Verstecke schon mal angepeilt worden sind. Gefunden ham se uns zwar nicht aber na ja. Am Anfang haben wir ja wahnsinnig lange Sendungen gemacht, sogar über eine Stunde und wir haben dabei wie ihr sicher bemerkt habt, drei verschiedenen Sender benutzt und ab und an umgeschaltet und da war ja bei jeder unserer drei Sender immer ein Programm von zwanzig Minuten hinter sich zu bringen und das is entschieden zuviel, das können wir jetzt einfach nicht mehr machen, in annern stecken die Leut per Sendeanstalt höchstens fünf bis zehn Minuten und das kann halt insgesamt nur eine viertel Stunde lang sein oder eine halbe Stunde vielleicht, das letzte Mal ham uns die Herrn von der deutschen Bundespost nach exakt sieben Minuten fast angepeilt, einige von uns wollen eben deshalb nur noch ganz kurze Sendungen machen, aber das sind eben auch keine richtigen Sendungen mehr, das macht einfach keinen Spaß, und dann sind wir dazu gekommen das es unheimlich wichtich ist diesen Freundeskreis ins Leben zu rufen, für mich ist das Gefühl mit dem Risiko ganz alleine durchzuhängen ziemlich schlecht, mit den technischen Problemen und ohne Resonanz will ich nich so allein dastehen, ganz abgesehen davon, wenn einer von uns jetzt ins Gefängnis kommt weil er mit nen Sender erwischt wurde, dann steht er auch allein da und das is einfach was aneres für uns wenn es da ein öffentliches Interesse gibt. Der Freundeskreis hat doch einen doppelten Sinn, einmal bietet er uns Schutz durch Öffentlichkeit wenn wir erwischt werden und zweitens erfahren wir durch ihn doch erst, ob es uns überhaupt gibt, ob uns überhaupt einer zuhört, wir senden, bisher senden wir lustig ins Blaue. Also ich glaube nicht, das wir allein bleiben müssen, so ein Radio kann doch auch für die verschiedensten Gruppen da sein die innerhalb der Stadt Widerstand leisten, die ihre Alltagsprobleme öffentlich machen wollen, ich glaube, das das einen Basis für das Radio wäre.
Also ich frag mich sowieso, was diese Sendungen die wir bisher gemacht haben von irgendwelchen Zeitungen unterscheidet, was ist um Himmelswillen das Besondere daran?
Stimmt auch wieder, wenn ich bis jetzt mit Leuten über die Sendung geredet habe, dann war denen immer ziemlich scheißegal was wir da eigentlich gesendet haben, die haben sich nur gefreut, das es überhaupt funktioniert hat.
Das ist ja wie bei der elektrischen Eisenbahn, hauptsache es bewegt sich was.
Na ja, so ist das, also jetzt wo das Radio technisch funktioniert könnte eine Diskussion über den Inhalt der Sendung wirklich nichts schaden, jetzt müßten die einzelnen Gruppen, Bürgerinitiativen und Radiofreunde öffentlich über das Radio diskutieren, jetzt könnte das alles auch ein bißchen offensiv werden, wenn wir in unseren kleinen Kreis so weiterwurschteln wie bisher, dann ist es doch nur eine Frage der Zeit bis wir völlig aufhörn.
Das heißt doch, entweder es bildet sich ein Freundeskreis, oder wir können das Senden ganz bleiben lassen.
Wir müssen unseren potentiellen Freundeskreis doch erstmal erklärn, das es verschiedene Formen von freien Radios gibt, erstmal kann man versuchen freie Radios zu legalisieren, also Medienpolitik zu machen und dann gibt es das Radio, das eine Nachrichtensperre durchbrechen kann und dann ein Radio, das unterdrückte und unterbliebene Nachrichten sendet, s gibt auch das Stadtradio, das sich auf Geschehenise und Widerstand in einer Stadt oder Region bezieht und zum Schluß gibt es noch das Aktionsradio wie in Gorleben oder Brokdorf.
Legalisierung das heißt ja, das man vom Staat die Sendererlaubnis fordert oder erbittet also so ham mer doch nie drüber diskutiert, wir wollen doch einfach nur unsere Meinung, sei s gedruckt oder über einen Sender unzensiert verbreiten können. Das was wir senden, das muß doch auch wichtig sein für so eine Bewegung, sonst lohnt sich der Aufwand und das Risiko überhaupt nich. Über den Freundeskreis wollen wir doch auch herausfinden ob unsere Sendungen wirklich so wichtich sind un ob wir Informationen vermittelt ham die die Leut vorher nicht hatten, die nicht durch die presse gelaufen sind und ob wir Diskussionen angeregt haben, ich finde das Radio auch dann wichtich, wenn wir nur noch kurze Sendungen machen können, zum Beispiel n Flugblatt ablesen.
Ich finde am Radio schön und wichtig, das man nicht nur so was abliest, sondern das man Musik hörn kann, das is für mich das Bewegliche am Radio ich hör die Musik und dann komm ich in Stimmung. Nun aber mal langsam, wenn die Leute beim Hungerstreik sterben und ich will es ganz schnell öffentlich machen wies den Leuten geht und wer schon gestorben is und wer nicht, dann kann ich doch nich ganz locker Musik spielen, die einen swingen lässt.
Das mein ich doch nicht, aber Informationen über den Hungerstreik die kann ich doch genausogut über ein Flugblatt bekommen, ich schalte das Radio normalerweise nur ein wenn ich Musik hören will. Du benimmst dich doch wie jeder Hörer vom normalen bürgerlichen Radio, so wie wenn es als Medium ist konsumierst das auch. Du kannst im Radio doch meist nur Musik hörn, alles andere ist doch nur Scheiß. Wir gehn doch mit Radio Isnogud nicht anders um, wir senden was und wers sich überhaupt anhört und was er sich dabei denkt is uns doch eigentlich auch nicht ein bischen klar.
Also ich muß jetzt mal was zu ner Extremsituation sagen, zur Nachrichtensperre, also n freies Radio kann so ne Nachrichtensperre natürlich durchbrechen, zum Beispiel wenn beim Hungerstreik Gefangene sterben oder wie 1977 beim deutschen Herbst, aber das is was anderes als wie bei nen regelmäßigen Sendebetrieb, man kann son Sendebetrieb nich einfach auf so ne Extremsituation zuschneiden un durchhalten. Ja eigentlich müßten wir dann ja jeden Tag senden. Und das geht eben nich, die Perspektive auf die totale Nachrichtensperre lässt sich im Alltag einfach nicht durchhalten, ich kenn die Erfahrung von Sendern in anderen Städten, da hat sich auch nach zwei bis dreimonatigen Senden herausgestellt, das das Probleme hat, das geht nur wenn n direkter Zusammenhang zu den Sachen in der Stadt und inner Region is zum Beispiel bei Radio Vert in Fessenheim und das wird schwierich wenn man sich für jede Sendung was aus den Fingern saugen muß oder man versuchen muß Gruppen über das Radio ins Gespräch miteinander zu bringen, die können ja einfach zueinander hingehen, die brauchen dazu ja nicht das Radio, da geht dann bald irgendwo die Luft raus, ich halt es gar nicht für so schlecht, das Prinzip der regelmäßigen Sendungen zu durchbrechen. Ja aber der Freundeskreis soll uns doch die bis jetzt fehlenden Kassetten ranschaffen. Das is ja auch nix neues, das gibts in anderen Städten auch schon und trotzdem, es klappt einfach nicht mit der Regelmäßigkeit.
Aber es geht doch auch darum, ob so ein Sender in Frankfurt von mehr Leuten als unserer kleinen Gruppe getragen werden kann und das werden wir hier am Küchentisch eh nich rausfinden, wir müssen eben den Versuch mit den Freundeskreis machen und dann eben abwarten, ich glaube daß das Bedürfnis nach einen nichtstaatlich gesteuerten Radio ziemlich groß ist, da könnten neue Ideen, neue Musik, Selbstdarstellungen von Gruppen und unterbliebenen Nachrichten gesendet werden, das is ein Wunschtraum von mir, das wir unsere Kultur in den verschiedensten Formen dezentral veröffentlichen können, da könnte zum Beispiel ne Theatergruppe die ein Stück zur Startbahn West oder zur Dammbesetzung gemacht hat ne Sendung machen oder Leute die vielleicht Gedichte schreiben.
Oh Ja und wie wärs mit Pantomime (Gelächter)?
....etwa hier sagen, wenn wir einen Kultursender machen der weniger unterbliebene Nachrichten bringt, würden mehr Leute einschalten.
Wie kommst du denn darauf?
Der Sender muß eben, weil er ein Risiko für die Leute bedeutet unterbliebene Nachrichten bringen, sonst rechtfertigt sich das Risiko nicht und daher müssen wir immer hinter unterbliebenen Nachrichten herwetzen und wir müßten also ein detektivistisches Gespür für geheimgehaltenes Zeug entwickeln. Also nochmal zurück das Ganze, wir wollten doch auch Gruppen untereinander ins Gespräch bringen und deshalb wollten wir am Anfang auch diese Briefkästen in Kneipen hängen, wo Leute ihre Kassetten reinwerfen können. Also ich halt das mit den Briefkästen für ne Illusion, dadurch lässt sich doch ne Isolation wirklich nicht durchbrechen. Der Sender steckt doch wirklich noch in seinen Kinderschuhen, solange der Freundeskreis nicht existiert, werden weder gute Kassetten noch Diskussionen reinrollen.
Na ja, Freundeskreis ist immerhin besser als Briefkästen, weil mit Briefkästen kann man nicht diskutieren, ich stell mir vor, das der Freundeskreis gefälligst auch kreativ arbeitet, also nicht nur Kassetten einsammelt sondern auch diskutiert und verändert, ich hab immer Schwierigkeiten wenn ich mir vorstellen soll, das der Sender Gespräche zwischen Gruppen anregen soll, über die Hausbesetzung ist ja vorher auch nicht diskutiert worden und das da eine neue Bewegung entsteht, das hat keiner geahnt, im Gegenteil, das wurde für unmöglich gehalten. Ich denk das wär ne Aufgabe für den Sender, solche Entwicklungen zu fühlen, ich fänds gut wenn andere Gruppen die sich nich in herkömmlichen politischen Rastern artikulieren, Zugang zum Sender finden vielleicht über Lyrik oder Musik oder über die Schule, das interessiert mich halt.
Ja sicher, das auch aber ich will s jetzt gar nicht gegeneinander ausspielen. In Stadt und Land so, da gibt s doch immer mehr Leute die ihre Interessen selbst in die Hand nehmen, die könnten sich über einen Sender untereinander kennenlernen.
Ich glaube nicht, das es zur Zeit überhaupt unterbliebene Nachrichten gibt, das findet doch alles seinen Platz in den vielen linken Medien, ein Bruchteil von dem was wir bisher gesendet haben ist wirklich unterblieben und mich würd zum Beispiel interessieren wer die zwanzigtausend sind, die in Frankfurt die Grünen gewählt haben, wir haben ja wohl alle nicht gewählt aber sind deshalb die zwanzigtausend jetzt irgendwelche Trottel oder drückt sich bei denen mangelnde Staatsloyalität aus? Also von wegen Staatsverdrossenheit, die ham doch immerhin ne Partei gewählt.
Was willst n mehr verlangen wenn jemand zwanzig Jahre lang SPD gewählt hat und jetzt grün wählt, für mich ist das erstmal sympathisch, ich denke da sollten wir näher dranbleiben und nicht nur an den existierenden linken Gruppen.
Also ich finde unsere Diskussion dreht sich immer wieder im Kreis, zum Beispiel das mit dem Freundeskreis walzen wir jetzt schon ewig breit oder wie sollen wir ihn denn nun kriegen?
Ja indem wir einfach einen Termin machen. Mit Proben kommen. Ja genau das will ich, genau das, das fehlt.
Aber das ist doch nun wirklich eine Überbeanspruchung unserer kleinen Gruppe, was solln wir denn noch alles, n Konzept entwickeln, dann solln wir noch senden, Standorte auschecken und womöglich noch einen Sender machen der dann international berühmt wird ja?
Also ich hab den Eindruck, das bei allen Schwierigkeiten die bei uns auftauchen, wir auf den geheimnisvollen Freundeskreis hoffen also sollten wir erstmal genauer diskutieren was wir uns von versprechen und wer da was machen soll. Und darüber zum Teufel ham wir doch jetzt die ganze Zeit geredet, wir können doch jetzt nicht spekulieren wer da kommt und was da diskutiert wird.
Achtung, Achtung, es tut sich was, höchste Gefahrenstufe, bitte umschalten, Hörer dranbleiben.
..... die du nicht senden willst, was machst du denn dann, dann hast du nen Freundeskreis, den du gar nicht willst. Für mich ist außerdem noch die Frage wie wir überhaupt mit dem Freundeskreis in Kontakt treten können, is doch klar, das wir da nicht als Sendegruppe auftreten können. Man kann sich ja die Briefe schreiben, zum Beispiel die Sitzung des Freundeskreises protokollieren und beim nächsten Termin antwortet dann die Radiogruppe schriftlich und so weiter. Also die zwei Gruppen treten gar nicht persönlich in Kontakt.
Ja genau, der Freundeskreis sendet gar nicht, der Kontakt wird über einen Briefkasten hergestellt, es ist nicht das Problem des Freundeskreises herauszukriegen wer da sendet, der soll einfach nur Sendungen machen und über sie diskutieren, so ich glaube damit sollten wir die Diskussionsrunde endgültig verlassen. Wir wollen euch noch folgenden Termin durchgeben, an dem sich der Freundeskreis zum ersten Mal treffen soll und zwar soll das sein, der dreizehnte April um zwanzig Uhr im Stadtkaffee in Bockenheim in der Grempstraße.
So und jetzt blenden wir uns ein in ein Gespräch bei dem es um ein ganz hervorragendes Buch für Radiofreunde geht, es handelt sich um das Buch, was sie schon immer über freie Radios wissen wollten, aber nie zu fragen wagten.
....ist zu beziehen über den Freundeskreis freie Radios Bremer Straße siebenundfünfzig, vierundvierzig Münster.
....äh das Buch, das ihr da hinten liegen habt, das über freie Radios mein ich, äh is doch verboten oder?
Na ma langsam, s is doch erstmal nur n Buch, reden oder schreiben über freie Radios is ja nich verboten, jedenfalls bis jetzt, auch Bauanleitungen sind das Legalste der Welt, wir leben schließlich in einer Demokratie. Beim Machen hört der Spaß allerdings auf, auch beim freien Radio. Aber der Springer, ja genau und dem seine Spießgesellen, jeder beliebige Berufspolitiker darf doch heutzutage Sprüche machen, den gesamten bisherigen Rundfunk in Frage stellen, da wird es dem Amateur doch mal gestattet sein, mal über eine Ergänzung, Änderung des bisherigen Rundfunkgesetzes mal laut und öffentlich nachzudenken. Ja sicher, nur wenn es vielleicht auch nicht verboten ist, so hast du doch gerade selbst gesagt, das die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten reichlich Probleme ham und da haun doch dann die freien Radios oder ein Buch darüber in die gleiche Kerbe, die machen doch auch die Öffentlich Rechtlichen an, wenn auch aus anderen Gründen, aber is es denn nicht ein Gebot der Solidarität.
Ein Gebot der Solidarität der Demokraten, jetzt mußte nur noch was erzählen von alle in einen Boot, nich der richtige Zeitpunkt für Kritik und so weiter. Hör blos auf, solln wir die Einfälle und Ideen immer nur den anderen überlassen? Und wir halten still die Schnauze bis das schlechte Wetter vorbei is, Einheit? Schön und gut, aber geschlossener Rückzug, ne ne.
Mensch beruhige dich.
Hab ich keine Lust zu, ich will mich aufregen, Gründe kenn ich reichlich zum Beispiel ausm Rundfunk, es is doch wahr, erstens wird man auch in diesen schwierigen Zeiten sagen müssen was Sache is, das allemal, was am Rundfunk so wie er is beschissen is, was gut dran is und unterstützt werden muß und zweitens, wenn die Öffentlich Rechtlichen Probleme haben und in die Pfanne gehaun werden, dann wird das doch von ganz anderen Leuten gemacht als von den freien Radios. Warum werden denn zum Beispiel so Sendungen wie die Radiothek im WDR abgeschafft oder kastriert, wegen Radio Freies Wendland etwa? Wohl kaum. Und da sind wir auch schon bei der dritten Sache, gerade jetzt ist es wichtig was selbst zu entwickeln und nicht nur die Stellung zu halten, wenn es zig freie Radios gäbe, dann müßten die öffentlich rechtlichen Astalten ihre Inhalte auch an denen messen und nicht an Radio Luxemburg, also geht darum zu zeigen, das s außer so ner Kommerzrichtung auch noch andere Tendenzen und Visionen gibt. Sollen doch die Kommerzheinis sagen warum sie was gegen Vorstellungen von freien Radios ohne Vorstellungen von Werbung auf lokaler Ebene haben, was für die Anstalten tun und für freie Radios zu tun, freie Radios aufzubauen, das schließt sich doch nicht gegenseitig aus, im Gegenteil.
Is ja gut, aber was steht n jetzt eigentlich drin in dem Buch?
Sowas was ich dir eben erzählt hab natürlich auch, erstmal gehts darum, warum überhaupt freie Radios, nämlich deshalb, weil das laufende Radio, das Öffentlich Rechtliche so ist wie es ist, denk doch bloß mal an Elmar Gunsch und solche Kappen und weil Radio im Idealfall auch ganz anders sein könnte. Wie sieht s denn überhaupt aus in der BRD, welche Folgen hat die Illegalität für das vorher gemalte Idealbild, was lässt sich gegen diese Einschränkungen machen? In diesem Zusammenhang wird da auch gesammelt, was es bis zum Herbst 80 an Versuchen gegeben hat hier freie Radios zu machen, der nächste Punkt liegt dann auch schon auf der Hand, nämlich bei den Schwierigkeiten mit der Illegalisierung, die Legalisierung von freien Radios anzustreben, auch die Frage von eben nach dem Verhältnis von freien Radios und öffentlich rechtlichen Radios wird nochmal eingegangen, etwas ruhiger als mir das eben gelungen is. Schließlich und zuletzt folgt eine ausführliche Zusammenstellung von Erfahrungen freier und anderer spezieller Radios im Ausland ausgewählt unter dem Gesichtspunkt, was lässt sich für die hiesige Republik draus lernen. Richtig und dazu hab ich sowieso noch ne Frage, hat sich in Italien nicht längst gezeigt, das das mit den freien Radios völliger Quatsch is und das es so niemals klappen kann?
Die Frage hab ich doch schon mal gehört un die is ja auch wichtig und von der Sorte kann ich auch gleich mal ein paar mehr bringen. Lässt sich Werbung verhindern, lässt sich Radio ohne Werbung überhaupt finanzieren, is die Technik nicht viel zu teuer, wie is das mit dem Pluralismus und der Zensur bei freien Radios, wer hat das sagen und tausend andere.
Das Thema scheint dir ja zu liegen.
Ja da findste kein Ende und zu all diesen Sachen ist das Buch ein erster Rundschlag mit labilen Charakter, eine Art lose Blättersammlung, niemals fix und fertig immer ergänzungsbedürftig, veränderlich, es fliegt was raus, es kommt was neues rein, nur nützlich bei Benutzung. ....aber eigentlich wollt ich doch noch fragen, ob son Buch bei uns verboten is, für freie Radios interessier ich mich sonst überhaupt nich, tschüß und vielen Dank
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" target=_blank> 48. saul - 2008-02-23 18:45:27 |
Afrikanische M�rchenstunde.
208710.png (PNG-Grafik, 461x599 Pixel)
Fr�her hatten sie es schwerer, da mu�ten nigerianische M�rchenerz�hler noch m�hsam per Post ihre Kundschaft! anschreiben um ihnen schnellen Reichtum zu versprechen. Hach man konnte schon Mitleid bekommen, mit den diversen nigerianischen Prinzessinnen, die so besorgt um ihr Verm�gen sind und nicht wissen, wo sie es sicher anlegen k�nnen, zumal die Lage im eigenen Land ja so unsicher ist. Und wo kommen diese ganzen Prinzen und Prinzessinnen her? Ham die in Nigeria ne Monarchie?
Wie bekannt, schon damals fand die sogenannte Nigeria Connection ihre Kunden, Gier setzt bekanntlich schnell den Verstand au�er Gefecht.
In modernen Zeiten haben sie nat�rlich die Mail entdeckt und so findet der mehr oder weniger geneigte Leser heute die entsprechenden Botschaften in der Box in denen Reichtum, Gl�ck, Sex, Jungfrauen und �berhaupt das Blaue vom Himmel versprochen werden. Was sich ver�ndert hat, sind die Summen, scheint an der Inflation zu liegen. 12 Mio � sind da durchaus im �blichen Rahmen, mit der Portokasse halten die sich gar nicht erst auf, wenn schon, dann richtig. Soll vermutlich hei�en, je irreal gr��er der Betrag, desto eher findet sich n Trottel der das ernst nimmt. Die Mails sind oft in einen Deutsch verfasst, schon das zu lesen macht Laune. Doch auch Osteurop�er sind lernf�hig und so finden sich mittlerweile auch Angebote aus der Ukraine etwa. Nur auf die ukrainische Prinzessin m�ssen wir verzichten, das stimmt doch etwas traurig, wir tr�umen doch alle so gern.Auf Wiki findet sich dazu nat�rlich auch ein Eintrag und der Hinweis, das man zwar einen sinnlosen Dialog mit solchen Freunden f�hren kann, wenn man sonst grad nix zu tun hat, doch sollte das nur tun, wer seine Identit�t verschleiern kann. Sonst ist es nat�rlich ges�nder, auf sowas nicht zu reagieren, man wei� eben nicht mit wem man es zu tun hat und wozu die f�hig sind.
Im Folgenden einige Originalmails zur Doku. Lesen und Spa� haben.
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BROWN & ASSOCIATES
SOLICITORS & ADVOCATES
3 VERULAM BUILDINGS GRAY’S
INN, LONDON WC1R 5N
Our ref; BA/SA/X02/2008
ATTN; PRESIDENT/OWNER
I am Barrister David Brown, the personal Attorney to Mr. Mohammad Al-Saadi, an Iraq Citizen who used to work with Kutner Associates Company in London. On the 2nd of August 2006, my client, his wife and their only son traveled to Iraq for a closed relate burial and up till now they have not returned from that trip. So I decided to locate them and I was informed that my client and his entire family were involved in a bomb blast in Iraq.
All occupants of in the building unfortunately lost their lives. Since then I have made several enquiries to your Iraq Embassy to locate any of my client�s extended relatives, this has also proved unsuccessful. After these several unsuccessful attempts, I decided to trace his relatives over the internet, to locate any member of his family but of no avail.
Now I contacted you to assist me in repatriating the money left behind by my client before they got confiscated or declared unserviceable by the Finance House where these huge deposits were lodged since I was not able to find any of his relatives.; I think we can work together and repatriate this fund back to country and use part of it for charity organization.
Particularly, the bank where the deceased had an account valued at about US$18.5M has issued me a notice to provide the next-of-kin or have the account confiscated within the next ten official working days. Since I have been unsuccessful in locating the relatives for over Ten (10) months now, I seek your consent to present you as the next of kin to the deceased so that the proceeds of this account valued at US$18.5M can be paid to you and then you and I can share the money; 70% to me and 25% to you, while 5% should be for expenses or tax as your government may required.
I have all necessary legal documents that can be used to back up any claim we may make, all I require is your honest co-operation to enable us see this transaction through. I guarantee that this will be executed under a legitimate arrangement that will protect you from any breach of the law. Since there is no risk associated to this fund.
Please get in touch with me by my secured and confidential fax number 44-207900-6601 or response to my email address make sure you include Full name, your phone and fax number so that i can contact you immediately you acknowledge the good receipt of this message for further discussion and details.
Anticipating your prompt response.
Yours-in-Service,
Bar. David Brown (Esq.)
Principal Partner,
Brown & Associates
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Lieber Freund
Ich vermute das diese E-Mail eine �berraschung f�r Sie sein wird, aber es ist wahr.Ich bin bei einer routinen �berpr�fung in meiner Bank (Standard Bank von S�d Afrika) wo ich arbeite, auf einem Konto gesto�en, was nicht in anspruch genommen worden ist, wo derzeit $12,500,000 (zw�lfmillionenf�nfhundert US Dollar) gutgeschrieben sind.
Dieses Konto geh�rte Herrn Manfred Becker, der ein Kunde in unsere Bank war, der leider verstorben ist. Herr Becker war ein geb�rtiger Deutscher.Damit es mir m�glich ist dieses Geld $12,500,000 inanspruch zunehmen, ben�tige ich die zusammenarbeit eines Ausl�ndischen Partners wie Sie,den ich als Verwandter und Erbe des verstorbenen Herrn Becker vorstellen kann,damit wir das Geld inanspruch nehmen k�nnen.
F�r diese Unterst�tzung erhalten Sie 30% der Erbschaftsumme und die restlichen 70% teile ich mir mit meinen zwei Arbeitskollegen, die mich bei dieser Transaktion ebenfalls unterst�tzen.Wenn Sie interessiert sind, k�nnen Sie mir bitte eine E-Mail schicken, damit ich Ihnen mehr Details zukommen lassen kann.
Schicken Sie bitte Ihre Antwort auf diese E-Mail Adresse; ( )
Mit freundlichen Gr��en
MARTINS WEBER DITO
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Erbe-�bertragung
Guten Tag mein geehrter Freund,
Mein name ist Herr Chris THEMBA, Ich bin ein General Manager in der abteilung
Firmekundebetreung der Wes Bank SUD AFRIKA. Dieser Abteilung ist auch
zustaendig
fuer den betreung alle auslandischen Kunden.
Ich kontaktiere Sie bez�glich des Transfers einer sehr gro�en Summe Geldes vom
Konto eines Verstorbene kunde unsere bank. Ich wei�, da� eine
Transaktion dieser
Gr��enordnung zun�chst bei jedem Besorgnis erregen wird und versichere ich
Ihnen, da� Ich um alles gek�mmert habe. Aufgrund der Dringlichkeit der
Angelegenheit habe ich mich entschlossen, Sie zu kontaktieren.
Es geht um folgendes;
Einer meiner Kollegen ist zust�ndig f�r das Konto von Mr. John Ernst (Jack)
Eichler 69, aus Cedar Grove New Jersey, USA., der im September 11, 2001 in New
York bei einem terroristen Anschlag ums Leben kam. Er starb gemeinsam
mit sener
mitarbeitern in der World Trade Centre Gebaude. Am 6. Juni 2000, Herr
John Ernst
(Jack) Eichler zahlte eine Folge von Fest Anzahlung von Geld f�r zw�lf
Kalendermonate in sein pers�nliches Konto ein. Die totale Menge, die er
innerhalb dieses Jahres einzahlte war Zw�lf Million,F�nf Hundert
Tausend United
States Dollar.
Im Jahr 2002 hatte die feste Anzahlung auf 18% ( prozent ) Zunahme f�r
Auszahlung gewachsen, als der Unternehmen-Entwicklung-Manager der Bank
schickte
ich eine routinem��ige Benachrichtigung zu seiner fortschreitend
Adresse hier in
Johannnesburg aber bekam keine Antwort. Nach einem Monat schickten wir eine
Mahnung zu seiner wohnsitz in Cedar Grove New Jersey, USA. Dann haben wir
herausgefunden das Er ein opfer der terroristen anschlag war.
Seit diesem Vorfall hat sich keiner von seiner n�chsten Verwandten gemeldet um
sein Erbe Anspr�che auf das Guthaben auf seinem Konto erheben k�nnte.
Wir k�nnen
jedoch gem�� unserer Richtlinien das Geld nicht auszahlen, weil keiner als
seiner Angeh�riger auftritt um Anspruch geltend machen kann. Aufgrund dieser
Entdeckung der bankmanagement wird den vermoegen freigeben, es sei
denn jemanden
einer Antrag zu dieser zweck eingereicht hat. Dieser person muess sich angeben
seiner Verwandter zu sei.
Wie Die Richtlinien unsere bankwesen angezeigt hat, muess jemand dieser
vermoegen beanspruchen damit dieser freigelassen wird. Leider ist keiner bis
jetzt angekommen um den vermoegen zu behaupten daher bitten meine Kollegen um
jemanden aus Deutschland zu suchen. Daher habe Ich nach einer langer
versuch an
ihrer Name in einer Internet datenbank gestossen. Ich trete daher mit Ihnen in
verbindung durch dieser brief auf, und bitte ich Sie nun um Ihre
Erlaubnis, Sie
als n�chsten Angeh�rigen des erstorbenen anzugeben. Die gesamte Abwicklung und
Dokumentation wird sorgf�ltig von mir durchgef�hrt, damit das Guthaben von
Vierzehn Millionen sieben hundert und funfzig tausend US Dolaar gewachsen
welchen wird an Sie als n�chsten Angeh�rigen ausgezahlt werden kann.
Andernfalls wird die gesamte Summe nach sechs Jahren (Dezember 31,
2009) in das
Eigentum der Bank �bergehen und die Direktoren der Bank werden den betrag
untereinander aufteilen. Aufgrund dieser Tatsache habe ich mich entschlossen,
mich an Sie zu wenden, damit Sie als Erbe auftreten k�nnen und nicht alles den
Direktoren zugute kommen lassen. Wir haben vom Nachla�verwalter den Auftrag
bekommen, ein Familienmitglied des Verstorbenen ausfindig zu machen, da� das
Erbe antreten kann. Wir werden ihrer Name als der verwandter ach Ihrer
Zustimmung angeben.
Wir bitten Sie, unseren Vorschlag anzunehmen und versichern Ihnen, da� alles
absolut risikofrei f�r Sie ablaufen wird.Wir werden Sie mit 40% an der gesamte
betrag belohnen, Ich mit meiner Kollegen bekommen 60% der gesamte
betrag. (ALLE
AUFWENDUNGEN, DIE VON JEDER PARTEI IN DIESER VERHANDLUNG GEMACHT
WERDEN, WERDEN
SPAETER R�CKVERG�TET WERDEN, NACHDEM DIE VERHANDLUNG GESCHLOSSEN WORDEN IST).
Sie werden erwartet diesem vorschlag zu erwidern fall Sie ihrer Interesse
entspricht und sie wollen an dieser transaktion beteiligen. Sie werden mit den
ABLAUF zunaechst verstaendigt um zu verstehen wie die bearbeitung ohne risiko
gemacht wird. Wir werden einer schnelle ueberweissung nach Europa
ausfuehren und
hoffen dass sie uns dabei helfen koennen.
***Ich erwarte ihrer dringende Antwort. Bitte bemerken Sie auch dass dieser
Transaktion muess als vertraulich behandeln worden. Alle oben
gennanten Beamtern
wollen nicht im zusammenhang mit dieser transaktion gebracht werden um
unnoetigen peinlichkeit und werbung zu vermeiden.
Ich verbelibe mit freundlichen gruessen.
Chris THEMBA
WENN SIE NICHT DER EMPF�NGER DIESES BRIEFES SIND, L�SCHEN SIE ES BITTE UND
�BERGEBEN SIE NICHT ZU ANDERER PERSON.
----------------------------------------------------
DAVID BROWN & CO.
(Legal Practitioners/Notary Public)
Minerva House Third Floor
London, SE1 9DH
United Kingdom
This letter might come to you as a surprise but it is coming with the best
of intentions and will be of mutual benefit to all the parties involved.
I am BARRISTER DAVID BROWN a Lawyer to the former LIBERIAN PRESIDENT
CHARLES TAYLOR hereafter referred to as my client I am writing to solicit
your assistance to secure funds that are already in EUROPE with a security
company. The fund in question is a total of $50,000,000 (Fifty Million
United States Dollars) in $100 bills and stashed in four trunk boxes and
was shipped out of Liberia through a diplomatic means by a security
company and they are not aware of the real content of the boxes for
security reasons.
The boxes are already in EUROPE and under the custody of a security
company. For your assistance in getting the boxes out from the security
company and securing the funds, we will give you 20%of the total fund.
NOTE; There is no risk involved in this project because I am involved as
my Client�s confidant. Therefore contact me onmy email;
for further directives. Please you should keep
this transaction a top secret as we are prepared to do more business with
you pending your approach towards this project. I await your urgent
response.
Best Regards,
BARR.DAVID BROWN.
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Guten Tag!
Ich bin Vitaliy Perekupka, Direktor of UPT Co. Wir spezialisieren uns auf angewandte Entwicklung, Systemintegration, korporativen Netze und andere Software fuer verschiedenen Loesungen der Geschaefts - und Finanzproblemen.
Unsere Firma befindet sich in Ukraine. Wir stehen in gutem Ruf, und unsere Gesellschaft ist eine sichere und vertrauenswuerdige Firma. Wir haben mit vielen europaeschen und nordamerikanischen Gesellschaften im Softwarebereich zusammengearbeitet, und Software zur Verfuegung gestellt haben. Etwa ein Jahre lange arbeiten wir mit Partner aus anderen Laender mit. Fruher haben wir keine Schwierigkeiten gehabt. Doch die Bezahlungen ( 3000 � 20 000 eur) weist man ungefaehr 3-5 Tagen lange ueber + man braucht so lange Zeit, um diese Bezahlungen zu bekommen. In der Regel kommt ungefaehr von 10 Tagen bis 2-3 Woche mit Wochenende heraus. Jetzt arbeiten wir mit gossen Projekten, die hohe Betraege brauchen. Wir koennen nicht auf diese Bezahlung so lange warten.
Deshalb suchen wir Partner jetzt in ihrem Land, die uns helfen koennen, diese Bezahlungen schneller zu bekommen, abzuheben und auszuarbeiten. Wenn Sie Chance suchen, einen Nebenverdienst zu kriegen, Sie koennen unserer Vertreter in ihrem Land sein. Als unserer Vertreter bekommen Sie 8% von jedes Geschaeft, das wir durch ihres Konto fuehren aus. Ihre Arbeit besteht in Abhebung der Bezahlungen auf ihres Konto und Ueberweisungen nach Ukraine.
Das ist sehr bequem und schnell, Geld zu bekommen. Wir moechten auch spaeter eines Buero in ihrem Land oeffnen, dann Sie werden Privilegie haben, eine Arbeitsstelle zu bekommen.
Wir freuen uns, wenn Sie sich fuer unsere Business interessieren. Setzen Sie sich bitte in Verbindung mit mir fuer zusaetzliche Information per und senden Sie bitte folgende Information;
1. Ihr Name
2. Bildung
3. Ihre Adresse.
4. Kontaktstelefonnummer/ Fax.
5. Koennen Sie Englisch sprechen?
6. Alter
Antworten Sie bitte uns, und wir gewaehren zusaetzliche Einzelheiten und Information ueber unsere Gesellschaft und wie Sie unsere Vertreter sein koennen. Diese Eingliederung zu uns und zu unseres Business ist heutzutage kostenlos, aber Sie bekommen eine Moeglichkeit, Geld rasch und muehelos zu verdienen. Wenn Sie verschiedenartige Fragen haben, verlegen Sie bitte nicht. Schreiben Sie uns, und wir antworten sehr gerne.
Mit lieben Gruessen,
Vitaliy Perekupka,
Director UPT Co
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Elfenbeink�ste.
Mein liebes,
Es ist mein Vergn�gen, mit Ihnen f�r ein Unternehmen in Verbindung zu treten, das Ich und mein Schwester,
Elizabeth beabsichtigen, in Ihrem Land herzustellen. obwohl ich Sie nicht getroffen habe.
Ich habe Menge von zw�lf Million US Dollars ($12,000,000.00) welch mein sp�t Vater halten f�r uns mit ein Bank hier in Abidjan Cote d ’ Ivoire bevor er get�tet w�rde durch unbekannt Person. Jetzt Ich und mein Schwester entscheiden zu investieren dies Geld in Ihr Land oder �berall sicher genug Au�enseite Afrika f�r Sicherheit und politisch Gruenden. Wir w�nschen Ihnen uns zu helfen , behaupten und zur�ckholen dieses Geld von der Bank und bringen es in Ihr pers�nlich Konto in Ihr Land f�r
Investitionszweck auf dies Bereich;
1)Haeuser kaufen
2)Die Transportindustrie
3)Anteil und Ableitungen
Wenn Sie von einer Unterst�tzung zu uns sein k�nnen, freuen uns wir, das Ihnen anzubieten, finanzieren 20%
vom Gesamt. Ich erwarte Ihre bald Antwort durch Email f�r mehr Informationen.
Respektvoll
George Tumba.
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Zur�ck zu mir an meinem privaten email bitte erhalten; ( )
Am liebsten,
Ich bin Herr Peter Freez, ein Manager in den Rechnungen und im Austausch an der fremden Rimesse-Abteilung von einer der f�hrenden B�nke in Ghana. Ich schreibe diesen Brief, um um deine Unterst�tzung und Mitarbeit zu bitten, zum dieser Gesch�ft Gelegenheit in meiner Abteilung durchzuf�hren. Wir entdeckten eine verlassene Summe of $12,500,000.00 (nur zw�lf Million f�nfhundert tausend Vereinigte Staaten Dollar) in einem Konto, das bis einen unserer Auslandskunden geh�rt,
die zusammen mit seiner gesamten Familie eine Frau und zwei Kinder im November 1999 in einem Selbstabbruch starben. Seit wir von seinen Tod h�rten, haben wir seine Folgend-vonst�mme erwartet, vorbeizukommen und Anspr�che f�r sein Geld als der Erbe zu setzen, weil wir nicht die Kapital von seinem Konto freigeben k�nnen, es sei denn jemand Anspruch als die Folgend-vonst�mme an den Verstorbenen beantragt, wie in unserem Bankverkehr angezeigt Richtlinien. Leider weder hat ihr Familie Mitglied noch entfernter Verwandter everappeared, um die besagte Kapital zu behaupten. Sie ist in unserer Bankverkehr Richtlinie, die, wenn keine der Verwandten bis Anspruch diese Kapital nach 6years des Todes des sp�ten Kunden kommen, die Kapital als unclaimed Rechnung und wird �berwiesen werden auf das Fiskuskonto der Bank angesehen wird.
Nach dieser Entdeckung sind I und andere Beamte in meiner Abteilung damit einverstanden gewesen, Gesch�ft mit dir zu bilden und die Gesamtmenge in dein Konto als der Erbe der Kapitals freizugeben, da niemand f�r es kamen oder entdeckten, da� er Bankkonto unser beibehielt, andernfalls wird die Kapital zum Bankfiskus wie unclaimed Kapital zur�ckgebracht. Wir haben darin �bereingestimmt, da� unser Verh�ltnis des Teilens ist, wie folglich angegeben; 30% f�r dich als fremden Partner, 65% f�r uns die Beamten in meiner Abteilung und 5% f�r die Regelung aller lokalen und fremden expences genommen von uns und von dir w�hrend dieses Gesch�fts. Nach der erfolgreichen Beendigung dieser �bertragung, kommen I und einer meiner Kollegen zu deinem Land und k�mmern sich um unseren Anteil. Er ist von unserem 75%, das wir beabsichtigen, landwirtschaftliches Machineries in mein Land als Weise der Wiederverwertung der Kapitals zu importieren. Um diese Verhandlung zu beginnen, ben�tigen wir dich dein Interesse durch eine R�ckhole-mail mit den folgenden Informationen sofort anzuzeigen;
1.)Dein privates Telefon und Telefax Nr.
2.)Dein voller Name
Nach dem Empfang von diesem, erhalte ich Willeinturn zur�ck zu dir und gebe dir die mordalities f�r die Bank, um dich als das folgende der St�mme zu genehmigen. Auch merken, diese Verhandlung mu� wegen seiner Natur gehalten werden. Ich freue, deine sofortige Antwort zu empfangen. Zur�ck zu mir an meinem privaten email bitte erhalten; ( )
Bester Respekt,
Peter Freez |
" target=_blank> 47. saul - 2008-01-18 11:47:24 |
Theorie der Digitalfotographie.
Die Digitalfotografie hat einiges verändert, mehr als den Anwendern klar ist, die munter ihr neues Spielzeug ausprobieren. Daher wird es Zeit sich auch mal theoretisch damit zu befassen. Dazu hab ich einige Texte verfasst, die ich in gesammelter Form hier mal vorstelle. Das Buch, Fotographie und bürgerliche Gesellschaft ist ja schon etwas älter und stammt noch aus der guten alten Analogsteinzeit. Sicher fehlt es nicht an Fotobücher und Zeitungen, die befassen sich aber vorwiegend mit der neuen Technik und wie sie funzt bzw. benutzt wird und natürlich mit Auflösung, Brennweiten und Megapixel. Wie sie das Verhalten der Benutzer und den Alltag verändert, das ist ein neues Arbeitsfeld. Vom Zeitraum her ist es ja noch nicht lange her. Früher dauerte die technische Veränderung länger. Von der unhandlichen Glasplatte bis zur Mittelformat Klappkamera für den Massengebrauch, war ein weiter Weg. Weitere Jahrzehnte dauerte es bis die Kleinbildkamera für den Otto Normalknipser alltäglich wurde. Diesmal ging es etwas schneller, so schnell, das der Allgemeinheit die Umstellung zwar technisch betrachtet gelingt, nur über die gesellschaftlichen Auswirkungen macht man sich wenig Gedanken. Ist n Haufen Text, zugegeben, aber wer sich die Mühe macht kann sich seine eigenen Gedanken dazu machen und was dazulernen.
Fotogeschichte(n)
Kann man die Fotografie neu erfinden? Ist nicht bereits alles nur Denkbare abgelichtet? Selbst wenn, die Fototechnik hat sich ja stets verändert und jede Veränderung änderte den Gebrauch des Mediums. Unterscheiden muß man zwischen Neuerungen die nur wenigen zur Verfügung standen und dem Massengebrauch. Eine neue Technik schafft neue Bilder, doch die werden nur von wenigen gemacht. Wie sieht es dagegen aus, wenn die Neuerung Massentauglich wird? Der Übergang von der schweren Plattenkamera zu leichteren Filmkameras eröffnete der privaten Reisefotografie neue Möglichkeiten ebenso der Wechsel von wenigen Bildern im Mittelformat, zu den 36 Bildern/ Kleinfilm. Der Tourist mit Kamera als Standartausrüstung war geschaffen und machte davon munter Gebrauch, egal wo er war und ohne sich daran zu stören, ob der Eifelturm nicht schon tot fotografiert wurde. Das eigene Bild als Nachweis, ich war hier.
Weiter lässt sich feststellen, das der Übergang von der Plattenkamera zu handlicheren Filmmaterial auch das Bildverhalten veränderte. In der Frühzeit der Fotografie imitierte der Fotograf den Maler. Die Arbeitsweise war ja vergleichbar. Da ein Maler mit dem Bild einige Arbeit hat wählt er sorgfältig Motiv und Perspektive. Das machte der Fotograf auch, der ja nur wenige Glasplatten zur Verfügung hatte und jede zu entwickeln und abzuziehen, war Arbeit. Fotografen die Filmmaterial zur Verfügung haben, können dagegen rumexperimentieren und sich auch neue Motive suchen.
Doch auch bei 36 Bilder trifft man noch eine Auswahl, irgendwann ist der Film eben voll. Auch eine Altersfrage, wer jung war, der hatte eben nicht endlos Geld für Filmmaterial zur Verfügung. Fotowütige haben dann auch 10 Filme dabei, je nachdem, was man da an Geld und Arbeit reinstecken will.
Wenn bereits die Kameratechnik das Foto verändert, dann erleben wir mit der Diggicam gerade eine weitere Bildrevolution. Selbst wenn es viele gar nicht bemerken, die Digitalfotografie hat einiges verändert. Sie ermöglicht Fotos unter Lichtverhältnissen welche die Analogtechnik überfordern. Sie ermöglicht viele Bilder zu machen und genauso schnell wieder zu löschen, sie schafft das Wegwerfbild. Schnell produziert, durch die Leitung gemailt, gelöscht und vergessen. Nicht mehr für die Ewigkeit sondern nur für den Moment geschaffen.
Davon abgesehen, die Digtalfotografie ermöglicht es bisher aus Materialgründen unbeachtete Themenbereiche zu wählen und hier erstmal draufzuhalten.
Vieles lässt sich heute leicht ablichten, was man vorher links liegen ließ. So lässt sich ein Stadtbild schaffen, bei der sich die Stadt in vielen Bereichen und Aspekten darstellen lässt. Man muß ja nicht mehr an Film sparen. Ein weiterer Vorteil ist, man kann munter draufhalten und muß sich nicht rechtfertigen. Im Gegensatz zum Profi, sitzen dir keine Verwerter im Nacken, die fragen, was willst denn mit dem Dreck? Kauft doch keiner. Man kann also frei und autonom rumfotografieren. Doch bis eine neue Technik auch das Bewußtsein ändert, dauert meist etwas.
Zu oft wird die Digitechnik noch nach den Regeln aus der Analogfotografie benutzt. Doch welche Regeln gelten in der Digitalfotografie? Das müssen wir schon selbst rausfinden. Die Technik ist ja erst kurz in Gebrauch.
Doch die Zeiten ändern sich, sicher wurde noch nie soviel fotografiert wie derzeit und nie waren Fotos als Massenware so wirkungslos. Immer noch bestimmen die Agenturen und Profis was in den Zeitungen zu sehen ist. Doch mit der Möglichkeit im Internet zu veröffentlichen, hat man heute ein Medium das es früher nicht gab. Eine Möglichkeit die man nutzen kann um dieses Medium nicht nur der Wirtschaft zu überlassen.
Die digitale Revolution hat einiges verändert, nur scheint dies noch nicht bei allen angekommen zu sein.
Einige leben noch in der Vergangenheit und ignorieren beharrlich, das Kleindiggis und Handycams bei Demos munter für Erinnerungsfotos eingesetzt werden und zwar sowohl von Beteiligten, als auch von zufällig anwesenden Zaungästen. Bei Linken geht immer noch die Bildparanoia um und so schreien sie rum, Gesichter unkenntlich machen und ignorieren, das Überwachungskameras in der Stadt und an Kreuzungen ohnehin ungehindert aufnehmen.
Theorie des Digibilds
Geht es darum eine Stadt wie z.B. Frankfurt fotographisch darzustellen und ein Bild jenseits der Klischees zu schaffen, was wäre hier festzustellen? Abzulichten gibt es einiges, doch nicht überall wird es auch. Es gibt Stellen, da gehört heute die Diggi zur Standartausrüstung und wird fleißig benutzt. Römer, Zoo, Mainufer, Eiserner Steg, da wo auch die Besucher zugange sind, wird abgelichtet was der Speicher hergibt. Da wird es auch erwartet und dann gibt es natürlich auch noch diverse Veranstaltungen wo auch dem Digginutzer die Motive geboten werden. Man kann z.B. die Hochhäuser als Sandburg nachbauen und da habt ihr Kamerafutter für die Linse und die Diggiknipser halten auch fleißig drauf. Die Inszenierung als Motiv und Kamerafutter. Rechtsfragen bei Veröffentlichung? Na wir wollen den Leuten doch nicht den Spaß verderben. Doch zunächst läuft man ja mit Kamera rum und nicht mit dem Gesetzbuch. Das sogenannte Bildrecht kann schon mal nerven, man fragt sich was man überhaupt noch darf. Man könnte auch von einer Enteignung des öffentlichen Raumes sprechen.
Zumindest bei Veröffentlichung stellen sich diese Fragen und veröffentlichen ist heute eben einfacher als früher. Da bekam die Bilder kaum jemand zu sehen und der Tourie soll ja seinen Spaß haben. Die Kameraindustrie will ja ihre Geräte verkaufen. Na dann zum zehntausendsten Mal auf den Dom draufgehalten, man fragt sich wie lang der das noch aushält. Macht eure Langweilerbilder aber kommt den Profis nicht ins Gehege. Das muß nicht das Ende der Möglichkeiten sein, man kann sich stets was einfallen lassen und es ist eben die eigene Stadt die man vor der Linse hat. Wen interessieren die üblichen Bücher in denen man schon vorher weiß, welche Bilder zu sehen sind. Es fehlt nicht an Stadtmotiven, die es nie in einen Kalender schaffen doch es ist deine Kamera und deine Stadt. Schaff ein eigenes Stadtbild und ignoriere die sogenannten Profibilder. Dom und Römer überlassen wir gerne den Japtouries, schauen wir uns mal im Osthafen oder im Gallus um, dahin verirrt sich von denen ganz sicher keiner.
Digibild und Webseite.
Die Digitalfotografie hat vieles verändert, nur scheinen die Leut mit dem Bewußtsein in der Vergangenheit stehen geblieben zu sein. Die Kameraindustrie kann das Werkzeug liefern. Wär etwas viel verlangt, wenn die Hersteller den Kunden noch sagen sollten, was sie damit anstellen können. Das muß man schon selbst herausfinden. man muß ja nicht gleich die Fotografie neu erfinden, dafür bietet die Diggi ganz andere Möglichkeiten. Es gibt genug Motive, die scheinen so alltäglich, das man sie früher links liegen ließ. Warum dafür Film verfeuern und noch Abzüge davon? Alltagsmotive eben und die sind ja morgen auch noch da. Das ist die Frage, irgendwann sind sie nicht mehr da und das fotografierst erst wieder, wenn die Zeitmaschine endlich erfunden ist.
Das war schon immer die Eigenschaft der Fotografie, die ja einen Augenblick festhält. Eben, den temporären Zustand zu dokumentieren. Gerade in dieser schnellen Zeit in der vieles im Umbau und Umbruch ist und wo viel Vertrautes abgeräumt wird. Da lässt sich doch die Diggi einfach nutzen und wenn man dann noch veröffentlichen kann um so besser.
Wie man das dann auf einer Webseite veröffentlicht, ist wieder ein anderes Thema. Eine Webseite ist eben kein Buch und kein Blatt Papier. Da kann man sich überlegen wie man die Technik nutzt. Webseiten kann man bewußt einfach gestalten um nicht von den Inhalten abzulenken. Erst mal sollte der Inhalt im Vordergrund stehen. Ist eine Webseite mit zu vielen Effekten ausgestattet, dann scheint es an Inhalt zu fehlen. Soll heißen, je bunter die Verpackung desto weniger ist drin. Trotzdem darf es auch etwas kreativ sein. Bildbanner sind eine Möglichkeit die man einsetzen kann und die Überschrift lässt sich als Verbindung von Schrift und Bild auch gestalten.
Bleibt noch die Frage nach den Bildern. Die Diggi liefert die Daten in einer Form, die man original nicht veröffentlichen kann. Das Bild muß passend verkleinert werden und komprimieren muß man auch noch. Die Fotos aus Höchst konnte ich so gerade mal von Originaldia ablichten. Die Kamera schafft es nicht das Dia vollständig aufzunehmen der Nahbereich hat Grenzen, es nimmt nur einen Teil der Bildfläche ein. Dann muß eben geschnitten werden und selbst dann ist das Bild noch zu groß. Also verkleinern, komprimieren und schon merkt man kaum den Qualitätsverlust. Hier geht die Technik eben ihre eigenen Wege, nur der Bilderspießer, der es nicht perfekt genug haben kann, merkt nicht, das es in der Vergangenheit lebt. Was nützen noch so perfekte Bilder, wenn sie niemand zu sehen bekommt? Perfektion als Selbstzweck erschlägt die Kreativität und den Spaß an der Arbeit. Der sollte im Vordergrund stehen, oder warum macht man so was?
Wir arbeiten mit Profis.
Den Spruch kennt man, mit dem man bei den Bildverwertern weggebissen wird. Wer diese Profis sind? Jedenfalls gehört man selbst nicht dazu. Schaut man sich so in der Medienwelt um, was da so an Bildern veröffentlicht wird, dann fragt man sich, das kann ich doch auch. Klar, nur interessiert s niemand. Man braucht etwas mehr als ne gute Kamera, sonst könnt ja jeder angeschissen kommen und wo kommen wir denn da hin, wenn das gemeine Volk auch noch sein Hobbygeknipse veröffentlichen wollte?
Hier kann man an die unsägliche Bildproduktion der Spießer erinnern, die spannenden Bilder vom Tannenbaum und Schäferhund mit der ganze Regalkilometer von Photoalben mißhandelt und voll geklebt wurden. Nicht erst zu reden, von den berüchtigten Diaabenden deren Zuschauer sich die dramatischen Urlaubsbilder von Sonnenuntergängen in südlichen Breiten antun mußten und dabei insgeheim von einem noch dramatischeren Ende der Projektorlampe träumten.
Da gibt es doch die vielen hilfreichen Fotozeitungen, oder? Schaut man da genauer hin, da geht s zu oft nur um die neusten Kamerageräte, um noch mehr Technik und noch mehr Zeug das die Kameraindustrie loswerden will. Das wird dem Pseudoprofi vor die Nase gehalten und damit die Illusion erzeugt, wenn du dafür das Geld verfeuert hast, dann wirst auch ernst genommen. Nicht das gute Technik zu verachten wäre, gegen technisch gute Bilder ist ja erstmal nichts einzuwenden.
Schaut man sich die Knipser an, die in Vereinen organisiert oder mittlerweile im www versammelt sind, da geht es immer noch um die Frage, wer hat die größten, schärfsten und bestausgeleuchteten Bilder. Um den Inhalt scheint es nicht zu gehen. Es ist einfach Ideologie, mit der die Öffentlichkeit bearbeitet wird. Die Erscheinungsform des Bildes ist alles, der Inhalt ist nichts. Es ist Ideologie die aus der bürgerlichen Gesellschaft kommt. Hintergrund dafür ist der Aufstieg des Bürgertums, das den adeligen Lebensstil auch in der Kunst nachahmte und deren Nachfrage nach Originale, durch Kupferstich bedient wurde. Gestochen scharf, daher kommt diese Redewendung. Im Zeitalter der technischen Reproduktionsmöglichkeiten wurde nach Wegen gesucht, ein Original zu besitzen, notfalls wurde die Auflage künstlich knapp gehalten. Diese Ideologie auf die Fotografie übertragen, heißt heute noch, die Bilder können nicht hochauflösend, scharf und groß genug sein. Nach dem Sinn wird nicht mehr gefragt. Schon in der Frühzeit der Fotografie wurde aber danach gefragt. Wo ist Schärfe sinnvoll, wann kommt Unschärfe besser und ob man im Gesicht unbedingt die Poren und Kratzer sehen muß.
Oder schauen wir uns die Werbebilder in den Zeitungen an, scharf bis zum letzten Mauerriß, ausgeleuchtet als hätte uns der Baumeister des Sonnensystems gerade mit einer zweiten Sonne beglückt, da brauchst nicht mitzuhalten, versuch s nicht erst. Als wenn das entscheidend wäre, in der wissenschaftlichen Fotographie sicher, oder bei Luftbildaufnahmen. Da braucht man das eben, aber wie schaut es mit der Fotographie als kreativen Prozeß aus? Gerade das Internet hat vielen die Möglichkeit gegeben, zu veröffentlichen, was sonst ungesehen verstauben würde. Das ist doch eine Möglichkeit die man nutzen kann. Also selbst mal experimentieren und sehen, was sich aus dem Material machen lässt und sich nicht von sogenannten Profis reinreden zu lassen.
Denen überlassen wir gern die Politikerschnauzen. Keine Sorge, wenn die im Rudel um die Politiker und Promis lagern und ihr Blitzlichtgewitter ablassen, dabei wollen wir sie nicht stören. Suchen wir uns Arbeitsfelder die wenig beachtet werden und davon gibt es nicht wenig. Ab und an muß sogar die Fotographie neu erfunden werden. Jedenfalls dann, wenn das Medium wechselt und schon von sich aus die Arbeitsweise verändert.
Der Amateur wird erst ernst genommen, wenn vor seiner Nase eine Raumstation abgestürzt ist und er noch die rauchenden Trümmer auf dem Bild hat. Wer halbwegs bei Verstand ist, wird nicht seine Zeit damit verschwenden und auf so was warten. Und wer kurz drüber nachdenkt, verschwendet auch nicht seine Zeit mit sogenannten Agenturen. Mittelständische Wixer die von Bildern weder was verstehen, noch was davon verstehen wollen, die interessiert nur ob es zu verkaufen ist. Wer aber für den Markt ablichtet, also schon bevor er abdrückt, an den Verkaufswert des Bildes denkt, der bringt eben nur Alltagsschrott zustande den man auf den Postkartenmotiven bewundern kann. Scharf, perfekt belichtet und langweilig.
Wie gut oder schlecht ein Bild ist, davon sieht man im Internet meist recht wenig. So wie aus technischen Gründen zumeist veröffentlicht wird, bei der gängigen Bildgröße und Komprimierung ist nicht mehr erkennbar, ob es von einer Lumix oder einer Billigcam stammt, zumindest in den meisten Fällen. Als Gegenbewegung konnte man zeitweilig die Lomoknipser bezeichnen. Einfach draufhalten, Bilder produzieren und sie auf billigste Weise vom Großlabor abziehen lassen. Die Qualität der Bilder war unwichtig. Mit der Verbreitung der Digitalkameras blieb das eine kurze Phase. Mit der Bildbearbeitung gibt es dagegen auch noch andere Möglichkeiten. Mit Graphikprogrammen, ist es kein Problem, aus einen guten Bild ein an den Rändern unscharfes und farblich ungenaues Motiv herzustellen, das aussieht als stammt es aus einer Plastikkamera oder aus den Frühzeit der Fototechnik.
Kommen wir nun zur Gifgraphik, da ist die Bildvorlage weniger von Interesse. Gifgraphiken lassen sich auch aus Rasterdruckbildern machen und am Endergebnis ist nicht mehr erkennbar, welche Qualität die Vorlage hatte. Hier geht es weniger um die Qualität der Kameratechnik, hier geht es um kreatives Arbeiten am Bild.
Diggibild.
Es sind doch nur Bilder. Letztlich ist es nur Farbe auf Papier bzw. auf dem Bildschirm. Man muß Bilder heute nicht mehr so bierernst nehmen. Sie werden ohnehin zu ernst genommen, das stammt eben noch aus vergangenen Zeiten, als die Fotografie etwas mühsamer war und als dem neuen Medium geglaubt wurde. Sicher ist immer noch der Grundgedanke verbreitet, das Foto schafft ein vom Produzenten unabhängiges und objektives Dokument. Das scheint im Prinzip so zu sein, nur sind die Manipulationsmöglichkeiten ohnehin bekannt und seit der Diggitechnik noch leichter geworden, so das man sich fragt, was man den Bildern noch glauben soll. Das führt zur Frage, wie ernst man Bilder noch nehmen soll. Heute eine schnell produzierte Massenware, schnell erstellt, schnell verbreitet und noch schneller wieder vergessen. Wird da nicht zu viel Hype drum gemacht? Besonders wenn es um das Copyright geht, das längst zu einer Geldmaschine einiger großer Bildverwerter verkommen ist. Der Kleinknipser kann sowas wie Copyright vergessen. Der hat zwei Möglichkeiten seine Bilder zu schützen. Entweder er unterlässt jede Veröffentlichung oder veröffentlicht in einer Form, da kann man s auch lassen. Na dann sollte man eben nicht zu viel Geschiß um lausige Bilder machen.
Die Möglichkeit im Internet zu veröffentlichen ist fraglos ein Fortschritt. Früher waren die Möglichkeiten recht eingeschränkt und veröffentlichen konnte eh nur die sogenannten Profis. Für den Normalverbraucher waren die Hürden kaum zu überwinden. War es schon ein Glücksspiel einen Leserbrief in die Zeitung zu bekommen, da konnte man Fotos grad vergessen. Das geht heute im www einfacher, der Preis dafür ist eben, das sich jeder bedienen kann und dann deswegen n Krieg anzufangen? Lohnt meist eh nicht, wozu die Arbeit? Rechtsabteilungen und Abmahnungsanwälte haben die Firmen, der Privatknipser hat anderes zu tun als sich mit Klagen gegen Privatleute den Tag zu versauen. Man kann ja ne Mail schicken und sich über die Frechheit beschweren.
Doch wie bekannt, machen meist diejenigen einen Riesenaufstand wegen Copyright, deren lausige Bilder eh niemand haben will, geschweige was für zahlen.
Bilder sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, überall vorhanden und wirkungslos, weil es ohnehin zu viel sind. Naiv zu glauben, man könne mit Bildern noch was bewegen. Das passiert nur selten oder nur im eingegrenzten Interessenkreis.
Bilder ändern nichts, sonst würd man sie zensieren.
Es gibt Ausnahmen und der folgende Fall stammt sogar aus der elektronischen Vorzeit. Nägelifotos haben was bewegt. Nur eine Beschreibung hätte nicht gereicht, erst die Fotos inspirierten Nachahmer. Genauso lief es mit Writing in New York. Nur eine Textsammlung wäre abstrakt geblieben. Erst die Fotos zeigten, worum es ging und wie das eigentlich aussieht und diese führten zu einer Verbreitung die um die Welt ging.
Doch hier war es eben kein Einzelfoto, sondern viele Bilder, die in ihrer Gesamtheit was bewegten.
Andererseits funktionierte hier die Verbreitung nicht nur über die Medien, die wand auf der Straße war schließlich das Originalmedium und mangels Verständnis gab es am Anfang kaum Fotos in den Medien. Die Vorlage an der Wand führte hier zur Verbreitung und Nachahmung. Das war eben noch die Zeit der traditionellen Medien und weit und breit nichts vom Internet zu sehen.
Bei der Frage nach der Wirkung von Bildern, haben viele immer noch Vietnam im Hinterkopp, als Bilder dazu beitrugen, das sich eine Bewegung gegen den Krieg bildete. Doch das ist Vergangenheit. Bildkonsum stumpft bekanntlich ab und so fragt man sich, wann hat eigentlich ein Einzelbild in den letzten Jahren was bewirkt? Schwer sich an einen solchen Fall zu erinnern. Das LA Amateurvideo, das zu einen regelrechten Aufruhr führte ist eine Ausnahme.
Bilder können im kleinen Rahmen was bewegen, man muß sie lesen können. Bei diversen Irakdemos versuchte die Linksrucksekte mit ihren Pappschildern das Erscheinungsbild der Demo zu bestimmen. So kam es auch in die Mainstream Medien, doch da wurde das nicht verstanden. Innerhalb der Beteiligten schon eher, man sah warum die Bilder so aussahen und warum.
Doch auch unbeabsichtigte Wirkungen sind denkbar, die finsteren Aufmärsche der arabischstämmigen Community be diversen Intifadademos in London etwa, zeigten ein deutlich abschreckendes Bild, das mehr als jeder Text aussagte. Doch das sind Wirkungen im begrenzten Kreis, da soll man nicht zu viel von erwarten.
Entscheidend war hier, die Fotos waren öffentlich zu sehen, die Bildauflösung und Kilobyte waren nicht das entscheidende Kriterium. Und bei der Gelegenheit lässt sich an die mittlerweile eingestellte "News" erinnern, die Fotos original aus dem Netz druckte. Man sah noch die Jpeg Artefakte. Nur beim Fotospießer dreht sich alles um Megapixel und Bildauflösung. Der Bildinhalt scheint hier Nebensache. Ein Foto ist erstmal nur ein Foto, man soll sie nicht überbewerten. Den Hype um das bestausgeleuchtete und hochauflösende Bild überlassen wir besser dem Rentner der halt irgendein Hobby braucht, weil sonst der Tag zu lang wird. Wie man heute mit der Massenerscheinung Fotografie umgeht, darf man selbst entscheiden.
Im Netz werden ohnehin zahllose Bilder veröffentlicht und geht es um politische Aktionen, dann steht die Veröffentlichung im Vordergrund und niemand macht sich Gedanken ob das Bild Bildagenturmaßstäben standhält.
Seit es die Fotografie gibt, ist sie im Grunde der Versuch, etwas festzuhalten, das sich nicht festhalten lässt. Man kann die Zeit nicht einfrieren, das funkt zwar mit der Stopptaste aber nicht in der realen Welt. Hier ändert sich eben alles und hier kann die Fotografie dazu dienen, einen veränderlichen Zustand festzuhalten. Ein Stadtbild vor 20 Jahren abgelichtet, ist eine Momentaufnahme, die wird man so nicht mehr ablichten, Städte verändern sich eben. Beim Thema Graffiti ist die Dokufotografie das einzige Mittel, das Zeug zu retten, weil es nicht auf Dauer hält. Hier lässt sich sinnvoll arbeiten wenn die Dokumentation im Vordergrund steht und nicht der Fotohype.
Nicht nur Städte verändern sich, auch die Menschen und so lässt sich bei Demofotos wenn sie alt genug sind, die Veränderung im Erscheinungsbild am Foto feststellen. Auch dafür kann die Fotografie genutzt werden. Oft werden Bilder Interessant, wenn sie älter werden, erst dann bemerkt man Veränderungen, die damals niemanden auffielen, da waren sie eben zu alltäglich um sie bewußt wahrzunehmen.
Nun noch zur Frage, warum so viel Auseinandersetzung mit dem Thema Foto? Aus einen einfachen Grund. Hol dir das Bild zurück. Hol dir die Autonomie über deine Bilder zurück und scheiß auf Profihype, Marktwert und Agenturen. Es sind deine Bilder, es ist deine Webseite und heute sind eben Veröffentlichunswege da, die es früher nicht gab. Doch um sie zu nutzen, muß man erstmal den eigenen Verstand freimachen. Frei von den Medienhype mit den dir bezahlte Schmierer das Hirn zuscheißen. Du bist das Medium, also überleg selbst, was sich damit anstellen lässt.
Fotorecht
In der Frühzeit der Fotografie war der Fotograf eher durch die Technik behindert, als von Gesetzen. Da kam kaum jemand auf die Idee, dem Fotografen die Arbeit noch durch Verbote zu erschweren, sie wäre dann nicht mehr ausführbar gewesen. Recht am eigenen Bild? Wer auf der Platte sichtbar sein wollte, hatte bei den langen Belichtungszeiten stillzuhalten, da mußte man sich über das Einverständnis des Abgebildeten keine Gedanken machen.
Darin besteht der Unterschied zu früher und heute. Fotograf und fotografierte Personen mußten zusammenarbeiten, sonst wurde draus bestenfalls abstrakte Fotokunst. Mit der Weiterentwicklung der Technik änderten sich Arbeitsmöglichkeiten und die Einflussnahme durch Gesetze nahm zu. Schon deswegen, weil durch die Massenverbreitung der Fotos ein ganzes Gewerbe entstand und davon leben wollte. Und wo es um Geld geht, müssen Gesetze her.
Gesetze sollen Schutz und Sicherheit bieten und da fängt das Problem an. Für wen? Wen schützen sie, wen behindern sie?
Mit der Vereinfachung der Technik entstand die Amateurfotografie und der Privatknipser kommt selten mit Gesetzen in Kontakt. Solang die Bilder in der Pappschachtel vor sich hinstauben oder nur wenigen gezeigt werden, hat keiner was zu meckern. Die Möglichkeit im Internet zu veröffentlichen hat auch dies verändert. Auch Privatknipser können hier nicht sicher sein, ob nicht doch irgendwer Ärger machen kann.
Es scheint hier der Zusammenhang zu bestehen, je einfacher man Bilder machen kann, desto saurer muß man den Fotografen das Leben durch Verbote machen. Schaut man sich so das Fotorecht an, man fragt sich, was darf man überhaupt noch fotografieren bzw. veröffentlichen? Oder, verwunderlich genug, das überhaupt noch Bilder veröffentlicht werden.
Das ist das Grundproblem, wir leben in einer Mediengesellschaft, Fotos gehören zum Alltag. Die Öffentlichkeit will Bilder sehen und die Fotografen sollen sie liefern.
Wer ablichten will, braucht eine Kamera. Etwas hinderlich noch das Gesetzbuch mitzuschleppen und vor jeden Bild nachzuschlagen, darf ich das überhaupt? Bis man sich von der Rechtmäßigkeit des Vorhabens überzeugt hat, ist das Motiv schon dreimal davongelaufen und im visuellen Nirwana verschwunden.
Das ist der Widerspruch, Fotografen sollen Bilder liefern. Die Öffentlichkeit will nicht nur Bleiwüsten, sie will auch Bilder in der Zeitung. Und wo ist das Problem? Na eben in einer Vielzahl unverständlicher Gesetze wie Privatgelände, oder Privatgebäude selbst wenn sie öffentlich zugänglich sind. Dazu kommen noch Einschränkungen von denen Otto Normalknipser nie was gehört hat. Man kann es in den Fußgängerzonen sehen. Grad ne neue Diggi, die will ausprobiert werden und da wird munter draufgehalten. Na pass nur auf das es bei einer Veröffentlichung auf irgendeiner Webseit keinen Ärger gibt, könnt teuer werden.
Doch Hilfe naht, in diversen Zeitschriften oder im www finden sich doch hilfreiche Tipps. So auch beim Bereich Demonstration oder politische Aktionen. Vorher fragen und bescheid geben, wofür die Bilder sind, wer du bist und so weiter. Fotografen die so arbeiten wollten könnten ihre Ausrüstung besser gleich im Netz versteigern um anschließend aus dem Gedächtnis Zeichnungen anzufertigen. So wurd doch früher auch gearbeitet und oft genug waren die Zeichner nicht mal dabei. So könnte es ausgesehen haben, wen interessiert s?
Mißtrauische Anmache kennt man wenn man ablichtet, damit kannst leben. Fotografieren ist rechtlich noch nicht das Problem, das beginnt meist nach der Veröffentlichung. Dann stellt sich im Paragraphengestrüpp die Frage, darf ich das überhaupt?
Dann gibt es natürlich noch das berühmte Recht am eigenen Bild. Meine Fresse gehört mir. Ohne Frage, wer will die schon haben? Das könnte man problemlos von den meisten Mitmenschen sagen, die dir zufällig ins Bild laufen. Solang sie nicht das Bild dominieren geht es, das Bildrecht geht eben seine eigenen Wege.
Es geht auch anders, die gestellte Fotografie ist ja aus dem Bereich nicht wegzudenken und wenn in der Zeitung eine gutaussehende I-podnutzerin gebraucht wird, da zieht niemand mit der Diggi los und sieht zu, ob nicht im Park eine Hörerin zu erwischen ist. Dafür gibt s bezahlte Modells und die sind immer noch billiger als Prozesskosten. Meist macht sich der Durchschnittsleser darüber keine Gedanken, was er eigentlich zu sehen bekommt.
Bilder sind nicht einfach Bilder, oft genug sind sie unerwünscht und sogar bei der Bahn gibt es den Fall, das ein Foto eines besprühten Zuges nicht für Werbung benutzt werden darf. Die Bahn bestand hier auf ihr Eigentumsrecht am Zug. Nun war das zwar ein Extremfall, hier wurde für Farbdosen geworben, nur wo das einmal anfängt, wann wird die Veröffentlichung von Graffiti untersagt, weil die Trägerfläche ja irgendwem gehört.
Das führt zur Frage des öffentlichen Raumes und den Versuchen, diesen zu privatisieren. Dazu gehört dann auch das Recht auf Abbildung.
Doch wer darf dieses Recht beanspruchen? Schaut man sich die allgegenwärtigen Überwachungskameras an, oder im Kaufhaus, in der Bank und im Bahnhof, wer nicht gesehen und gefilmt werden will, benötigt heutzutage eine Tarnkappe oder die Fähigkeiten eines Chamäleons.
Das führt zwangsläufig zu den Demos und der nicht endenden Bildparanoia. Zwar hat der Gesetzesgeber hier für klare Verhältnisse gesorgt, doch es gibt immer Zeitgenossen, die glauben ihre eigenen Gesetze machen zu können. Es gibt Demos, da verbietet der Veranstalter per Micro einfach das Ablichten dieser. Zwar gibt es keine Rechtsgrundlage, was macht s? Ist doch eh nur das bürgerliche Recht mit dem die Szene nichts zu tun haben will und notfalls wird es mit Psychoterror durchgesetzt. Natürlich scheißen die Profis darauf, die Redaktion druckt schließlich Bilder und keine Ausreden. Das muß man eben selbst entscheiden, es gibt Demos, da geht es und andere, da hält man besser Sicherheitsabstand.
Fotospießer
Aus der Frühzeit der Fotographie kommt bekanntlich das Trauma, das sie nicht als Kunst anerkannt wurde. Zwar sind alle Beteiligten längst weggestorben und der Siegeszug der Kameratechnik schon wieder Geschichte, doch man könnt meinen, im Unterbewußtsein hätte sich diese Kränkung festgesetzt und treibt da weiter ihr Unwesen.
Nachdem die Fotografie zur Massenerscheinung wurde, mußte sich der Profi naturgemäß irgendwie vom niederen Knipservolk absetzten, da er weiterhin seine Bilder verticken mußte. Wenn nun jeder dahergelaufener Tourie den Dom ablichten kann, dann muß der Profi ja irgendwie seine Existenzberechtigung nachweisen und nachrüsten. Mit besseren, teureren Gerät, mit Bilder aus den ungewohntesten Perspektiven oder bei ungewohnten Lichtverhältnissen die nur an einen bestimmten Tag im Jahr bei Vollmond und Sonnenstand um Punkt Zehn zu erwischen sind.
Dann werden ja noch hilfreiche Fotobücher produziert und Fotozeitschriften gibt es ja auch noch, mit vielen hilfreichen, gutgemeinten Tipps zum besseren Bild und wie der Kleinknipser auch Profibilder hinbekommt. Nebenbei wird hier Ideologie verbreitet und hier wurde der Fotospießer geschaffen. Der hat Regalmeter Fotobücher und Fotozeitschriften durchgeackert und versucht zwanghaft die sogenannten Profis zu imitieren. Der dumme Spießer, der vom perfekten Bild träumt, besser als die Realität wenn möglich, natürlich gestochen scharf, perfekt belichtet und so gut ausgeleuchtet, das man die Originalsonne zweckmäßigerweise gleich mit einer Abfindung in Rente schickt. Um seinen Traum vom perfekten Bild zu realisieren, braucht er stets das neuste und teuerste Kameragerät und leidet furchtbar darunter, das seine Bilder nicht die ihnen zustehende Anerkennung finden. Das hat Gründe, man denke an die berüchtigten Diaabende. Bei all dem Hype um Belichtungszeiten, Blende, ASA, R4, R5, M5, EOS und was es da noch an Geheimzeichen gibt, bleibt eine unbedeutende Kleinigkeit zwangsläufig auf der Strecke, der Bildinhalt. Was ist denn das wieder für n neumodisches Zeug? Bildinhalt? Das Bild ist der Inhalt. So war das als die Fotographie erfunden wurde, so läuft das mit jeder neuen Technik ab. Zunächst ist es das Medium, nicht was es übermittelt.
Man benutzt keine Mittelformatkamera um seine Pfote zu fotografieren, daraus einen Großabzug zu machen und dieses "Meisterwerk" dann stolz rumzuzeigen. Was soll der Unsinn? Als es Fotokopierer gab, legte man seine Hand auf die Glasplatte und hatte kurz darauf das Bild auf Papier vorliegen. Unabhängig von der Bildqualität, schon das es diese Möglichkeit gab, machte es erstmal interessant. Die Technik faszinierte, nicht der Bildinhalt.
Über so was Überflüssiges wie den Bildinhalt scheint sich der Bilderspießer keine unnötigen Gedanken zu machen, wichtiger ist es, lebenswichtige Informationen zu notieren. Die genauen nautischen Koordinaten der unglaublich aufregenden Mauer, den Sonnenstand, die Belichtungszeit und Blende. Dafür macht sich der Fortschritt auch hier bemerkbar, heute wird diese Arbeit, den Programmierern sei s gedankt, von der Diggitechnik gleich miterledigt.
Trotzdem nützt alles wenig, der Fotospießer leidet trotz neuer und teurer Diggikamera immer noch darunter, das er nicht anerkannt wird. Das die Profis veröffentlichen und er nicht. Selber blöd, unser Bildspießer übersieht eine Kleinigkeit. Die Kamera ist nur das Werkzeug, es ist dem Benutzer überlassen, daraus was zu machen und dazu muß man nur ein wenig überlegen. Ein Grundsatz ist hilfreich. Zuviel Perfektion tötet jeden kreativen Gedanken. Gute Bilder machen nicht zwangsläufig die Pixelzähler, sondern diejenigen, die sich mit dem Motiv auseinandersetzen, die sich überlegen, was man aus einer Bilderserie machen kann und gerade heute die Möglichkeiten der Bearbeitung kreativ nutzen. Die kapiert haben, das es das perfekte Bild nicht geben kann, die reale Welt ist eben nicht zu verdoppeln.
Fullmember erst bei der D200?
Der Fotograf macht´s und nicht die Kamera!
Das sieht bei den ganzen Spießerfotos mit sündteuren Geräten und den leichtfüßigen Kunstwerken so mancher aus der Youth.
Na bitte, auf die Idee sind auch schon andere gekommen. Die Kids mit wenig Kohle und Billiggerät bringen es oft zu kreativeren Bildern als der alte Sack mit fetter Reflex und zehn Objektiven.
Die Technik verändert zwangsläufig den Umgang mit dem Bild. Mittlerweile werden Wegwerfbilder digital produziert, durch die Leitungen gemailt und werden gelöscht, wenn sie ihren Zweck erfüllt haben. Sie werden eben nicht mehr für die "Ewigkeit" geschaffen. Wie das mit jeder technischen Neuerung eben abläuft, natürlich gibt es noch einige Verweigerer die standfest am Altbewährten festhalten wollen und ihre staubfrei gelagerte Diasammlung für die Nachwelt bewahren. Eines Tages war ich diese Nachwelt, als ich an die Tausend Urlaubsdias vom Sperrmüll abgreifen konnte. Das Zeug war so langweilig, das ich fast alle wieder in der Tonne entsorgen konnte.
Fotogeschichten.
Da bist am fotografieren und denkst dir nichts dabei, am wenigsten, das es Probleme geben könnte und dann passiert genau das und ich frag mich noch, was ist denn hier los? Bin ich etwa auf ner finsteren Autonomendemo gelandet? Doch wohl nicht.
Ich fotografier nur ein Haus, in Offenbach stehen einige recht alte Teile rum und auf einmal werd ich angequatscht. Versteh gar nicht was los ist.
Da lichtest grad Eisengitter ab und da könnt sich schon jemand fragen, was es da wohl zu fotografieren gibt. Genau das tut auch jemand. Gut, das kann ich ja erläutern, ist ja kein Geheimnis und es gibt halt Interessenten für Eisengitter, mich etwa. Und das passiert mir mehr als einmal.
Fabriken werden überwacht, soll vorkommen. Meist macht man sich keine Gedanken über Außenkameras. In Darmstadt machst ein paar Architekturpics und wenn schon dabei, Tags passen auch noch in den Speicher. Kommt einer vom Werkschutz und fragt was ich da so treibe. Ob ich das aus künstlerischer Absicht fotografiere. Immerhin, da wußte einer was mit Graffiti anzufangen. Na das lässt sich ja erklären, tust ja nix Verbotenes und bleib freundlich. Das geht ja noch, wegen Graffitibilder bin ich so was eh gewohnt. Hier wurd wohl jemand mißtrauisch, was ich mit der Fabrikanlage will.
Im Westend beobachtet man dich. Da stell ich die Kamera auf ein Teil um zu fotografieren, offenbar ne Gegensprechanlage und schon fragt mich eine Stimme, was ich da mache. Nun ja, ich habe grad das Teil als Stativ mißbraucht.
Da fragst dich doch langsam, was hier eigentlich los ist und vor was manche Zeitgenossen Schiß haben.
Im Netz finden sich dazu ebenfalls einige Geschichten, ist ja nicht so, das nur mir so was passiert. Es gibt eben Orte, an denen wird fotografiert, da wird es einfach erwartet und niemand macht sich Gedanken wenn im Zoo oder auf dem Römer munter abgelichtet wird. Dann gibt es andere Orte, da fragen sich die Zeitgenossen, was gibt es denn hier zu fotografieren? Das sind eben diejenigen, die mittlerweile der Fotoindustrie dankenswerterweise die Diggis abgekauft haben und nach kurzen Einsatz nicht mehr wissen, was sie damit noch anstellen sollen.
Bilddokument am Ende?
Kleine Polemik.
Das Foto als Bilddokument, das Thema ist so alt wie die Fotografie selbst. Bilder sind eine Glaubensfrage. Was fotografiert ist, wird geglaubt. Es ist der Glaube an die Technik. Die Kamera ist imstande unabhängig vom Fotografen die Realität objektiv wiederzugeben.
Im Prinzip mag das stimmen, nur sind die Formen der Beeinflußung genauso alt wie das Medium selbst. Hier haben wir die alte Erkenntnis, inwieweit beeinflußt die Beobachtung das zu beobachtende Objekt. Gerade in der Fotografie kennt man das, verhalten sich Menschen die fotografiert werden genauso wie Menschen die sich für unbeobachtet halten? Schon hier stoßen wir an die Grenzen des objektiven Bilddokuments.
Die Öffentlichkeit will aber Bilder sehen und die sollen möglichst echt aussehen. Die Realität ist aber kein Fotostudio und wartet nicht darauf, bis der Fotograf seine Geräte aufgebaut hat und positioniert sich auch nicht nach einer Bildaussage wie sie der Fotograf haben will. Nun dann helfen wir der Realität eben etwas auf die Sprünge und so stellen wir fest, die Mehrzahl der Bilder mit entsprechender Bildaussage die etwas zu perfekt aussehen, sind eben gestellt. Die Propagandafotografie ist hier ein weites Arbeitsfeld für Bildmanipulation. Was echt erscheint, ist zu oft eine Mischung aus Inszenierung und hinterhältiger Laborarbeit. Ach wie gut das niemand weiß ..!
Nun das war in grauer Vorzeit, heut geht das bekanntlich digital, was keinen großen Unterschied macht.
Unterscheiden kann man zwischen Privatfoto und der gewerblichen Bildproduktion. Der Zwang Bilder liefern zu müssen führt dazu, der Realität etwas nachzuhelfen. Davon sieht der Bildkonsument nichts. Dem werden diese Bilder als echt verkauft und er fragt sich, warum bekomm ich so was nicht hin? Na warum wohl?
Wer die Profis schon mal bei der Arbeit gesehen hat, weiß was dahintersteckt. Vieles ist inszeniert, selbst wenn es um Bilder aus dem Arbeitsalltag geht. Ich konnt s mal beim ID erleben. Da wurde Aufnahmen für s Fernsehen gemacht und einfach filmen was da läuft? Nein, so geht s nicht. Da wurde wiederholt, Anweisungen gegeben bis das so läuft, das es gut aussieht. Darüber macht sich der Endverbraucher meist keine Gedanken, er bekommt ja nur das fertige Ergebnis zu sehen, nicht was hinter der Linse vorgeht.
Das ist eben der Markt, das Volk will Bilder sehen und die Bildindustrie bedient die Nachfrage. Wie, ist nicht von Bedeutung. Wenn ihr Bilder sehen wollt, wir liefern eben und wenn wir nichts Brauchbares vor die Linse bekommen, dann helfen wir eben etwas nach. Nur der naive Konsumtrottel glaubt immer noch, Bilder sind eben einfach Bilder.
Kamerafutter
Technisch gesehen haben wir gerade in der Fototechnik einige Veränderungen über uns ergehen lassen. Noch hatte der Film nicht ausgedient, die Diggitechnik war noch nicht soweit, da schoben die Werbeagenturen Sonderschichten um dem Volk APS schmackhaft zu machen. Man stand fassungslos davor, es fanden sich genug die der Werbung auf den Leim gingen und dachten, genau das muß ich auch haben. Mittlerweile ist APS Geschichte und entsorgt.
Nun ist die Diggitechnik endlich gebrauchsfähig und die Verbreitung der Rechner plus www führt zu elektronischen Verbreitungen die vorher nur den großen Medien zur Verfügung standen.
Dankenswerterweise hat das Volk der Fotoindustrie die Diggis abgekauft und bekam sogar Fotohandys mitgeliefert. Dies führt fraglos zu Möglichkeiten die man vorher allenfalls im Science Fiktion geboten bekam. Die Zukunft ist gelegentlich schnell Vergangenheit.
Nun haben die Leute also ihre Diggis und können draufhalten was auf die Speicherkarte passt. Und wieder das altbekannte Bild. Neue Kamera, nettes Spielzeug also mal ausprobieren. Nachdem das Übliche abgelichtet ist, Auto, Hund, Bälger, eben das, womit schon in der guten alten Analogzeit die Kameras mißhandelt wurden. Sobald das durch ist, liegen die Dinger wieder rum, verstauben, weil den Knipsern die Motive, oder besser gesagt, die Ideen ausgegangen sind. Irgendwann wissen sie mit ihren netten Spielzeug nichts mehr anzufangen. Das stört die Kameraindustrie nicht weiter, die Leut sollen schließlich die Geräte kaufen, von benutzen hat niemand was gesagt. Fotografieren wollt ihr auch noch? Vergiss es, das erledigen doch die Profis freundlicherweise für euch. Auch noch Veröffentlichung? Nun hörts aber auf, könnt ja jeder angeschissen kommen, wo kämen wir denn da hin?
Etwas gemein ausgedrückt, das ist die eine Seite, aber ganz so schlimm ist es ja nicht. Den Benutzern fällt immer noch was ein und die Möglichkeit nicht mehr auf Filmmaterial Rücksicht nehmen zu müssen, lässt auch Themen entdecken und abhandeln, die man früher eher wenigen Profis überlassen hat.
Zudem hat sich auch das Bildverhalten verändert. Man sieht es bei Großveranstaltungen, die Kameradichte scheint regelrecht explodiert zu sein. Auch auf die Demokultur hat es Auswirkungen. Früher fotografierte nur Presse, Polizei und eine handvoll selbstbeauftragte Dokumentaristen auf Demos. Der Rest hatte gar nicht erst eine dabei und meist wollte man keinen Ärger riskieren. Die Bildparanoia war durchaus real und setzte sich in den Köpfen fest. Irgendwann wurde es zum unhinterfragbaren Dogma, auf Demos wird nicht fotografiert, Punkt.
Seit es handliche Diggis gibt und sogar Handycams, lässt sich kaum vermeiden, das die Beteiligten auch ein eigenes Erinnerungsbild haben wollen.
Das sah man deutlich bei den Studentenprotesten. Die Leut haben s auf die Autobahn geschafft und stehen oder sitzen da wo normalerweise die Kisten durchbrettern, oder sich stauen. Verständlich das sich nicht wenige sagen, davon hätt ich gern ein Bild, weil was ich hier vor mir sehe, bekomm ich nicht alle Tage zu sehen und ich bin mitten drin. Es gab Zeiten, da hatte man dafür keine Kamera dabei und wenn, die bei so einer Aktion zu benutzen könnte Ärger geben. Heute greifen die Leut zur Handycam und halten drauf, als hätten sie nie was von einen Fotoverbot gehört.
PS; Der letzte Aufstand gegen die Pseudoprofibilder liegt nun schon etwas zurück. Das war die Lomobewegung deren Bilder mittlerweile auch im www zu sehen sind. Das Prinzip der Wegwerfbilder. Einfach draufhalten, die Bilder billigstmöglich abziehen lassen und sich keine Gedanken über Schärfe und Qualität machen. Hier wurden Massen an Bilder produziert und sogar veröffentlicht, die ein Fotograf vorher nie einer Zeitung oder Agentur anzubieten gewagt hätte, er wäre unten durch gewesen. Da und dort scheint die Lomo noch in Gebrauch, mittlerweile wurde sie durch die Kompaktdiggi bzw, die Handycam abgelöst und damit werden heute die Wegwerfbilder produziert, nur eben in digitaler Form.
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" target=_blank> 46. saul - 2008-01-10 17:34:10 |
Vor vierzig Jahren.
"Vor vierzig Jahren," so der Titel einer Fernsehreihe aus den 80zigern. Da ging es um die deutsche Knochenschau, �hm Wochenschau. Also die f�r die Propaganda aufbereiteten Schlachtengem�lde. Da war der zweite Weltkrieg bereits vierzig Jahre alt.
Wozu diese Einleitung? Passt doch, denn seit wir das Jahr 08 schreiben, hei�t es wieder vor vierzig Jahren. Doch diesmal geht es um das Jahr 68. Und nun k�nnen wir uns wieder auf was gefasst machen. Na auf viele nervende R�ckschauen auf das magische Jahr und deren mittlerweile in Rente gegangenen oder kurz davor stehenden Beteiligten. Wenn man sich das unbedingt antun will, man k�nnt ja auch die Glotze abschalten oder die Asche f�r die Zeitung in einen guten Tropfen investieren. Da hast m�glicherweise mehr von, als von den Ver�nderungen von 68 zu lesen, ohne die es selbstverst�ndlich (was auch sonst?) die Gr�nen nicht gegeben h�tte, keinen Fischer und auch keine Kanzlerin. Fehlt nur noch, das die 68ziger sich 89 auf die Fahnen schreiben. Schlie�lich forderte ja die KPD der SDSler Semmler und Horlemann schon in den 70igern die Wiedervereinigung Deutschlands, nur existierte deren Verein, als es sogar dazu kam, bereits seit zehn Jahren nicht mehr.
Was haben wir dieses Jahr in der Medienwelt zu erwarten? Sicher die altbekannten Fotos, ob von Dutschke im Strickpulli oder Uschi Obermeier, hier freilich das Original, den Film dazu gibt es bereits auf DVD. Naturgem�� mu� wieder litterweise Druckerfarbe dran glauben, f�r Megabitweise voraussehbaren Wortm�ll wie das damals so war, wer dabei war, was die heute machen, welche Karrieren sie gemacht haben und so weiter und so fort. Nat�rlich wird der Hinweis nicht fehlen, das 68 die Republik ver�ndert hat, den Staat modernisiert hat, plus allen weiteren segensreichen Auswirkungen von 68. Dann d�rfen nat�rlich die Zeitzeugen nicht fehlen, soweit noch lebend und was dann folgt wissen wir. Die Sieger schreiben die Geschichte. Die bekannten Namen, die heute irgendwo Karriere oder sowas gemacht haben, die werden befragt, ja erz�hlen sie doch mal... , jene die sich frustriert zur�ckgezogen haben, jene die keinen Mehrwert aus 68 ziehen konnten, die als Alkis oder Gescheiterte endeten, die fragt niemand. Ist immer so und warum sollte das mit 68 anders laufen? Dutschke hat nichts mehr zu melden, Fischer sicher umso mehr und unser Euro68ziger Danny kennt die Journalistenfragen schon auswendig und kann sie noch im Tiefschlaf beantworten. Die gleichen Antworten hat er vermutlich schon vor zwanzig Jahren mittlerweile verrenteten Zeitungsfuzzis erteilt.
Nun haben wir etwas von dem 68 noch niemand tr�umen konnte und nun sollte man meinen, in einen Medium wie dem Internet, k�nnten sich auch die weniger Prominenten und Gescheiterten zu Wort melden.
Das ist von mir nicht zu erwarten, ich bin ja kein 68ziger und k�nnt allenfalls damit kommen, das ich zu der Zeit meine Gr�nde hatte, mich �ber Springer zu �rgern. K�nnen beim Schach echt l�stig werden, besonders wenn sie im Doppelpack auftreten.
Hier geht es auch nicht um Abrechnung oder darum alte Rechnungen zu begleichen. Die verbitterten Verratsanklagen �berlass ich gerne den Verbitterten. Dabei sollten sie auch aus dem Alter raus sein. Aber wer s braucht.
Trotzdem geh�re ich zu denen die mit 68 zu tun hatten, ohne es seinerzeit zu wissen. Wer in den 70igern anpolitisiert wurde, in der Schule Stunk machte oder auch sonstwo, bekam die F�nge und einiges zu h�ren, was "ihr" so angestellt habt und wu�te oft gar nicht, worum es ging. Man war ja weder daran beteilit, noch hatte man als Kind was davon verstanden, wenn man �berhaupt was von mitbekam. Und wer in der Zeit in die diversen Gruppen reingeriet, der befand sich in Gesellschaft von 68zigern, ohne es zu wissen.
Wie das? Die K Gruppen, Trotzkistensekten und was sonst noch so rumagitierte, bestanden ja aus 68zigern und sogar die DKP verdankt 68 ihre Neuauflage, genauso wie deren Berliner Ableger, die vergreiste SEW sich mit Hilfe der 68ziger vor dem Aussterben rettete. Eines hatten sie gemeinsam, na abgesehen von den 68er traditionspflegenden Spontis m�glicherweise. Sie schufen sich ihre Traditionslinien, die nat�rlich in die Wurzeln der Arbeiterbewegung zur�ckreichten. Selbst dann, wenn sie wie bei der DKP noch eine gewisse Basis hatten, war die Linie zur verbotenen KPD eher nostalgisch und die Linie zur weimarer KPD eher Fiktion als Realit�t. Bei den Rest der Gruppen bestand schon biographisch betrachtet keine Verbindung zur Arbeiterbewegung der 20iger Jahre, doch gerade deswegen bem�hten sie sich um so mehr, diese herzustellen, indem sie bruchlos deren Symbole, Strukturen, Demoformen und Lieder �bernahmen.
Was dazu geh�rte, war der gemeinsam betriebene Versuch, 68 auszul�schen. Wer in solche Gruppen reingeriet, erfuhr ausgerechnet von den Beteiligten nichts �ber eine Studentenbewegung. Was, wie? Was soll das sein? War da mal was? Gruppen wie beispielsweise die KPD/ML, von denen einige aus der alten KPD kamen, sogar ihr Vorsitzender Aust, bestanden bei ihrer Gr�ndung bereits gr��tenteils aus 68zigern, die freilich ihre Herkunft und Geschichte schamhaft verschwiegen und sich als KPD in der legitimen Nachfolge der Th�lmann KPD sahen, das tat deren Konkurrenz freilich auch. So dauerte es etwas, bis man was von 68 erfuhr, jedenfalls nicht von den ehemals Beteiligten.
Mu�te noch seinerzeit die Reimann KPD verboten werden um linke Geschichte auszul�schen, die 68ziger entsorgten ihre Geschichte freiwillig.
Das ist etwas, �ber das vermutlich nicht allzuviel geschrieben wird, ist manchen wohl bis heute peinlich.
Was war der Grund? Jede Party ist mal zuende und dann spalten sich die Feiernden in diejenigen, die wissen, wann es Zeit ist zu gehen und den Rest der glaubt, es m�sse doch weitergehen und dann gibt s noch die Nachz�gler, die glauben hier geht was ab, bevor sie merken, das sie nur noch die �berreste wegkehren und die leeren Flaschen aufsammeln d�rfen.
Darum geht es, dar�ber werden sich die Schreiber und ihre Interviewpartner beim Erstellen ihrer Heldensagen weniger auslassen. Das die drauffolgenden Linken von den Fehlern und Dummheiten von 68 betroffen waren, diese ausbaden mu�ten ohne es zu merken, sondern sogar noch glaubten, es ist ihre Entscheidung. Die in die Tretminen angelesener Vergangenheit gerieten und davon �berzeugt waren, an einer richtigen Sache beteiligt zu sein. Es hat etwas gedauert bis sie aufgewacht sind und erst die Konfrontation mit der Realit�t, etwa bei der Maloche oder 77 bei der Pogromstimmung des Deutschen Herbstes, bei AKW Demos, als man sich unerwartet Seit an Seit mit der Normalbev�lkerung wiederfand oder sogar beim Krieg zwischen den sozialistischen Staaten, China und Vietnam. Es gab etliche derartige Gelegenheiten den Ideologiestaub aus dem Hirn zu blasen und sich zu fragen, ob man nicht etwas gr�ndlich mi�verstanden hatte.
Da hatten einige an sowas wie der Revolution geschnuppert (glaubten sie) ohne zu merken, das es nur ein Sturm im Wasserglas war. Als selbst die paar Barrikaden verraucht waren, wollten sie nun zur richtigen Revo schreiten und merkten nicht, das diese nun noch irrealer geworden war. Also helfen wir der Revo mit Parteigr�ndungen, Marxstudium und der Anlehnung an der real existierenden Revolution nach. Dabei �bersahen die selbsternannten Vertreter der Revolution eine wichtige Kleinigkeit, was freilich nicht nur an ihren fehlgeleiteten Idealismus lag, sondern auch daran, das die Verwalter der erfolgreichen Revolution, ob in Moskau oder Peking, ihre Leiche im Keller hatten und schamhaft dr�ber schwiegen. Was das war? Beispielsweise das Mao mal selbst zugab, ohne die Japaner s��en wir noch heute in den Bergen. Doch das h�tte man mit vorurteilslosen Studium der Zeitgeschichte auch selbst wissen k�nnen, das dauerte freilich bei manchen etwas. Das die Revo im Osten ihren Erfolg nicht etwa der von Marx postulierten Gesetzm��igkeit verdankt, sondern der instabilen Situation nach dem Weltkrieg, die ein Machtvakuum hinterlie� und auch danach konnte sich Mao bei den Japanern bedanken (was er freilich nie tat), denn mit ihrer Bauernarmee h�tten sie kaum ein halbwegs stabiles China einkassieren k�nnen. Von einer solchen Situation war in den 70igern weit und breit nichts zu sehen, um so mehr wurde in der Zeit �ber Revolution gelesen und geredet und je mehr dr�ber geredet wurde, desto irrealer wurde sie. Real war eher das "geht doch r�ber" der Arbeiter und deren Desinteresse an linken Zeitungen. Sich an der realen Verangenheit anzulehnen oder auch am real existierenden Sozialismus war der Fluchtpunkt der es erm�glichte an die Ideologie und ihre Gesetzm��igkeit zu glauben, denn die reale Situation in der BRD bot einfach keine Basis f�r linke Politik bzw. der Ansicht, das linke Politik hier einen Sinn ergeben k�nnte, das man von seiner aufopferungsvollen T�tigkeit noch zu Lebzeiten mal was sehen w�rde.
Die DKP setzte dagegen auf absolut legalistischen Kurs und das Jungvolk wurde mit Revolutionsgeschichten und bewaffneten Arbeiteraufst�nden aus der Vergangenheit bei Laune gehalten. Sollte es auf der Stra�e noch gelegentlich etwas nach Rauch riechen, die DKP distanzierte sich sofort von allen Provokationen.
Trotzkisten gab s freilich auch noch, die setzten auf �berzeugung des richtigen Gedankens und das die Zeit schon f�r sie arbeiten w�rde und solang mu� man eben abwarten um dann rechtzeitig mit dem richtigen Bewu�tsein vorbereitet zu sein. So wurden sie zu einer elit�ren Veranstaltung die, wie die Vertreter einer Buchreligion, das geheime Wissen bewahrten.
Elit�r waren viele, die ML Sekten ohnehin, die nahmen nicht jeden der angeschissen kam. F�r s Fu�volk hatten sie ihre "Massenorganisationen," in die Partei selbst kam nur wer von Anfang an zum harten Kern geh�rte, der Rest mu�te seine proletarische Herkunft nachweisen oder f�r seine kleinb�rgerliche Herkunft mit harter Parteiarbeit und Anstellung als Hilfsarbeiter in der Fabrik b��en.
Noch elit�rer war freilich nur die RAF, die selbsternannte Speerspitze der Revolution. F�r die medial aufbereitete R�ckschau stehen viele freilich nicht mehr zur Verf�gung und das ausgerechnet ihr Gr�nder, der gute Horst Mahler in einer nostalgischen Talkshow einige alte Geschichten erz�hlen darf, ist weniger zu bef�rchten, an den traut sich nicht mal unsere mutige Ficherj�gerin ran. Dabei war er als Apoanwalt doch einer der Hauptfiguren von 68, na was n Jammer auch.
Doch zur�ck zu 68 und den Folgen. In die Geschichtsschreibung ist sie unter Studentenbewegung eingegangen, auch wenn nicht nur Studies beteiligt waren.
Daf�r war es ja eine Bewegung und Bewegungen haben wir ja mittlerweile einige gesehen. So l�sst sich auch beurteilen, was das ist. Erst passiert irgendwas, das keiner versteht. Wenn es vorbei ist, kommen die Geschichtsschreiber und versuchen Erkl�rungen zu finden und das irgendwie einzuordnen, denn was sich einordnen l�sst ist schon weniger bedrohlich. Dann spricht man von einer Bewegung, doch die ist l�ngst vorbei. Wenn sie stattfindet, wissen die Beteiligten oft selbst nicht, was sie da eigentlich tun, ganz zu schweigen davon, das sie Mitglieder einer Bewegung sind. Die hat schlie�lich weder Anschrift noch verteilt sie Mitgliederausweise. Das tun ihre Nachfolger bzw. ihre selbsternannten Nachlassverwalter und das war mit 68 nicht anders. Mit der Flucht in die ML Ideologie und dem Parteientrismus (von dem die Jugendorganisationen der meisten Parteien profitierten), gab es nat�rlich auch die Bewahrer der reinen Lehre von 68, was immer das sein sollte. Zwar war die auch nur Fiktion, doch auch mit einer Fiktion kann man leben und daraus die Spontis gr�nden. Erbitterte Gegner der K Gruppen, denen sie Verrat an den Idealen von 68 vorwarfen. Nur woraus die bestanden hatten? Ideologisch waren beide weniger weit voneinander entfernt als es aussah.
Konsequenter Bewahrer der 68ziger Ideale war die RAF. Ihre Anschlagsserie folgte dem, wogegen die 68 demonstriert hatten und da sie Demos gegen Vietnam und Amis Geschichte waren, erinnerte sie mit ein paar Bomben auf eben diese Ziele die mittlerweile fertigstudierten Lehrer an ihre unbeendete Arbeit. Ironischerweise war es dann auch ein Lehrer, bei dem sich Ulrike Meinhof einnistete und der diesen Besuch bei der Polizei anmeldete. Sorry Frau R�hl, ist sicher nicht ganz fair, die Realit�t war es noch nie. Aber kleine Gemeinheiten die das Leben so schreibt, lockern den Text auf.
Hier geht es aber nicht darum die Geschichte von 68 zu schreiben oder neu zu schreiben, es kann auch nicht darum gehen, auf Verr�terjagd zu gehen. Soll hei�en, schau dir an was aus denen geworden ist, dabei haben die doch mal.... , kennt man schon. Kann man an etwas Verrat begehen, das vierzig Jahre zur�ckliegt? Na ja, Ideale sind bekanntlich zeitlos.
68 ist Geschichte, so scheint es und soll man Leut mit dem Zeug nerven, die damals noch nicht mal auf der Welt waren? Tu ich das hier? Werd doch selbst genervt und dies im zehnj�hrigen Rhythmus. Kann also nix f�r. Es scheint weit weg zu sein und doch hat noch einiges von 68 �berlebt. Das einige �berreste des dogmatischen Kommunismus heute im Netz wiederauferstanden sind ist nicht weiter ernstzunehmen, dahinter stehen allenfalls eine handvoll Spinner oder einige Rentner die ihr Onlinehobby pflegen. Trotzdem gibt es auch heute noch Vereine die ihre Herkunft aus altehrw�rdigen Traditionen ableiten und verschweigen, das auch sie 68ziger Sp�tgeburten sind. Hier wiederholt sich die Geschichte und auf einmal ist 68 sehr nah.
PS; In Frankfurt an einen Wasserh�uschen ist es mir gelungen, den letzten noch lebenden authentischen 68ziger ausfindig zu machen. War stockbesoffen, hatte lange Haare und einen wei�en Bart und br�llte Ho Ho Ho. Mein ich jedenfalls, aber wenn ich s mir recht �berlege, m�glicherweise war s doch nur der Weihnachtsmann.
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45. saul - 2007-10-29 14:39:29 |
Aus dem GB von Erwin Scholz.
Zur Debatte;
Worin unterscheidet sich die Mlpd von den Gruppen? Nach eigener Aussage die Partei neuen Typs, hatte sich nichts gemeinsam mit den Studentenparteien, sondern war proletarisch. Nun da gibt s etwas zu beachten. Die K Gruppen kamen aus der Studentenbewegung, ihre Vertreter waren jung und hatten noch die Aktionsformen der Studentenbewegung drauf, worin sie sich wenig von den Spontis unterschieden. Mit dieser aktionistischen Politik gelang es ihnen trotz aller Schwäche und maoistischer Verblendung immerhin einige Erfolge zu erzielen. Nicht nur einiges an Organisationsformen mit Zubehör aus dem Boden zu stampfen, sondern auch in die Öffentlichkeit zu kommen. Für den Staat stellten sie zwar nie eine ernsthafte Gefahr dar, waren aber manchen lästig genug, das einige CDU Politiker diesen Haufen 77 verbieten wollten. Dagegen brachten KPD, KPD/ML und KBW seinerzeit 20 000 Leut auf die Beine und schafften es zu einer gemeinsamen Demo, was normalerweise daran scheiterte, weil sie sich sonst nie einigen konnten, wer vorn marschieren darf.
Was war der Grund das sie trotz Isolation und Sektierertum einige Jahre das Feld bestimmten und etliche Linke zeitweilig mitmachten? Soll sich um die erstaunliche Zahl von 100 000 gehandelt haben. Die Antwort liegt auf der Hand. Die Beteiligten waren jung und da bringt man eben mehr zuwege als mit 50. Von diesen Nachschub an Jungvolk profitierten auch DKP und Trotzkistensekten. Nun das waren eben die 70iger, viel jugendliche Energie für sinnlose Arbeit verschwendet.
Schauen wir uns dagegen die heutige Politlandschaft an, so stellen wir fest, die Linke ist überaltert. Davon sind auch andere betroffen. Die Linke (Linkspartei) hat die Entristen schon deswegen aufgenommen, weil aus der DKP nur Politrentner kamen. Einige Junge zum Plakatkleben braucht man ja und dafür wirft man denen eben ein paar Brocken ihrer Ideologie hin, dann sind sie happy.
Die Mlpd trifft die Überalterung um so härter, die einzigen Jugendlichen die noch reinkommen, sind diejenigen, die sie selbst herangezüchtet haben. Das tun religiöse Sekten auch, nur sind die aufgrund höherer Geburtenzahl erfolgreicher, siehe die Zeugen Jehovas. Es ist auch die einzige Möglichkeit, für Nachwuchs zu sorgen, denn im Anwerben neuer Mitglieder sind Sekten zu normalen Zeiten nicht besonders erfolgreich. Nur Gestörte die Halt suchen verirren sich heute in Sekten, das war mal anders. Damals war der Marxismus Leninismus so was, was man heute als Trend bezeichnen würde. Es war "in" und so fanden sich viele da denen gerade die Welt der Studentenproteste auseinander gebrochen war. Sekten sind eben auch ein Krisensymptom. Wenn etwas vorbei ist, dann kommen links und rechts die Angebote, hier findest ne neue Heimat und einen Lebenssinn. Das war nach den Golfkriegsprotesten wohl auch der Fall. Einige wurden hier anpolitisiert und da Bewegungen irgendwann ihr Ende finden, kommt ein Verein wie Linksruck angeschissen und bietet den Leuten eine Verlängerung der Party. Wer jung ist fällt leicht auf so was rein. Wer etwas mehr Erfahrung hat, weiß wann es Zeit ist ne Party zu verlassen.
Das bringt uns zu den K Gruppen zurück. In den frühen 70igern waren sie erfolgreich, so sehr, das sie sogar Aufnahmekriterien hatten denen sich die Leute freiwillig unterwarfen, selbst wenn sie diskriminierend und elitär waren. Nachdem dieser Schub vorbei war, verloren die Aufnahmerituale ihre Bedeutung. Wenn das heute wer machen würde. Wenn die Grünen z.B. heute Jugendliche erst ausfragen würden, ob sie auch aus der Arbeiterklasse kommen? Die können froh sein, wenn sie überhaupt einige Kids für den Jugendverband haben. So ändern sich eben die Zeiten.
Zurück zur Mlpd, wie schaut es da aus? Wissen wir doch, so wie bei der DKP. Es kommt nix nach, wer verirrt sich noch in solche Vereine? So bleibt der Haufen unter sich, schmort im eigenen Saft und die Jahre tun ihr Werk. Irgendwann wird der Haufen zum Rentnerverein der nur noch auf die nächste Bewegung wartet, um da einige Jugendliche abrippen zu können. Schaut man sich die letzten Sachen an, die so gelaufen sind, die Jugendlichen die heut so auf Demos rummachen, sind von diesen Vereinen nicht größer beeindruckt. Schlechte Aussichten also für dogmatische Ideologien, die früher noch für Jugendliche attraktiv waren.
PS; Will man gemein sein, könnte man der Mlpd Österreich empfehlen. Da scheinen große Teile der Linken noch so drauf zu sein, wie hier vor 20 oder 30 Jahren. Könnte daran liegen, das sich die Linke im Alpenland weniger vom Mauerfall betroffen fühlte und keinen Anlass sah, ihre Ideologie, ihre ewigen Wahrheiten und Gewissheiten einer kleinen Realitätsprüfung zu unterziehen. Könnte das der Grund sein, wenn da einige der dogmatischsten und bescheuerten Gruppen (siehe AIK) da zuhause sind? Wär das was für die Partei? Sicher nicht, *fg* die haben schon ihre selbsternannten Sektenführer. |
" target=_blank> 44. saul - 2007-09-12 20:21:26 |
Welt ohne uns. Buchrezension.
Was passiert mit der Welt, wenn wir auf einmal verschwinden würden? Um dieses Gedankenexperiment geht es in dem Buch, Welt ohne uns bzw. World without us. Kein Thema hier? Durchaus interessant sich mal damit zu beschäftigen, gibt den grauen Zellen was zu tun und s schadet nicht sich in dieser Hinsicht mal zu überlegen, was wir so treiben, was hinterlassen wir und warum machen wir das alles? Was passiert mit den Ergebnissen unserer Arbeit? Lohnt sich das alles oder ists einfach nur die Kohle und der Rest geht uns eh am Arsch vorbei?
Welt ohne uns.
Was passiert mit unserer Zivilisation und unseren Nachlass, wenn wir von einen Tag auf den anderen verschwinden würden? Die ganze Menschheit, den Grund lassen wir offen. Ein nettes Gedankenexperiment und genau darum geht es in diesem Buch.
Zumindest regt es zum Weiterdenken an. Durchaus sachlich wird in Einzelheiten beschrieben, was mit einen Holzhaus passiert, wie sich Wind und Wetter dran zu schaffen machen und es langsam in sich zusammenfallen lassen. Hier hat sich der Autor Alan Weisman sachkundig gemacht und großteils die Experten befragt, die sich damit auskennen müßten. Ein reines Lesebuch, nur im Einband gibt es eine Zeitgraphik. Bilder und eine Flash Animation gibt es auf der HP, hier sehen wir den Zerfall eines typischen Holzhauses im Zeitraffer, mit eingeblendeter Zeittafel. Erst lösen sich Verbindungen, Holzteile fallen zu Boden und zum Schluß bleibt nur noch der Kamin und die verrostete Heizanlage übrig, die auch irgendwann von Pflanzen überwuchert wird und bis auch die Kaminziegel der Schwerkraft folgen
Doch wer es als Systemkritisches Werk lesen will, wird enttäuscht werden. Keineswegs als reine Kapitalismuskritik zu verstehen, hier bekommt jeder sein Fett weg. Denn an der Produktion von langlebigen und gefährlichenMüll hat sich auch der real existierende Sozialismus beteiligt und wenn es um Planerfüllung ging, war die Natur das Letzte, worum man sich Gedanken machte. Die Schauplätze sind nicht nur Texas und seine Ölindustrie, auchder Grenzstreifen zwischen Nord und Südkorea und Tschernobyl darf natürlich nicht fehlen. Als aktueller Modellversuch, was die Natur in einer von Menschen aufgegebenen Landschaft so treibt.
Etwas Humor darf natürlich auch sein.
"An dem Tag, an dem die Menschheit verschwindet, beginnt die Natur augenblicklich mit dem Hausputz. Sie putzt unsere Häuser vom Antlitz der Erde. Wenn sie ein Haus besitzen, wissen sie längst, dass dies auch bei ihrem Heim nur eine Frage der Zeit ist. Auch wenn sie es sich nicht eingestehen, hat die unerbittliche Erosion bereits eingesetzt, angefangen bei ihren Ersparnissen. Als sie das Haus kauften, hat niemand erwähnt, was sie darüber hinaus würden ausgeben müssen, um zu verhindern, das die Natur es sich lange vor der Bank zurückholt. Selbst wenn sie in einer Siedlung leben, wo schwere Maschinen die Landschaft mit roher Gewalt ihren Willen unterwarfen, wo die wild wuchernde natürliche Pflanzenwelt durch gefügige Rasenflächen und gesichtslose Bäumchen ersetzt und Feuchtgebiete einfach zubetoniert wurden - selbst dann wird ihnen klar sein, das die Natur nicht klein zu kriegen ist."
"Während das Unheil seinen Lauf nimmt, treiben Eichhörnchen, Marderund Eidechsen im Innern des Hauses ihr Unwesen und nagen Nisthöhlen in das Ständerwerk, ohne sich um die Spechte zu kümmern, die der Wand vonder anderen Seite zu Leibe rücken."
Das kann jeder vor der Haustür live beobachten. Jede Fläche die vorübergehend nicht genutzt wird, wird sofort von der Flora besetzt und der wild wuchernden Flora folgt die Kleinfauna. Doch die ist nicht darauf angewiesen, in der Stadt machen sich in den Parkanlagen seit einiger Zeit Hase und Igel breit und scheinen sich wohl zu fühlen. In jeder Stadt gibt es Freiflächen, nach dem Hausabriss etwa, die zwar mit Holzflächen für Plakatwerbung eingezäunt werden, dahinter aber kann die Flora bis dahin schalten und walten, wie sie es gewohnt ist. Schnell überwuchert sie die Reste der Grundmauern und kein Jahr und man könnt glauben, hier sind Überreste der Römerzeit zu finden und kein Gebäudekomplex in dem noch vor kurzer Zeit getippt, verwaltet und Rechnungen geschrieben wurden. Das Buch befasst sich zwar mit langen Zeiträumen doch unsere eigene Zeit ist begrenzter. Trotzdem kann man das selbst vor der Haustür nachvollziehen und wer das Glück hat, in einer Stadtzu wohnen, die stets im Umbruch ist, kann das live mit der Kamera verfolgen.Hier ist so ein Buch durchaus anregend. Kein abstraktes Lesefutter zum schmökern, die Praxis hast ja täglich vor der Haustür. Mit welcher Kraft die Natur vorgeht, dazu muß man nicht erst nach Angkor Wat reisen. In der eigenen Stadt finden sich da und dort vom Baumwurzeln eingedrückte Mauern oder angehobenes Pflaster. Lass die Bäume das einige Hundert Jahre so treiben,und man kann sich vorstellen, wie es dann vor der eigenen Haustür aussieht,nicht das da noch eine Haustür, geschweige ein Haus stünde.
Man kann so was mit gemeiner Menschenverachtung lesen, doch der Ökofreak der von einer unberührten Natur träumt, lässt besser die Finger von dem Buch. Er wird hier keine Bestätigung seiner Träume finden. Unberührte Natur ist vom Begriff her schon mal Unsinn. Es hat sie nie gegeben. Jede Tierart verändert die Natur und das lange vor dem Erscheinen des Homo Sapiens. Dies ist eine Frage die zu klären war, wenn man darüber nachdenkt, ob die Natur nach dem Verschwinden der Menschen den Urzustand wiederherstellt oder ob das nur Fiktion bleibt, weil der Urzustand schon deswegen nicht reproduzierbar ist, weil ausgestorbene Arten nicht neu geschaffen werden. Will man wissen, wie es weitergeht, muß man sich ansehen, wie es vorher aussah und das ist nicht so einfach rauszufinden. Der Autor ist zwar der Theorie zugeneigt, das schon die ersten Ureinwohner Amerikas die Megafauna ausgerottet haben und damit für einige Landschaftsveränderungen verantwortlich sind. Doch diese Theorie ist umstritten und es wird von vielen bezweifelt, ob die sogenannte Clovis Kultur mit ihren steinernen Speerspitzen dazu imstande gewesen ist. Nicht, das die sich um Arterhaltung gesorgt hätten.
So stellt sich bei der Frage, ob die Natur New York wieder zu einen Urwald verwandeln könnte, ob das der frühere Zustand war. Tatsächlich scheinen weite Teile Amerikas schon früher umgestaltet worden zu sein. Die Spanier die Krankheiten einschleppten, dezimierten offenbar einen großen Teil der Urbevölkerung und das endlose Grasland, das die Siedler später vorfanden, war nur die Folge des Verschwindens der Urbevölkerung. Was die Siedler vorfanden, die scheinbar unberührte Natur, war demnach nur eine Neuauflage. Die Legende, das die amerikanischen Ureinwohner schonend mit der Natur umgegangen wären, wird von der Forschung heute eher in das Reich der Legenden verwiesen. Weite Teile der amerikanischen Landschaft entstanden offenbar durch Brandrodung. In New England eignete sich die Waldlandschaft offenbar nicht für dafür, daher war der Wald, den die Siedlervorfanden derjenige, der seit der letzten Eiszeit gewachsen ist. Möglicherweisenicht ganz genau wie vorher, aber in New York käme es dann zu einer Neuauflagedes Urwaldes, wie ihn die ersten Siedler vorfanden und zu Kleinholz verarbeiteten. Nicht ganz genau, schon deswegen, weil eines den Menschen überdauern wird.Das beabsichtigte oder unbeabsichtigte Einschleppen fremder Pflanzen undTiere. Einige werden ohne Menschen verschwinden, andere werden sich auch in einer menschenleeren Welt sauwohl fühlen. Solche Veränderungen sind nicht rückgängig zu machen. Hauskatzen etwa haben gute Überlebensaussichten.
Gerade in Städten wurde das Wasser in Wege geleitet, unter die Erde verbannt und so ein trockener Platz geschaffen. Doch Wasser hat seinen eigenen Willen und ohne menschlichen Einfluß holt sich jedes frühere Feuchtgebietseinen Anteil wieder und fängt mit den U Bahntunneln an. Bald bilden sich Löcher in den Straßen und irgendwann brechen die Wolkenkratzer zusammen. Sogar eine Stadt wie New York und das trifft für den Rest ja wohl auch zu, wird irgendwann plattgemacht, das ist nur eine Frage der Zeit. Wir kennen genug solcher Städte die oft nur noch an den Grundmauern als daszu erkennen sind, was sie mal waren. Witzigerweise werden alte Gebäude und Kirchen am längsten halten, da wurde eben noch auf Qualität geachtet und nicht gespart. So wie heute noch Überreste aus der Römerzeit stehen und selbst alte Kirchen zwar zu Ruinen wurden, aber die Außenmauern halten immer noch. Was unsere Zeit dagegen baut, ist für schnellen Gebrauch und schnellen Abriß geschaffen und wird deswegen auch am schnellsten wieder zu überwachsenen Schutthügeln werden. 500 Jahre ohne Menschen und man könnte durch den hügeligen Urwald von New York laufen und würde kaum noch erkennen,das hier mal einen Großstadt stand.
Ein markanter Schauplatz ist an der grünen Linie zu finden, die den griechischen von türkischen Teil Zyperns seit 1974 trennt. Varoscha heißt der Ort, dessen Neubauten damals gerade zwei Jahre alt waren. als der Ort fluchtartig verlassen wurde. Es sollte ein Touristenzentrum werden und so stehen hier Hotelketten , Läden und der Rest an Unterkünften. Heute liegt er im türkischen Teil der Insel und ist seit über dreißig Jahren verlassen und Sperrgebiet. Diesen Ort zu besuchen ist ein gespenstischer Anblick und kostet Nerven. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein . Zwar hat die Witterung und Vegetation ihre Spuren hinterlassen, Pflaster und Asphalt aufgebrochen und sogar Bäume sind gewachsen. In den Gebäuden findet man noch das aufgeschlagene Fremdenbuch und alles so, wie es verlassen wurde, ebenfalls die Kampfspuren, die bisher niemand beseitigt hat. Am gespenstischen ist die Stille, trotz der Meeresbrandung. Hier haben wir einen Fall, wie Krieg Menschenleere Orte schafft, an denen man beobachten kann, wie sich die Natur das Gebiet zurückholt und da es noch nicht lange her ist, ist die Hinterlassenschaft der Bewohner noch original, wenn auch unter einer Staubschicht, zu bestaunen.
Dann geht es naturgemäß um das, was uns am längsten überdauern wird, der Plastikmüll. Man erfährt zwar nichts was nicht schon bekannt ist, bekommt es aber noch mal drastisch in Erinnerung gerufen. Auf den Meerenhaben die Strömungen Müllstrudel gebildet, hier sammelt sich der Zivilisationsmüll der letzten Jahrzehnte. Plastikreste die einfach nicht verrotten wollen und die Tierwelt schädigen. Was an Land gespült wird wird zwar zerkleinert, ist aber nach wie vor vorhanden und wird von der Kleinfauna aufgenommen. Das heißt, letztlich bekommen wir das Zeug mit besten Grüßen irgendwann zurück auf den Teller. Bis die Natur Mikroorganismen entwickelt, die auchden Plastikmüll verdauen, dauert es noch etwas.
Autoreifen sind eine weitere Hinterlassenschaft, die noch in Jahrtausenden den Malariamücken Brutstätten bieten werden. Sie werden sie dankbar annehmen ohne drüber nachzudenken, wem sie das zu verdanken haben.
Müll muß weg, den wollen wir möglichst fix loswerden. Doch nicht jeden. Es gibt Müll, der wird ausgegraben und wir errichten dem Müll Museen in denen er ausgestellt wird. Müllsammlungen, das sind unsere archäologischen Museen. Eben der Müll der Vergangenheit, der sich erhalten hat und das sind erstmal Steinwerkzeuge, alles andere ist verrottet. So nennen wir diese Vorzeit irrtümlicherweise Steinzeit, dabei muß es eine Vielzahl an Holzwerkzeugen gegeben haben. Unsere Museen sind voll mit Scherben aus der Antike. Woher die kommen? Keramik geht eben zu Bruch und wird weggeworfen, aber die Splitter bleiben erhalten und irgendwann wird das Zeug für Forscher hochinteressant. Von unserer Zeit wird hauptsächlich Plastik übrig bleiben und nicht schwer vorstellbar, wenn unsere Epoche mal als die Plastikzeit in künftigen Bücher bezeichnet wird. Was künftige Archäologen, so vorhanden, daraus mal machen werden? Die werden sich verwundert fragen, was das wohlfür eine seltsame Kultur gewesen sein muß. Muß man sich mal vorstellen, Plastiktüten, Plastikbecher und Autoreifen hinter Glas das von Museumsbesucherneiner fernen Zukunft verwundert bestaunt wird. Doch sogar Papier verrottet nicht so leicht, jedenfalls wenn es vergraben liegt. Wundert etwas, daes der alltäglichen Erfahrung widerspricht. Papier meint man beim verrottenregelrecht zusehen zu können, doch Zeitungen die Jahrzehnte in Mülldeponienlagern, sind immer noch lesbar. Na da werden sich einige wundern, wennsie als Spitze unserer Hochkultur, unsere Massenpresse mit ihren Inhalt aus Fußball, Krawallschlagzeilen und Unterhaltungsschrott finden. Wenn sie es noch lesen können, werden sie sich vermutlich fragen, was das für eine seltsame Kultur gewesen sein muß, kein Wunder das sie ausgestorben sind. Vermutlich an Dummheit.
Da wir keine Zeitmaschine haben, können wir nur diese Zukunft gedanklich rekonstruieren oder uns ansehen, wo das gerade stattfindet. Also Orte die vom Menschen aus unterschiedlichen Gründen verlassen wurden. Krieg nimmt auf die Umwelt keine Rücksicht und schafft Todeszonen. Doch er führt auch zu aufgegebenen Orten. Die Demarkationslinie zwischen Nord und Südkorea ist so ein Lebensstreifen, in dem sich selten gewordene Tiere angesiedelt haben und ungestört von den Minenfeldern machen sie sich breit. Das war weder vom Norden noch vom Süden beabsichtigt, ein aufgegebenes Gebiet wird eben schnell zur neuen Heimat wenn die Krone der Schöpfung ;-)) sich hier nicht mehr reintraut.
So natürlich auch im Bereich Tschernobyl, wo die Strahlung für Menschen zu hoch ist, die Elche und Hirsche haben aber keinen Geigerzähler undsehen hier nur ein Gebiet, wo es was zu beißen gibt. Das dies Folgen hat,etwa in einer verkürzten Lebenszeit oder Mißbildungen, davon sieht man nichts, denn die werden von der Natur so fix beseitigt, das die wenigen Forscher die sich kurz in diese Zone trauen, davon nichts zu sehen bekommen. Äußerlich betrachtet sehen Tschernobyls Wälder daher aus wie ein Naturpark. Die Nadeln der Bäume sind kürzer, aber sie wachsen. An den Plattenbautenaus der Zeit des real existierenden Sozialismus tobt sich dagegen die Witterung ungehindert aus und entsprechend sehen sie aus, dabei ist das alles noch gar nicht lange her.
Ein weiteres Thema unseres Nachlasses, wird dem giftigsten Orten gewidmet. In New Mexiko gibt es ein Endlager in der Kubikmeterweise schwachradioaktiver Abfall bzw. Plutoniumverseuchter Müll lagert, der aus den zivilen Kraftwerken und aus der militärischen Bombenproduktion stammt. Hier lagert der alltäglich anfallende Müll, der in AKWs produzierte Atommüll gehört nicht mal dazu.
Rocky Flats, wo bis 89 Plutoniumzünder hergestellt wurden, gehörte zu den Lieferanten dieses Endlagers. Was trotzdem an verseuchten Materialübrigblieb, wurde unter einer Asphaltdecke begraben und zugeschüttet. Man erklärte es zum Sperrgebiet und zum Naturpark. Warnschilder in sieben Spracheneingemeißelt plus eine comicartig ausgeführte Warnung sollen Menschen dienächsten 10 000 Jahre daran hindern, dieses Gebiet zu betreten. Wenigstens kennt man diesen Ort. Solche Ecken gibt es mit Sicherheit auch in der ex Sowjetunion und in China. Doch hier sind sie nach wie vor militärisches Geheimnis und man weiß nicht genau wo sie sind, geschweige welche Gefahr von ihnen ausgeht.
Die bekannten Endlagerstätten reichen ohnehin schon um sich vorzustellen, das sie die Jahrtausende überdauern werden und ob sie wirklich lang genug begraben bleiben weiß niemand. Schon frühere Generationen schufen Müllhalden und machten sich wenig Gedanken darüber, was daraus wird. Der Unterschied besteht darin, das sie keine vergleichsweise gefährliche Hinterlassenschaft aufschütten konnten. Wer sich heute entscheidet, Archäologe zu werden, kann dies bedenkenlos tun, auch wenn man davon nicht reich wird und darf froh sein, in dieser Zeit zu leben. In ferner Zukunft könnte dies mal zu den gefährlichsten Berufen gehören. Oder es gibt diesen Beruf nicht mehr, weil eine neue Religion das Graben in der Erde unterhalb von 2 Metern mit einen Verbot belegt hat und jeden der es bricht, die schwersten Strafen androht. All zuviel Überzeugungskraft müssen die Priester dieser Gemeinde nicht aufbringen, es spricht sich auch so rum, das Gräber, die gierig nach verborgenen Schätzen gegraben haben, an unbekannten Krankheiten starben und niemand konnte ihnen helfen. Tatsächlich werden wir auch einige "Werte" hinterlassen. Das Geld in den meist unter Bodenniveau gelagerten Tresore wird zwar verschimmeln, aber einige Zeit halten, wenn auch wertlos, wieder Autor mit einiger Boshaftigkeit schreibt. Es ist dann eben nur noch Papier. Die Goldreserven werden länger halten, wenn sie nicht von Gletschern zermahlen werden, könnte man selbst in ferner Zukunft die Tresore ausgraben und die Goldbarren fast unbeschädigt finden. Was eine Kultur voraussetzt, die damit noch was anfangen kann. Eine primitive Kultur würde wenig Interesse für das Zeug aufbringen, zu schwer um es mit sich rumzuschleppen und fressen kann man es bekanntlich eh nicht.
Wenn dann noch jemand da sein sollte. So kann man das Buch auch lesen. Als Gewissheit, das die Zeit alle Wunden heilt und das Leben auf der Erde weitergeht. Das ist nur eine Frage der Zeiträume und schaut man sich unsere heutigen Zukunftspläne so an, so erstaunt ohnehin die naive Respektlosigkeit vor der Zeit. Man kann Zeiträume in Ziffern locker hinschreiben, vorstellen kann man sie sich schon schwerer. Die Saurier sind ausgestorben? Sagen wir so locker. Immerhin bevölkerten sie 60 Millionen Jahre die Erde und ob wir denen das nachmachen? Eher nicht. Den Menschen, in seiner halbwegs heutigen Form, gibt es ja gerade mal 100 000 Jahre. Was seit einer Millionen Jahre als unsere Vorfahren gewertet wird, sah noch eher nach Affe als nach Mensch aus. Unser Kultur ist gerade mal 10 000 Jahre alt und die geschriebene gerade mal 4000 Jahre. Man kann sich zwar überlegen, was in 100 000 oder einer Millionen Jahre von uns noch übrig sein könnte und in welchen Zustand es sein wird, nur wer sollte damit noch was anfangen können? Ob es noch mal eine Neuauflage unserer Zivilisation geben wird ist fraglich. Es gibt keinen Beweis, das dies ein zwangsläufiger Vorgang ist, das eine Art von den Bäumen steigt um schließlich Raketen und Hochhäuser zu bauen. Es könnte ein einmaliger Vorgang gewesen sein. Bisher war es ja der erste Versuch auf diesen Planeten seit die ersten Fische ihren Landausflug unternahmen. Zudem einige an Land heimisch gewordenen Arten wieder ins Wasser stiegen. Ihre Fähigkeiten die sie an Land brauchten, behielten sie zwar, wie das Luftatmen und sie blieben Säugetiere. Doch Wale, Delphine, Robben und Seelöwenzeigen deutlich, das sie mal Landbewohner waren, die gezwungen waren, sich wieder dem Meeresleben anzupassen. Im Meer sind die Voraussetzungen nicht so geeignet, eine Zivilisation zu bilden. Die begann bekanntlich mit der Entdeckung des Feuers als Werkzeug und im Wasser brennt ein Feuer nicht besonders gut, geschweige das man da unten einen Hochofen betreiben könnte. Man könnt meinen, sie haben es sich an Land anders überlegt und kamen zu der Einsicht, im Wasser lebt es sich doch entspannter als auf dem Land Wälder zu Brettern zu verarbeiten, Fabriken und Arbeitsämter zu bauen und sich mit Bürokratie den Tag zu versauen.
Zu einen Punkt hat der Autor dagegen wenig zu sagen, doch das kann man sich selbst denken. Was wird aus dem Internet? Na was wohl? Ohne Menschen machtes genau so wenig Sinn wie unsere Bibliotheken und ohne Strom gibt es kein www mehr.
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" target=_blank> 43. saul - 2007-05-31 19:44:44 |
Nord Korea im Internet.
Auch wenn derzeit alles auf G 8 fixiert ist, möchte ich zur Entspannung so zwischendurch mal was zur Erheiterung vorstellen. Nordkorea ist eine (virtuelle) Reise wert. Schauen wir uns das also mal genauer an, ein Land über das wir wenig wissen und über das natürlich nur Propagandalügen verbreitet werden. Zum Glück gibt es diverse Freundschaftsgesellschaften die uns über das wahre Nordkorea informieren.
In Nordkorea gibt es kein Internet, die Landeskennung ist nicht in Betrieb. Doch einen offiziellen Webauftritt
www.kcna.co.jp/
haben sie und zudem einige Freundschaftsgesellschaften, die inoffizielle Webauftritte ins Netz gestellt haben. Ein Besuch dieser Seiten zur Entspannung nachdem man sich durch die ganzen G 8 Termine gewühlt hat, um nur keine Demo zu verpassen, ist empfehlenswert.
Wie reisen Sie in die KDVR?
Darüber werden wir hier
www.kdvr.de/start/start.html
informiert und erfahren noch mehr was dem Reisenden von Nutzen sein könnte.
"Verboten sind; Waffen, Rauschgift, pornographische Erzeugnisse, Handys (kein Netz), propagandistische Bilder und propagandistische Druckerzeugnisse einschließlich Bilder der Produktwerbung."
Keine Pornos mitbringen, das freut sicher jede Feministin. Kein Rauschgift? Kiffer lassen ihren Joint besser in der Heimat. Handys verboten weil ohnehin kein Netz? Na daraus soll einer schlau werden, ok frage nicht nach Logik wenn es um Bestimmungen geht. Waffen natürlich auch, es sei denn man hat Plutonium im Koffer oder bringt gleich eine handliche Atombombe mit Zünder mit, dann drücken die koreanischen Zöllner sicher ein Auge zu.
"Erlaubt sind; Walkman, Discman, Presseerzeugnisse und Medikamente für persönlichen Gebrauch, Kamera, digitale Kamera, Videokamera."
Na das ist doch schon mal ein Fortschritt. Früher waren digitale Kameras nicht erlaubt, hatten vermutlich nicht die Technik, diese zu überprüfen. Mittlerweile haben sich die Betreuer der Reisegruppen wohl auch die nötigen Kenntnisse angeeignet um nachzuprüfen, was auf dem Speicher ist.
"Zu berücksichtigen ist, daß Brücken, Flugplatze, Bahnhöfe und militärische Einrichtungen nicht fotografiert werden dürfen. Den Hinweisen des persönlichen Reiseführer ist unbedingt nachzukommen."
Dazu sollte man wissen, der Kriegszustand mit Südkorea wurde offiziell bisher nie für beendet erklärt und der Rest ist eben die übliche Paranoia. Klar sollte man auf die Reiseführer hören, man möcht ja nicht, das die Ärger bekommen und deswegen in irgendein Arbeitslager verschwinden.
Was man dann zu sehen bekommt? Natur geht immer und da hat das Land sicher was zu bieten. Rücksichtslos abgeholzte Wälder mit Erosion die vermutlich zu den Überschwemmungen beigetragen haben, bekommst sicher nicht zu sehen, geschweige vor die Kamera. Tempel, Monumente der Partei kommen stets gut und zudem haben sie den größten Triumphbogen der Welt zu bieten.
Panmunjon, Gedenkstätte an der Demarkationslinie am 38. Breitengrad. Ein Museum das man auch besuchen darf, doch dazu muß man sich nicht den Reisestress antun, das kann man auch online sehen.
Wer aber live dabei sein möchte, dem stehen zwei Hotels zur Verfügung.
Und das bieten sie.
Yanggakdo International Hotel
Hotel der Luxusklasse, 48 Etagen, 1000 Zimmer
verschiedene Zimmergrößen (Suite, Appartements), TV, Radio, Telefon, Dusche, WC, Minibar, Air-Conditioner
verschiedene Restaurants, Banquet-Saal, Konferenzräume (mit Simultan-Übersetzungsanlage), Bars, Shops, Panoramarestaurant,
Pool, Sauna, Kosmetiksalon, Friseursalon, Massagesalon
Billiard, Karaoke-Bars
Pyongyang Koryo Hotel
zweitürmiges Hotel der Luxusklasse, 140 m hoch
verschiedene Zimmergrößen (Suite, Appartements), TV, Radio, Telefon, Dusche, WC, Minibar, Air-Conditioner
verschiedene Restaurants, Banquet-Saal, Konferenzräume, Kino, Bars, Shops, 130 Sitzplätze im Panoramarestaurant
Kosmetiksalon, Friseursalon, Massagesalon
Service in der Hotelhalle; Telefon, Fax, Telex, Foto
Internationaler Standard eben, nur auf den gewohnten Internetanschluß muß man wohl verzichten. Schlechte Karten für Internetjunkies. Na mach halt mal Pause vom 2nd Live, denn hier bist leibhaftig im zweiten Leben. Da wo der normalsterbliche Nordkoreaner nie reinkommt. Das sehen wir schon an den Preisen.
Hotel (Ryanggakdo, Hyangsan oder Koryo)
1-Bett-Zimmer; 175 US-$ pro Person pro Tag
2-Bett-Zimmer; 145 US-$ pro Person pro Tag (zwei Personen in gleichem Raum)
Touristenklassenhotel (Pyongyang)
1-Bett-Zimmer; 150 US-$ pro Person pro Tag
2-Bett-Zimmer; 120 US-$ pro Person pro Tag (zwei Personen in gleichem Raum)
Schleuderpreise, für den Tourie sicher keine große Sache. Wie viel koreanische Familien dafür wie lange leben könnten? Dumme Frage, die bekommen eh keinen Dollar in die Finger.
Wir haben zwar was von einer Hungersnot gelesen, doch die soll ja vorbei sein und zudem waren natürlich die Imperialisten daran schuld. Über Koch und Backrezepte erfahren wir also auch was und zwar hier;
www.korea-solidaritaetskommittee.de/Kultur.html
Für freudiges Kochen und braten von Baumrinde und ausgefallene Grasgerichte war freilich auf der Seite kein Platz mehr. Man kann eben nicht alles haben wollen.
Zum Glück ist Nordkorea nicht islamisch, wer saufen will, der bekommt hier
www1.korea-np.co.jp/pk/118th_issue/99110401.htm
Hochprozentiges geboten. Die Namen sind sicher etwas gewöhnungsbedürftig, doch der Inhalt haut sicher gut rein.
Taepyongsul (rice liquor)
Tolkkotsul (soju)
Yangdoksul (acorn liquor)
Sinyangsul (soju)
Pothaesansul (soju)
Hwangjongsul (soju)
Taesonngsul (waxy rice liquor)
Totorisul (acorn liquor)
Soweit eine kleine Auswahl, alle enthalten 40 % daher mit Maß zu genießen, nicht das man im Vollrausch anfängt antikommunistische Lieder zu grölen. Etwa, Die Partei, die Partei, die hat immer recht, trotz Lüge und Ausbeuterei hat sie recht. Aufgrund früherer Verbindungen zur DDR könnte es Koreaner geben, die das sogar verstehen. Dies könnte deinen Koreaaufenthalt vorzeitig beenden und du willst doch noch was sehen für s Geld.
Unter diesen Link
www.korea-solidaritaetskommittee.de/KIS_Prominents.htm
bekommen wir prominente Persönlichkeiten zu sehen, die alle mal den Großen Vorsitzenden besuchten. Ein Bemerkenswertes Maobild z.B. das in dieser Form sicher nicht in China veröffentlicht wird. Schaut nicht mehr so frisch aus der große Steuermann.
Castro darf nicht fehlen, da sah er noch besser aus als heute. Arafat war auch da, da lebte er noch. Nicolae Ceausescu, gab sich auch die Ehre wie wir auf diesem verwackelten Zeitdokument sehen, bevor er erschossen wurde. Sogar Chefans bekommen ein Foto, wenn auch in mäßiger Qualität geboten. Robert Mugabe, Zimbabwe, der war auch da und ist immer noch da (in Zimbabwe). Tito kam auch zu Besuch, als er noch lebte und es noch sowas wie Jugoslawien gab. Echt Zeitdokumente über die die Zeit etwas hinweggegangen ist. Was trieb Luise Rinser mal ins Arbeiter und Bauernparadies? Vermutlich wollte sie ihre neusten Buchwerke vorstellen. Ob sie einen lokalen Verlag dafür gefunden hat?
Hier erfahren wir etwas über Die imperialistischen Propagandalügen.
Kim Il Sung - ein Diktator, ein Verbrecher am koreanischen Volk? Personenkult?
www.kdvr.de/start/start.html
Und von wegen Hungerkatastrophe, hier sehen wir Beweisbilder vom Überfluß an Nahrungsmitteln. Zudem wird uns in beeindruckend klarer Argumentation bewiesen, das daran die US Luftwaffe mit ihren Bombenangriffen vor 50 Jahren! schuld ist. Die Koreafichte wächst eben langsam und hat sich in 50 Jahren noch nicht davon erholt.
www.kdvr.de/start/start.html
Abschließend bekommen wir hier
www.korea-solidaritaetskommittee.de/Kultur.html
noch beeindruckende Bilder einer großen Tanzveranstaltung zu sehen an der auch ausländische Deligierte teilhaben durften, wie an den Namenskennzetteln zu sehen. Freiluftdisco bei bestem Kaiser... ähm Juchewetter.
Wikilink zu Nordkorea.
de.wikipedia.org/wiki/Nord_Korea
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42. saul - 2007-05-25 11:58:06 |
Kommunistische Organisationen planen Vereinigung
(Kleiner Aprilscherz)
Noch ist es streng vertraulich, doch hier stellen wir das Geheimnis bereits heute der �ffentlichkeit vor. Nach langen und schwierigen Verhandlungen ist es beschlossen. MLPD, KPD/ML und Kommunisten Online planen sich zu einer gemeinsamen Organisation zu vereinigen und werden dies am 1. APRIL der �ffentlichkeit auch offiziell bekannt geben.
Das Haupthindernis bei dieser Vereinigung war zun�chst Stefan Engel, der langj�hrige Parteivorsitzende der MLPD. Doch nachdem er der Einsicht in die Notwendigkeit folgend anbot, auf der Parteivorsitz der neuen Partei zu verzichten und sich mit der Funktion des Stellvertreters zufrieden zugeben, stand der Einheit nichts mehr im Wege. Wolfgang Eggers wird Parteivorsitzender und bringt mit seiner KPD/ML vierzig Jahre Erfahrung in kommunistischer Politik ein. Die MLPD bringt neben ihren Organisationsgrad und Finanzverm�gen selbstredend auch viele Jahre Erfahrung mit kommunistischer Arbeit in Betrieb und Gewerkschaft ein und G�nter Ackermann von Kommunisten Online stellt sein weltanschaulisches Potential und seine Webseite uneingeschr�nkt in den Dienst der neuen Organisation. Wir w�rden gerne den Namen der neuen Partei bekannt geben, leider gelang es uns nicht dies in Erfahrung zu bringen, dieses Geheimnis wird derzeit noch bestens geh�tet. Zwar wird unser Vorgehen sicher eine interne Diskussion ausl�sen, wir meinen aber, das es nun an der Zeit ist, dieses historische Ereignis der �ffentlichkeit bekannt zu geben. Die neue Partei wird sich uneingeschr�nkt in den Dienst der Arbeiterklasse stellen, alte Fehler vermeiden und die sektiererische Politik beenden. Dokumentiert wird dies dadurch, das wir, die Rote Garde in der MLPD unsere Opposition beenden und uns ebenfalls in der neuen Partei einbinden wollen.
Schlie�en wir mit einen alten Gedicht aus den Zeiten der KPD/ML und seinen Vorsitzenden Ernst Aust, dessen Andenken wir in Ehren halten.
Wer geht voran, wer tr�gt die Fahne, wer macht die d�st�re Nacht uns hell? - das sind der Zukunft, wir treuen K�mpfer, das ist die KPD/ML!
Es lebe der sozialistische Internationalismus und die marxistisch-leninistische Weltbewegung!
Es lebe Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha!
Es lebe der Weltkommunismus!
Es lebe die sozialistische Revolution in Deutschland!
Es lebe die deutsche Diktatur des Proletariats!
F�r ein vereintes, unabh�ngiges, sozialistisches Deutschland!
F�r ein sozialistisches Deutschland der sozialistischen Welt!
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Endlich!
Josef 31.03.2007 - 23;05
Da� ich das noch erleben darf! Wie lange haben wir auf die Wiedervereinigung aller Marxisten-Leninisten unter dem roten Banner gewartet!
Ich bin zu Tr�nen ger�hrt.
lange nicht mehr so gelacht!
hihi 31.03.2007 - 23;10
kommt ganzsch�n oft das Wort Deutschland vor bei! Aber alleine damit noch ein paar mehr Leute lachen sollte das auf die Startseite kommen!
ENDLICH!!!
RedZack 31.03.2007 - 23;13
Die Welt kann aufatmen. Darauf haben Millliarden von Ausgebeuteten in aller Welt sehns�chtig gewartet; 3 v�llig unbedeutende Splittergruppen in Deutschland vereinigen sich zu einer neuen, genau so unbedeutenden Splitterpartei.
Dieser Schritt war �berf�llig. DANKE!!!
Die Einheitsfront!!!
Michel aus L�nneberga 31.03.2007 - 23;16
Und das am 1. April und nicht am 1. Mai. Aber 1. April da war doch mal was??? Komm nicht drauf aber wenn es bei Indy steht kann es ja kein Scherz sein ;D
sehr gut
egal 31.03.2007 - 23;18
sehr sch�n. nachdem ich dachte der tag w�rde so beschissen enden wie er begonnen hat, gab es doch noch etwas zu lachen. vielen dank!!!
witzischkeit
kennt keine grenzen 31.03.2007 - 23;25
das ist der erste aprilscherz der lustiger w�re, w�re er denn real
Ich schlie�e mit einer alten Parole aus Antifa Zeiten und dem Black Block dessen Andenken wir in Ehren halten;
"Ihr seid so l�cherlich!"
Hoch Weltproletariat Awantgarde
Genossse Wlatschek 01.04.2007 - 03;59
Hoch lebe Marxismus-Leninismus-Stalinismus-Hoxismus MLPD, KPD/ML Kommunisten Online Pfad!!!
Die Vereinigung der revolution�ren antirevisionistischen MLSHisten Deutschland wird auf ihrem Pfad, der von den Genossen Vorsitzenden Ernst Aust und Genossen Wolfgang Eggers, Stefan Engel erleuchte wird, das Weltproletariat in den Kommunismus f�hren!!
Die glorreiche Zukunft ist angebrochen, die MLSHisten werden dem Proletariat die Fesseln zerbrechen und den burgoisen Weltimperialismus niederringen.
Tod gilt den revisionistisch, konterrevolution�ren, kleinb�rgerlichen Feinden der DP-ML, der KPD-(ML), der KPD-MLM, der MLSKPD und von Kommunismusnet
Sie sind der Feind der zwischen dem Proletariat und dem Globalkommunismus steht, sie gilt es zu zerschlagen!!!
Alle Macht liegt in den Parteiresolutionen!!!!
Kommunistische Gr��e aus M�sendorf
Genosse Wlaschek Poposchil
PS; der letzte Weltkongress in Charly�s Imbiss in D�sseldorf war der wichtigste Schritt zum Kommunismus in diesem Jahrtausend
Suuuuupeeeer!
mais oui! [rfk] 01.04.2007 - 13;35
Das ist echt ein super Beitrag. Und es gab bisher nur "inhaltliche Erg�nzungen"!
Dass die MLPD mit einer der anderen MLs fusionieren wird, halte ich aber f�r sehr sehr unwahrscheinlich. Die fusionieren ja noch nichtmal mit ihren eigenen Unterorganisationen, damit nicht auffliegt was f�r eine Sekte das ist. Ich finde die MLPD und auch z.B. den
Roten Oktober sehr am�sant und bin froh, dass es sowas gibt. Ab und zu kaufe ich mir auch schonmal die "Wochenzeitung der MLPD" oder lasse mir die Zeitschrift des Roten Oktober zuschicken. RO und Kommunisten-Online sind eigentlich die beiden besten Orgs, weil sie wirklich gegen ALLES sind, was sich links/sozialistisch/kommunistisch/marxistisch/leninistisch/... nennt.
Lustig zu beobachten, wie die verschiedenen stalinistischen Organisationen sich gegenseitig als Trotzkisten beschimpfen. Es w�re so sch�n, wenn dieser ewige Trotzki-"Vorwurf" mal stimmen w�rde. Aber nat�rlich gilt die Losung;
"Mit Hammer, Sichel und Gewehr!"
de.indymedia.org/2007/03/172288.shtml |
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41. saul - 2007-05-25 11:56:53 |
Über Kommunistische Parteien. Kleine Abhandlung.
Zu diesen Thema gilt es mit einen Irrtum aufzuräumen. Es geht hier um die Frage der Macht, selbstverständlich die Grundfrage jeder Kommipartei. Wozu ist die Partei da? Na doch wohl um die Macht zu übernehmen und den Sozialismus aufzubauen und das geht eben nur über die Macht im Staat. So steht es zumindest geschrieben und das ist die zentrale Ideologie jeder Kommipartei. Fette Texte wurden darüber verfasst, warum die Partei die Macht benötigt, das dies nur gewaltsam geht und nur die Partei imstande ist, die Arbeiterklasse zu ihrer historischen Mission zu führen.
Na das sollten wir uns mal genauer anschauen. Betrachten wir den Urknall der Revolution, genauer der in Russland und was sehen wir? Die Revolution fand statt, weniger weil die Arbeiter die Gewehre aus dem Spind holten, wohl eher, weil die Leut die Nase voll vom Krieg hatten und nach der militärischen Niederlage ein Machtvacuum eintrat. Die Revo war bereits beendet, als Lenins KP putschte.
In China lief es auch nicht grade nach Lehrbuch. Die KP war nicht imstande aus eigener Kraft die Macht zu übernehmen, das gelang ihr erst nachdem der Staat durch die Japaner schwer angeschlagen war. Mao selbst sagte, ohne die Japaner, säßen wir heute noch in den Bergen.
Zwar breitete sich der Sozialismus nach 45 in Osteuropa aus, doch auch da ging nichts nach Lehrbuch. Soll heißen, die Partei wächst, bewaffnet schließlich ihre Anhänger und übernimmt die Macht, nachdem Polizei, Armee und der bürgerliche Staat in einen Straßenkampf erfolgreich besiegt wurden. So stellten sich manche Naive das vor. Die Realität lief etwas anders ab. In Osteuropa setzte die Rote Armee die Parteien an die Macht, in Jugoslawien in Folge des Kampfes gegen die Besatzung und eines quasi Bürgerkriegs. Griechenlands Kommis wurden nicht unterstützt, da es zum westlichen Bereich gehörte und hier scheiterten die Kommunisten.
Korea ist der nächste Fall und auch hier können sie sich bei den Japsen bedanken. Bekanntlich folgte danach Indochina und auch hier Waren die Japsen die unbeabsichtigten Helfer. Mal davon abgesehen, das die Machtübernahme einer KP in einen Drittweltland gar nicht vorgesehen war. Die Theorie der Lehrbücher interessierte sie weder bei der Tet Offensive noch beim Sturm auf Saigon.
Soweit also zur Geschichte, wie schaut es hier im Westen aus? Seit 45 waren KPs in Westeuropa nie mehr, als etwas linkere Sozialdemokraten. Trotz aller Revolutionsparolen waren sie stets in den Reformismus eingebunden, soweit sie Bedeutung erlangten, wie in Frankreich und Italien. Die Revo stand nur auf dem Papier. Bei der DKP genauso und da erst recht. Legalistisch bis ins Mark diffamierte diese Partei alles was nicht unter ihrer Kontrolle stand, als Provo und vom Verfassungsschutz gesteuert. Die radikalen Parolen in der UZ waren nur Opium fürs Parteivolk.
Wie sah es dagegen bei den Neuen Linken aus? Die K Gruppen, die aus der 68ziger Bewegung kamen und nicht alles Aktionsformen vergessen hatten, erzeugten durch aktionistische Politik zumindest den Anschein, das die Revolutionsrhetorik doch etwas ernster gemeint ist und wurden dadurch für viele heimatlose Linke zur denkbaren Alternative. Wie das endete ist bekannt. Auch hier erwies sich das Revolutionsgeschwätz als das was es war. Substanzlos und nicht einlösbar. Es gab daneben noch Trotzkisten, die auf die Macht der Theorie und heiligen Bücher setzten und meinten, die Geschichte würde für sie arbeiten.
Dann gab es noch ein paar Leutchen, die Maos Spruch von der Macht aus den Gewehrläufen in den falschen Hals bekommen hatten und eben damit der Geschichte etwas auf die Sprünge helfen wollten. Wie das ausging, ist ja auch allgemein bekannt.
Andere setzten weniger auf revolutionäre Theorie sondern gleich auf Aktionismus. Dieser Zweig setzte sich bei den Autonomen fort und lebt bis heute bei den Globalisierungsleuten und bei den heutigen Jungvolk der Linken fort.
Bekanntlich werden auch da revolutionäre Sprüche gekloppt und mit Aktionen nachgeholfen, die zwar Schlagzeilen bringen, aber letztlich nur Stürme im Wasserglas bleiben. Auch hier sollte man mißtrauisch bleiben, wenn sich die Parolen zu radikal anhören.
Doch zurück zu unseren Kommis, denn hier finden wir ja den Ursprung und das Naturreservat die revolutionären Parolen. Ohne die Kommipartei kann es einfach keine Revo geben oder es muß an dieser was faul sein. Tatsächlich haben sich Kommiparteien eher als Revolutionsverhinderer erwiesen. 33 folgte die KPD Stalins Anweisung und verhinderte, das die Arbeiter die Parteihäuser mit Waffen gegen die Nazis verteidigten. Sie waren dazu bereit, hatten die Waffen, aber die Partei befahl Stillhalten. Damit lieferte sie bekanntlich ihre Leute den Nazis aus.
Als 68 die Phantasie an die Macht wollte, erwiesen sich die Kommunisten eher als Ordnungsmacht. Hier waren sie dazu erst 69 wieder aktiv und bekanntlich war die DKP der beste Ordnungsfaktor den man sich wünschen kann. Die K Gruppen machten beim Bremsen keine Ausnahme, wenn es um Bewegungen ging, die sie nicht im Griff hatten. Schauen wir uns an, was heute an Kommis übrig ist. Zum einen nicht viel und beim Opernkrawall, der sicher nicht mit revolutionärer Politik zu verwechseln ist, aber immerhin bringt er noch was auf die Gass, da sucht man Kommis vergebens.
Zusammenfassend betrachtet, man kann problemlos nachweisen, das die ganze radikale Rhetorik eher ein Betäubungsmittel fürs Parteivolk darstellt, als das wirklich ernsthaft was dahintersteckt. Das sollte jeder im Hinterkopf behalten, wenn er die Seiten solcher Gruppen besucht und da die radikalen Sprüche zu lesen bekommt. |
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